Startchancenprogramm – Tranche zwei: „Eine Riesenchance“ – aus Stuttgart sind besonders viele Schulen dabei

Startchancenschulen werden nach Sozialindex ausgewählt.
Lichtgut/Max KovalenkoStuttgarter Schulen sind landesweit beim Startchancenprogramm überproportional vertreten. Man stelle bald mehr als zehn Prozent der in Baden-Württemberg geförderten Schulen, berichtete der Leiter des Staatlichen Schulamts, Thomas Schenk, im Schulbeirat. „Das ist eine Riesenchance für Stuttgart“, sagte Schenk.
Offiziell hat das Land zwar noch nicht bekannt gegeben, wie viele Schulen aus der Landeshauptstadt in der zweiten Fördertranche des Programms dabei sein werden, aber die Schulen selbst scheinen bereits identifiziert worden zu sein. Es seien dann einschließlich der 33 Schulen aus der ersten Tranche an die 60 Schulen. Schenk nannte im Beirat die Zahl 56. Darunter seien diesmal auch berufliche Schulen, erläuterte Schenk, die Größenordnung bezifferte er auf „fünf plus/minus eins“.
Das Startchancenprogramm gilt als das größte Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Ziel ist mehr Bildungsgerechtigkeit – die Zahl der Schüler, die die Mindeststandards in Lesen, Rechnen und Schreiben erfüllen, soll deutlich gesteigert werden. Investiert wird dabei gerade in die Schulen, die es aufgrund der Zusammensetzung ihrer Schülerschaft am nötigsten haben. Die teilnehmenden Schulen würden „streng nach Sozialindex ausgewählt“, sagt Schenk.
In Tranche eins waren 33 Stuttgarter Schulen dabei
Allein in Baden-Württemberg geht es laut Kultusministerium um 2,6 Milliarden Euro, die in zehn Jahren an die beteiligten Schulen fließen – die eine Hälfte kommt vom Land, die andere vom Bund. 540 Schulen sollen landesweit profitieren. Im vergangenen August starteten die ersten der bundesweit 2125 Startchancenschulen – in Stuttgart besagte 33 allgemeinbildende Schulen: 15 Grundschulen, 15 Schulen der Sekundarstufe eins (Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen) sowie drei Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren. Startchancenschulen können sich zum Beispiel externe Unterstützung wie Logopäden oder Schulpsychologen dazubuchen, aber auch Assistenten für die Verwaltung über die Mittel finanzieren – und sie können die Lernräume ansprechender gestalten. Wer als Träger oder Einzelperson mit seinen Angeboten profitieren will, muss sich bei der LOBW-Plattform „Lehrer Online in Baden-Württemberg“ im Internet registrieren. Das Kultusministerium prüfe alle Angebote einzeln, sagte Schenk, entsprechend dauere das seine Zeit. Für die Schulen werde es dadurch einfacher. Alle buchbaren Angebote hätten quasi „ein Qualitätssiegel“, sagt die Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer. „Die allermeisten Schulen“ der ersten Tranche hätten „bereits Mittel verausgabt“, erläutert Schulamtsleiter Schenk auf Anfrage.
