Diebstahl beim Café Galao
: Der grüne Türsteher wird vermisst – Feigenbaum verschwunden

Der Feigenbaum vor dem Café Galao in der Tübinger Straße wurde am Wochenende gestohlen. Der Café-Besitzer appelliert an das Gewissen der Täter.
Von
Karla Schairer
Stuttgart
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Feigenbaum Galao

Der Feigenbaum stand seit fünf Jahren vor dem Eingang des Galao in der Tübinger Straße.

Reiner Bocka
  • Vor dem Café Galao in der Tübinger Straße wurde am Wochenende ein Feigenbaum gestohlen.
  • Der Baum stand seit fünf Jahren am Eingang, war 1,40 Meter groß und etwa 50 Kilogramm schwer.
  • Der Inhaber meldete den Diebstahl auf Instagram – der Post wurde rund 70.000 Mal geteilt.
  • Hinweise fehlen, doch die Resonanz ist groß. Der Baum soll vorerst nicht ersetzt werden.
  • Bocka hofft auf Rückgabe in der Nacht – 25 Früchte trug der Baum dieses Jahr bereits.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Vermisste ist 1,40 Meter groß, etwa 50 Kilogramm schwer, grün und hat große, grüne Blätter. Zuletzt gesehen wurde er Samstagnacht in der Tübinger Straße vor dem Café Galao. Die Rede ist von einem Feigenbaum, der seit fünf Jahren die Gäste des Cafés begrüßt – bei Wind und Wetter, sommers wie winters. Begrüßte, denn in der Nacht von Samstag auf Sonntag ist er verschwunden – offensichtlich gestohlen.

„Wir machen um 3 Uhr nachts zu. Als ich am Sonntagmorgen das Café öffnete, war er weg“, erzählt Galao-Inhaber Reiner Bocka, der in den vergangenen zwei Tagen „10 000 Mal“ von Gästen auf den fehlenden grünen Türsteher angesprochen wurde. Im Netz war die Resonanz noch gewaltiger. Bocka, seit 17 Jahren Inhaber des Café Galaos, postete den Diebstahl am Sonntag auf Instagram. 70.000 Mal wurde der Post seither geteilt, das Galao selbst hat knapp 8500 Follower. „So viele Reaktionen hatten wir noch nie bei Instagram“, sagt Bocka. Hinweise auf die Täter hat Bocka noch keine erhalten, aber viel Zuspruch in den Kommentaren. Offensichtlich berührt das Thema.

Bocka vermutet, dass Passanten Samstagnacht aus einer Laune heraus den Baum mitnahmen – nicht wissend, was dieser dem Café und den Gästen bedeutet. „Er war nicht einfach nur eine Pflanze – er gehörte zu unserem Eingang, war Teil des Café Galao und hat viele Gäste und Passant:innen willkommen geheißen“, schreibt Bocka bei Instagram und bestätigt es auch im persönlichen Gespräch. Dieser Diebstahl sei eine „emotionale Angelegenheit“, sagt Bocka. „Das Galao ist ein offener Ort. Wir binden nichts an, wir lassen alles stehen, unsere Gäste sind offen, jeder ist willkommen – dafür steht der Baum. Dass der Feigenbaum gestohlen wurde, „entspricht nicht unserer Lebensphilosophie und unserer Haltung. Wir verstehen unser Café als einen Ort, an dem man zu Hause sein kann. Das schätzen unsere Gäste. Und dieser Diebstahl ist ein Eingriff in unser Zuhause. Es fühlt sich so an, als ob etwas von einem daheim geklaut worden wäre.“

Bocka weiß, dass es durchaus schwerere Straftaten und Verluste gibt.  „Natürlich ist das nicht so schlimm wie ein Unfall, aber wenn so etwas geklaut wird, dann ist da nicht nur ein Verlust. Wenn man über die Jahre einen Baum hochzieht, sich um ihn kümmert, dann schmerzt das“, sagt der Café-Besitzer.

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Der Polizei gemeldet hat Bocka den Verlust nicht. Er hofft, dass durch die große Resonanz im Netz der Beitrag bei denjenigen landet, die den Baum mitgenommen haben. „Und dass es ihnen bewusst wird, dass sie den Baum aus einem Ort der Heimat entwendet haben“, sagt Bocka. „So verhält man sich nicht. Ich will niemanden anklagen und bestrafen, der Baum kann nachts einfach wieder zurückgestellt werden.“

Ersetzt werden soll der Baum erst einmal nicht. „Warten wir mal ab“, sagt Bocka. „Verlust muss man spüren.“ 25 Früchte trug der Baum dieses Jahr schon – gegessen wurden sie von Gästen. Bocka hofft, dass diese bald wieder vom grünen Türsteher pflücken können.