Sommer 2025 in Stuttgart
: Zu nass, zu kühl, nur ein Gefühl?

Für Outdoorfreunde und Sonnenanbeter hält das Wetter derzeit nur wenig bereit. Fällt der Sommer ins Wasser? Ein Blick in die Historie.
Von
Jan Georg Plavec
Stuttgart
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Symbolbild für den Sommer 2025?

Markus Lenhardt/dpa

Wenn’s im Sommer kühl wird, singt man gern mit Rudi Carrell, dass es mal wieder „nass und sibirisch“ sei. Wann es „mal wieder richtig Sommer“ wird, fragt der Song seit genau fünfzig Jahren. Ist er Ende Juli 2025, bei Dauerregen und 17 Grad, wieder aktuell?

Kommt drauf an, was ein „richtiger“ Sommer ist. Tatsächlich sind die Temperaturen derzeit außergewöhnlich niedrig und die Regenmenge außergewöhnlich hoch. Das zeigen die Daten unserer „Klimazentrale“, die aktuelle Werte mit dem vergleichen, was seit 1961 als normal gelten darf.

Vor vier Wochen: Hitzewelle

Konkret: Binnen 30 Tagen werden in Stuttgart im Hochsommer typischerweise 40 bis 90 Milimeter Regen pro Quadratmeter gemessen, das zeigen die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes am Schnarrenberg. Aktuell liegt der Zähler bei 155 Milimetern. Die Temperatur lag Ende Juli in den vergangenen Jahrzehnten in aller Regel zwischen 23 und 29 Grad.

Am Montag wird das Thermometer kaum mehr als 17 Grad anzeigen – einer der niedrigsten Werte seit mehr als sechzig Jahren. Kühler war es an einem 28. Juli nur 1982 (16,2 Grad), 1984 (16,6 Grad) und 1973 (17,0 Grad).

Derzeit ist es also deutlich zu nass und zu kühl, und das nicht nur gefühlt. Auf den bisherigen Sommer trifft das so nicht zu. Beispielsweise wurden 2025 bislang 13 sogenannte heiße Tage mit einer Höchsttemperatur von 30 Grad oder mehr gezählt. Zu erwarten wären eigentlich nur zwischen vier und zehn solcher Tage, wenn man die Jahrzehnte seit 1991 zum Vergleich hinzuzieht. Zwischen 1961 und 1990 wären vier heiße Tage bis Ende Juli schon viel gewesen.

Die Hitzewelle Ende Juni, Anfang Juli ist vielleicht schon wieder vergessen. Damals war es viel zu heiß. In den zurückliegenden 30 Tagen war es im Vergleich mit den früheren Jahrzehnten deutlich öfter zu warm als zu kühl. Siebenmal lag die Tageshöchsttemperatur über dem Normalbereich der letzten drei Jahrzehnte, dreimal darunter. Zwischen der Hitze vor vier Wochen und der überdeutlichen Abkühlung war es, um zu Rudi Carell zurückzukommen, „richtig Sommer ... wie er früher einmal war“: Die Temperaturen lagen im normalen Bereich.

Niederschlag gab es dagegen von Juni bis Mitte Juli eher zu wenig. Zwar hat es in den vergangenen zehn Tagen fast jeden Tag geregnet, davor aber längere Zeit nicht. Seit Anfang Juni gab es am Schnarrenberg 16 Tage mit relevantem, sieben mit geringem Niederschlag – und 34 Tage, an denen nicht ein Tropfen Wasser gefallen ist.

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