Stars and Cars in Stuttgart
: Hamilton gibt überall Vollgas

100 Jahre Motorsport-Geschichte und aktuelle WM-Titel feierte Mercedes mit 50 000 Besuchern rund um das Mercedes-Museum. Rennfahrer von früher und heute fuhren alte und neue Rennwagen und diskutierten die Frage, wer der Bessere ist: Lewis Hamilton oder Nicos Rosberg.
Von
Michael Petersen
Stuttgart
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  • Lewis Hamilton nimmt sich in Stuttgart Zeit für seine Fans.

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  • Bei der Veranstaltung Stars & Cars rund ums Mercedes-Benz-Museum stehen der Vize-Weltmeister in der Formel 1, Nico Rosberg, ...

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  • und der frisch gebackene Weltmeiter Lewis Hamilton im Mittelpunkt.

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  • Der wohl am häufigsten fotografierte Star an diesem Tag, nimmt die Handykamera für seine Fans auch selbst in die Hand.

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  • Gute Stimmung bei Nico Rosberg und Lewis Hamilton

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  • Die Promidichte bei Stars & Cars in Stuttgart ist hoch. Bundestrainer Jogi Löw schaut vorbei.

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  • Guido Buchwald

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  • Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard

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  • Moderatorin Fernando Brendao

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  • Jens Lehmann mit seiner Frau Conny

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  • Norbert Haug

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  • VfB-Spieler Christian Gentner mit seiner Freundin

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Stuttgart - Zunächst sind da recht früh am Samstagmorgen nur zwei ähnlich gelassene Rennfahrer, die sich in zwei Sportwagen setzen. Weltmeister Lewis Hamilton nimmt den dunklen Mercedes SL 63 AMG „Collectors Edition“, Vizeweltmeister Nico Rosberg den weißen. Im Rücken des Mercedes-Benz-Museums in Untertürkheim sieht kein Zuschauer von Stars & Cars, wie der Brite den 585-PS-Motor aufheulen lässt und gleichzeitig auf die Bremse tritt. Die Reifen lassen eine zwölf Meter lange schwarze Spur im Asphalt zurück. Und Nico Rosberg? Der fährt los wie im dichten Innenstadtverkehr, völlig unspektakulär. Eine kleine Szene, die manches aussagt über den Charakter von zwei Männern, die die Formel-1-Saison 2014 beherrscht haben. Vor Besuchern wie Fernsehkameras gleicht sich ihr Fahrstil an – als Höhepunkt der Demofahrten lassen beide ihre auf der Stelle kreisenden Formel-1-Rennwagen im Gummirauch fast verschwinden.

20 mal vier Runden rund um das Museum – 67 Rennwagen hat Mercedes aufgeboten, davon 26 klassische aus dem Museumsbestand. Bewegt werden sie von allen aktuellen und vielen früheren Werksfahrern. Der älteste ist Le-Mans-Sieger Hans Herrmann. „Warum muss ich am meisten fahren“, fragt der 86-Jährige und gibt sich die Antwort selbst: „Gut. ich bin ja auch der erfahrenste von allen.“ Für Stirling Moss (85) hat die British Airways im Flugzeug den Platz A1 reserviert, wie es sich für einen Sir gehört. Beim Laufen zu seinem 300 SLR-Siegerwagen von der Mille Miglia 1955 benötigt er eine Gehilfe. Beim Fahren merkt man ihm seine 85 Jahre nicht an. Roland Asch aus Ammerbuch-Altingen wird noch immer von Plakaten seines Fanclubs begleitet. Er fährt den Merceds 190 2.3-16, mit dem er 1988 Vizemeister in der DTM geworden ist. „Auf dem Nürburgring kam Mercedes-Chef Niefer zu mir und fragte nach meinem Lastwagen“, sagt Asch beim Angurten, „ich hatte aber nur einen Anhänger und zog den Mercedes mit einem Ford Granada zu den Rennen.“ Dank Niefer erhielt der Schwabe umgehend einen stattlichen Renntransporter mit Stern. Seinen Renntourenwagen hat er längst an das Mercedes-Museum verkauft.

Gegen 12.30 waren 20 000 Besucher auf dem Gelände

Die Neuauflage von Stars & Cars ist in Absprache mit der Stadt Stuttgart geplant worden. Immer nur 20 000 Besucher gleichzeitig durften sich über das Museumsgelände bewegen. Gegen 12.30 Uhr hätte der starke Zustrom deswegen beinahe gestoppt werden müssen. Insgesamt wurden mehr als 50 000 Menschen gezählt. Für Museumsleiter Michael Bock hat das Interesse mit der 120-jährigen Motorsport-Historie des Hauses zu tun. „Das ist auch die Geschichte der Stadt Stuttgart, nicht nur die von Mercedes“, sagt er.

Seit 25 Jahren besteht die Verbindung des Automobilherstellers mit dem Deutschen Fußballbund. Zu den Vertretern der Kickerfraktion bei dieser Motorschau gehörten Franz Beckenbauer, Oliver Bierhoff und Jogi Löw. Dieser beobachtete Nico Rosberg beim Torwandschießen. „Ein Treffer bei sechs Schüssen reicht nicht aus für eine Berufung in die Nationalmannschaft“, beschied er, „aber wir können Nico mal zum Probetraining einladen“. Rosberg war vor 15 Jahren – auch da gemeinsam mit Hamilton – schon einmal bei Stars & Cars in Untertürkheim: „Damals waren wir Kart-Fahrer des McLaren-Teams, die Formel-1-Stars hießen Mika Häkkinnen und David Coulthard.“ Coulthard lieh Rosberg zur Hochzeit 2014 einen Mercedes SL „Pagode“ aus den 1960er Jahren. Der Formel- 1-Rennfahrer war von dem Oldtimer dermaßen beeindruckt, dass er sich inzwischen selbst einen 280 SL aus jener Ära zugelegt hat. Mit Begeisterung wechselte er für einige Runden ums Museum von dem Formel-1-Mercedes des Jahrgangs 2014 in den WM-Sieger von 1955.

Den Fahrstil von Hamilton und Rosberg diskutieren unter sich die Ex-DTM-Piloten Jörg van Ommen, Ellen Lohr und Karl Wendlinger. Hier der Vollblutrennfahrer, der immer die Grenzen auslotet – dort der kühle Vollprofi, der seinen Job perfekt erledigen will. Die Fahrer sprechen von Talent, Begeisterung, von Leidenschaft und Disziplin als Faktoren für eine Karriere im Motorsport. „Träumen muss man schon auch“, sagt Wendlinger, der es bis in die Formel 1 brachte. Der Österreicher hat sich als 13-jähriger Kart-Fahrer abends um acht ins Bett gelegt und sich dort seine Rennfahrerkarriere ausgemalt. „Der Vorschlag könnte heute von einem Motivationstrainer stammen“, sagt er lachend.

Wie wird man Rennfahrer

Van Ommen erklärt, dass er aus einer Rennfahrerfamilie stamme, „nur deswegen bin ich das auch geworden“. Er sei ein disziplinierter Autofahrer. Ellen Lohr, seit bald 30 Jahren auf Rennstrecken unterwegs, schätzt sich anders ein. So lässt sich ihr Kopfschütteln interpretieren. Benötigt ein Sportler zum ganz großen Erfolg die totale Passion oder genügt die intellektuelle Zielstrebigkeit? „Weltmeister ist Hamilton geworden“, ist aus der Runde zu hören.

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