Show der Modeschule-Absolventinnen
: Bühnenreife textile Kunstwerke auf dem Laufsteg im Rosensteinmuseum

Das Schneidern dieser Kollektion hat viel Freude gemacht. Das zeigte die Show der Absolventinnen der Staatlichen Modeschule: Kaum Tragbares, dafür fantasievolle Entwürfe in Hülle und Fülle.
Von
Sybille Neth
Stuttgart
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  • Die Schülerinnen ließen sich von der Welt des Waldes inspirieren.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Gehäkelte Blütenranken als Hülle.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Durchblicke auf die Haut.

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  • Eine Blüte aus Materialmix.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Eines der wenigen Modelle für Männer.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Schulleiterin Sabine Dirlewanger begrüßt.

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  • Lange Schärpen sind beliebt.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Ein Insekt mit Brustpanzer?

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Gerüschtes Oberteil gepaart mit viel Haut.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Glänzend drapiert mit einer stattlichen Hülle.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Stand hier ein Insekt Modell?

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Raffungen und Rüschen bringen Eleganz.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Spiel mit den Proportionen.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
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Jeansblaue Insekten mit Brustpanzern, feenartige Gestalten mit flügelartigen Tüll-Hüllen und Meereswesen mit langen Schärpen, Tentakeln aus Wolle und Leder, leicht geschürzte Pflänzchen umgarnt mit gehäkelten Blütenranken: Die Absolventinnen der Staatlichen Modeschule Stuttgart haben in ihrer Abschluss-Show im Naturkundemuseum Schloss Rosenstein eindrucksvoll gezeigt, wie groß ihr kreatives Potenzial ist. Kaum eine der Kreationen wäre straßen- oder partytauglich, aber es sind allesamt kleine Kunstwerke, auch in handwerklicher Hinsicht.

Catwalk in der Säulenhalle

Inspirieren ließen sich die 15 Absolventinnen – darunter ein Mann – von den Exponaten im Naturkundemuseum. Diese Eindrücke haben sie fantasievoll verfremdet und in Textilkunst umgesetzt: „Wir haben uns drei Themenfelder gesetzt: die Feenwelt, den Wald und die Pflanzenstrukturen“, erklärt Modeschule-Absolventin Nadine Rathfelder was ganz am Anfang der Kollektion stand. Und sie erzählt, dass die Einfälle der Schülerinnen manchmal ihre Grenzen beim Experimentieren mit den unterschiedlichsten Textilien fanden. „Es hat sehr lange gedauert bis die Kollektion fertig war und wir haben sehr viel ausprobiert.“ Ihre Kreationen haben die Modeschülerinnen den Models, die mit professionellem Schritt in der Säulenhalle des Rosensteinmuseums am 12. Juli auf und ab geschritten sind, auf den Leib geschneidert.

Den Models auf den Leib geschneidert

Nach dem ersten Entwurf werden die Maße des jeweiligen superschlanken Models genommen und danach der erste Schnitt und eine erste Version des Kleidungsstücks genäht. „An diesem Prototyp werden dann alle notwendigen Änderungen vorgenommen. Danach wird am Computer der Schnitt verfeinert – und genäht wird natürlich ganz traditionell“, berichtet Nadine Rathfelder.

Es ist Tradition an der Staatlichen Modeschule, dass Models die Kreationen präsentieren und nicht die Schülerinnen selbst. Das fördert die Kreativität und auch den Wagemut, denn sie müssen bei ihren Entwürfen nicht überlegen wie sie selbst darin wirken würden, sondern können ihren Ideen freien Lauf lassen. Und natürlich wird an der Schule mit Sitz in Stuttgart Wangen auch der klassische Blazer und das Businesskostüm genäht. Das gehört zur Pflicht für die Absolventinnen, die als Voraussetzung alle eine berufliche Erstausbildung zum Beispiel an einem Berufskolleg für Modedesign mitbringen müssen.

Frauen erobern Führungspositionen

Nach der Show konnten die teilweise extrem filigranen oder opulenten Kleidungsstücke vom Publikum in einer Ausstellung aus der Nähe bewundert und befühlt werden. Natürlich waren auch bei dieser Abschlussveranstaltung wieder Interessierte aus der Modebranche anwesend, um Ausschau nach Nachwuchskräften zu halten.

Schulleiterin Sabine Dirlewanger zeigte sich in ihrer Begrüßungsrede mächtig stolz über die Leistung des diesjährigen Abschlussjahrgangs und drei Schülerinnen werden demnächst den Hugo Boss Fashion Award entgegen nehmen. Dass die großen Namen der Haute Couture bis auf wenige Ausnahmen männlich sind, obwohl die Modeschulen vorwiegend von Frauen besucht werden, kann sie sich nicht wirklich erklären. „Die Firmen nehmen gerne Männer, selbst wenn deren Zeugnisse nicht so gut sind“, sagt sie und beobachtet mit Interesse eine Veränderung: In einem großen Unternehmen sitzen zwei Absolventinnen der Staatlichen Modeschule in Führungspositionen.

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