Stelp-Spendenlauf in Stuttgart
: 700 Menschen rennen für eine warme Schulmahlzeit – einer fehlt: Serkan Eren

Beim Spendenlauf für die Hilfsorganisation Stelp haben 700 Teilnehmer, darunter mehrere Prominente, mit tausenden Runden einen sechsstelligen Betrag erlaufen. Aber über der Veranstaltung liegt ein Schatten.
Von
Jürgen Brand
Stuttgart
Rennen für einen guten Zweck vor der Kulisse des Gaskessels.

Rennen für einen guten Zweck vor der Kulisse des Gaskessels.

Jürgen Brand
  • 3. STELP-Spendenlauf in Stuttgart: 700 Teilnehmende sammelten sechsstellige Spenden.
  • Bis 11 Uhr waren über 5000 Runden und mehr als 2000 Kilometer geschafft – 50.000 Euro.
  • Start war um 10 Uhr, Ende um 15 Uhr; genaue Gesamtsumme stand noch nicht fest.
  • Serkan Eren fehlte, da er im Iran verhaftet und zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde.
  • Erlöse fließen in STELP-Projekte, aktuell etwa warme Schulmahlzeiten im Jemen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Sonntag, 11 Uhr, Stadion Festwiese in Stuttgart. Die Sonne ist gerade herausgekommen, das Thermometer zeigt kaum zehn Grad – aber auf der Tartanbahn ist niemandem kalt, im Gegenteil. Mehr als 100 Läuferinnen und Läufer drehen Runde um Runde. Auf der Innenbahn, Bahn 1, wird richtig schnell gerannt, auf der Außenbahn geht es mit Walkingstöcken etwas langsamer voran. Start für den 3. STELP-Spendenlauf war pünktlich um 10 Uhr. Nach einer Stunde haben die Teams und Einzelläufer schon mehr als 5000 Runden gedreht, mehr als 2000 Kilometer geschafft – und so 50.000 Euro an Spenden für die Stuttgarter Hilfsorganisation ganz sportlich gesammelt. Bis 15 Uhr, wenn die letzte Runde gedreht ist, werden es noch viel mehr.

„Jeder Mensch, egal wo auf der Welt, hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben”, steht ganz oben auf der STELP-Webseite. „Mit diesem Ziel vor Augen geben wir Tag für Tag unser Bestes.” Was vor elf Jahren mit der Hilfsaktion „Balkan Route Stuttgart” begann, ist inzwischen zu einem weltumspannenden Netzwerk mit 50 Hilfsprojekten auf drei Kontinenten gewachsen. Das hat den STELP-Gründer Serkan Eren bekannt gemacht. Für sein Engagement hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihm vor drei Jahren das Bundesverdienstkreuz verliehen. Damals sagte er: „Eigentlich würde ich mir wünschen, dass meine gefährlichen Einsätze und unsere Unterstützung, egal wo auf dieser Welt, ob in der Ukraine oder im Jemen, in Griechenland oder in der Türkei, gar nicht erst nötig sein müssten.”

Stelp-Gründer Serkan Eren ist im Iran im Gefängnis

Beim Spendenlauf an diesem Sonntag war Serkan Eren in Stuttgart nicht dabei, weil einer dieser Einsätze für ihn zu gefährlich wurde. Im Juni 2025 reiste er in den Iran, um Menschen in Not zu unterstützen. Dort brach zunächst der Kontakt zu ihm ab, dann wurde klar: Er war im Iran verhaftet und später von einem iranischen Gericht zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Seitdem bemühen sich deutsche und türkische Behörden um seine Freilassung.

700 Läufer jeden Alters sind auch für Eren gelaufen

Die rund 700 angemeldeten Läuferinnen und Läufer jeden Alters sind am Sonntag auch für Eren gelaufen, damit das Stelp-Team und die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer das fortsetzen können, was er mit seinen Hilfsprojekten auf den Weg gebracht hat. Wie groß die Unterstützer-Community der Hilfsorganisation inzwischen ist, zeigt die Vielfalt der Teams, die im Stadion Festwiese am Start waren: Unternehmen, die die Projekte kontinuierlich und langfristig unterstützen; Freunde, Bekannte und Einzelpersonen, die bei jeder Aktion selbst mit anpacken; zahlreiche Run Clubs und Lauftreffs nicht nur aus Stuttgart und der Region wie etwa der KesselRUNClub oder Parkrun-Clubs, sondern sogar beispielsweise auch aus Heidenheim.

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Auch Cacao und Timo Hildebrand sind auf der Strecke

50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten am Sonntag dafür, dass die Sportlerinnen und Sportler gut versorgt wurden, egal ob es um die Startnummer, saubere Umkleiden und Duschen oder genug Wasser und andere Getränke ging. Ein DJ legte die kompletten fünf Laufstunden lang für die passende Runner-Musik auf, Physiotherapeuten unterstützten beim Aufwärmen und beim Auflockern nach dem Lauf, dank einer Kinderbetreuung konnten auch Eltern von kleineren Kindern ein paar entspannte Runden drehen. Die älteren Kids liefen sowieso gleich mit.

Bekanntere Menschen spendeten sozusagen ihre Prominenz, um den Lauf zu unterstützen. Der frühere VfB-Torhüter und heutige Gastronom Timo Hildebrand ist mit Serkan Eren befreundet, Mitglied des erweiterten STELP-Vorstands und lief für unterschiedliche Unternehmen in unterschiedlichen Outfits etliche Runden. Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler Cacau wurde auf der Tartanbahn erwartet. Wie viel Geld genau am Sonntag erlaufen wurde, stand erst nach Redaktionsschluss fest. Das Spendengeld fließt direkt in die humanitäre Arbeit der Hilfsorganisation und ermöglicht Projekte wie ganz akut beispielsweise im Jemen, wo ein Team für warme Mahlzeiten in Schulen sorgt, die oft das einzige Essen für die Kinder am Tag sind.