Sozialunternehmen in Stuttgart: Zora zieht erste Konsequenzen aus finanzieller Schieflage

Im Kinderkaufhaus Zorella gibt es Kleidung, Spielzeug und Bücher für die Kleinen.
Lichtgut/Max KovalenkoDas in Schieflage geratene Frauenunternehmen Zora hat erste Konsequenzen aus seiner finanziellen Notsituation gezogen. So werde das Second-Hand-Kaufhaus des Sozialträgers an der Neckarstraße im Stuttgarter Osten „zum 20. Dezember schließen“, heißt es in einer Erklärung. Dieser Schritt erfolge „planmäßig und unabhängig“ von dem Insolvenzantrag, den die Zora gGmbH kürzlich beim Amtsgericht Stuttgart gestellt hat.
Die beiden Kindertagesstätten MiniKiZ in der Heinrich-Baumann-Straße und MiniKiZ Art im Kinder- und Familienzentrum an der Neckarstraße sollen „in vollem Umfang fortgeführt werden“, heißt es weiter. Keine Erwähnung findet in der Pressemitteilung, wie es mit dem Kinderkaufhaus Zorella weitergeht, wo es Kinderkleidung, Spielzeug, Bücher und andere Artikel rund ums Kind zu kaufen gibt.
Die Pressemitteilung ist mit „Frauenprojekte in Stuttgart in Gefahr“ überschrieben. Dem Sozialunternehmen „droht nun die Zahlungsunfähigkeit“, wird die prekäre Lage klar benannt, diese sei „ausgelöst durch eine unzureichende Finanzierung, steigende Kosten und der anhaltend herausfordernden politischen und wirtschaftlichen Lage“. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Nora Sickeler bestellt, die Rechtsanwältin ist Partnerin in der renommierten Kanzlei Grub Brugger.
Trotz intensiver Bemühungen, die finanzielle Grundlage des Unternehmens zu sichern, habe man den Fortbestand des Sozialunternehmens auf der bisherigen Basis nicht gewährleistet können. Insolvenzverwalterin Nora Sickeler äußert sich aber „zuversichtlich, dass wir für die Zora im Interesse der Stadt Stuttgart eine Lösung finden werden“. Dies kann aber offenbar nur mit starker Hilfe von außen gelingen.
Jugendamt der Stadt soll Zora unterstützen
So erklärt die Insolvenzverwalterin, für eine Rettung des Frauenunternehmens „brauchen wir weiterhin die Unterstützung vom Jugendamt der Stadt Stuttgart und vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg“. Zudem hoffe sie, dass das Frauenunternehmen „Partner aus der Wirtschaft“ findet, die Projekte für Frauen und Mädchen unterstützen. „Gerade jetzt vor Weihnachten wäre dies ein gutes und wichtiges Signal“, betont Nora Sickeler.