Silvesterparty in Stuttgart
: Böller landen in der XXL-Mülltonne – Lasershow enttäuscht

Zehntausende feiern auf dem Schlossplatz gut gelaunt und friedlich den Jahreswechsel, mit finaler Bierzelt-Stimmung. Die Lasershow aber ist für die Besucher eine Enttäuschung.
Von
Georg Linsenmann
Stuttgart
  • Von der Lasershow vor dem Neuen Schloss und dem Riesenrad waren die Besucher etwas enttäuscht.

    Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
  • Prost Neujahr!

    Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Das Feuerwerk in der Stadt war angesichts des Nebels weniger wirkungsvoll.

    Lichtgut/ Ferdinando Iannone
  • Böllern verboten in der Innenstadt.

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  • . . . an das sich aber nicht alle hielten.

    Lichtgut/ Ferdinando Iannone
  • Lasershow auf dem Schlossplatz

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  • Die Eingangskontrollen sorgten dafür, dass keine Böller aufs Gelände kamen.

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  • Der Schlossplatz aus dem Riesenrad.

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  • Zufreidene Besucher der Party.

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  • Das Bühnenprogramm

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  • Blick in die Menge

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  • Das Bühnenprogramm

    Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
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Mit einem verschärften Sicherheitskonzept als Reaktion auf den Anschlag von Magdeburg ist die Polizei die Silvesternacht in der City angegangen. Nicht zuletzt mit weiter erhöhter Präsenz, was sich auf der Königstraße auch in Sachen Böllerverbot unmittelbar bewährt. Nur vereinzelt knallt und zischt es mal, was die Beamten aber mit souveräner Ruhe unter Kontrolle halten. Wirksam sind auch die akkuraten Kontrollen an den Zugängen zum Festgelände auf dem Schlossplatz, wo mitgebrachtes Pyro-Material einkassiert wird. Fast halb voll ist so eine XXL-Mülltonne schon kurz nach Beginn der Silvesterparty mit Live-Musik vor dem Neuen Schloss.

Polizei meldet eine entspannte Lage

Es ist ein charakteristisches Bild für diese Silvesternacht, und so ist das Jahr gerade mal gute zwei Stunden alt, als die Polizei schon die Nachricht von einer „vorläufig positiven Bilanz ohne gravierende Vorkommnisse“ verschickt. Und genau dies bestätigt Polizeisprecherin Charlotte Weller dann auch am frühen Neujahrsmorgen: „Es war eine insgesamt ruhige Silvesternacht, besonders in der City.“

Das Feuerwerk über der Innenstadt

Foto: Lichtgut//Ferdinando Iannone

Zu Abertausenden bummeln so die Leute gut gelaunt die Königstraße rauf und runter, wo sich vor den Einlässen zum Live-Act vor dem Neuen Schloss anfangs lange Schlangen bilden. Gerade auswärtig Gäste loben das Böllerverbot, das Nadine aus St. Gallen „supersympathisch und entspannend“ findet. Oliver und Kai aus Erfurt sind mit Freunden aus Aalen da und malen einen harten Kontrast zu „einer gewöhnlichen Silvesternacht“ in der Landeshauptstadt Thüringens, „wo dir Raketen und Böller um die Ohren fliegen“. Und Ingrid und Ebbe aus Gaildorf, „mehrfach Oma und Opa“, betonen: „Hier fühlt man sich sicher. Das ist total angenehm, sodass man die Show voll genießen kann.“

„Forever young“ tönt es da wie bestellt von der Bühne, wo der Auftritt von „The Baseballs“ auf die Ziellinie geht. Temperamentvoller Rock’n’Roll, der Freiheit und Lebenslust feiert, wozu der volle vordere Sektor dann auch prächtig mitgeht. Verheißungsvoll ist dann der „Vorgeschmack auf Mitternacht“, mit dem Moderatorin Celine Jost die zwischengeschobene Licht- und Lasershow ankündigt. Ein tanzendes, buntes Feuerwerk aus Farbflächen und Strahlengewitter, die das ganze Areal wie ein zauberhaftes, ständig sich wandelndes Netz überdecken und umspielen, mit Zielpunkt Schloss. An der Bühne effektvoll gerahmt von Tänzerinnen, die mit großen Tüchern aufsteigende Flammenstöße imitieren. Das könnte sich, so die Erwartung, in zweieinhalb Stunden und Punkt Mitternacht zum glanzvollen Höhepunkt zur Begrüßung des neuen Jahres auswachsen.

Im Finale fehlt ein bisschen die Zeit

Doch Pustekuchen! Das Finale verrutscht auch infolge der kaum zweitklassigen Moderation zu einem hektischen Huschhusch: gerade noch fünf Minuten für „You’ll never walk alone“ und „Freude schöner Götterfunken“ mit Trompeter Kevin Pabst und Tenor Jay Alexander – exakt so viel dann auch für die nachfolgenden Light-Show.

Verkehrte Welt auch davor, als Moop Mama x Älice mit wuchtigen Soul-Bläsersätzen, harten Breakbeats und klugen Texten sich quasi fürs Kesselfestival bewarben, sich hier aber am Publikum abmühten. Das wartete sehr offensichtlich auf „TREAM als Headliner“, die dann auch mächtig Vollgas gaben: mit einem lärmenden, kaspernden, ranschmeißerisch überdrehten Overkill von bajuwarischem „Schlager-Rap“ in hirschledernen kurzen Hosen - und Frontmann Timo Grabinger schließlich noch im Undav-Shirt. Das sorgte immerhin für Wasen-, Bierzelt-, Ballermann-Stimmung pur, mehr aber auch nicht.

Vielleicht setzen sich für 2025 aber doch ebenso atemlos durchgehetzte, an die Schlossfassade projizierten Begriffe fest wie Frieden, Optimismus, Menschlichkeit: der Show-Hatz zum Trotz.

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