Stuttgart und Umgebung
: Stinkwanzen kommen jetzt in die Häuser – das ist der Grund

Besonders der mittlere Neckarraum ist von der invasiven Marmorierten Baumwanze stark betroffen – warum 2026 ein besonderes „Wanzenjahr" ist.
Von
Michael Maier
Stuttgart
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Stinkwanze 08.09.2026, Ostramondra, Stinkwanze / Randwanze Coreidae auf einer Brombeere zwischen Himbeeren *** Stink bug, September 8, 2026, Ostramondra Coreidae stink bug on a blackberry among raspberries

Die Stinkwanze gilt vor allem als „Gartenschreck“, kann im Herbst aber auch in Wohnungen und Häusern sehr lästig werden – in diesem Jahr besonders.

IMAGO/Karina Hessland
  • Stinkwanzen dringen im Herbst vermehrt in Häuser ein, sobald es kühler und dunkler wird.
  • Besonders betroffen ist der mittlere Neckarraum samt Region Stuttgart mit der Marmorierten Baumwanze.
  • Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum nennt den Start der Suche ab Ende September bei unter neun Grad.
  • 2026 gilt als „Wanzenjahr“ – Wärme verkürzt die Generationszeit und fördert die Vermehrung.
  • Schutz: Insektengitter und Abdichten helfen, Tiere besser mit Glas fangen und nach draußen setzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer in diesen Wochen braune, schildförmige Insekten an Fenstern, Fassaden oder auf dem Balkon entdeckt, wird ihnen in nächster Zeit wohl noch öfter begegnen. Im Herbst strömen Stinkwanzen verstärkt in unsere Wohnungen – und dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Sobald die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, machen sich Wanzen auf die Suche nach einem sicheren Platz zum Überwintern. Viele Arten überstehen den Winter als erwachsene Tiere und brauchen dafür trockene, geschützte Verstecke.

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Stinkwanzen in Häusern in Stuttgart

In der Natur finden sie diese unter Baumrinde oder im Laub – doch auch Häuser in und um Stuttgart bieten zahlreiche geeignete Schlupfwinkel: Mauerritzen, Fensterspalten, Dachböden oder Holzverkleidungen. Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) beginnt diese Suche in der Regel ab Ende September, wenn die Temperaturen unter etwa neun Grad fallen.

Igitt! Eine Wanze krabbelt über den Teppich.

Igitt! Eine Wanze krabbelt über den Teppich.

IMAGO/imagebroker

Wanzenplage in Baden-Württemberg

Für die Region Stuttgart ist die Situation besonders relevant, denn das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) zählt den mittleren Neckarraum neben dem Rheingraben und der Bodenseeregion zu den Gebieten, in denen die Marmorierte Baumwanze – die wohl bekannteste „Stinkwanze" – besonders stark verbreitet ist. Die ursprünglich aus Ostasien stammende Art wurde in Europa erstmals 2004 nachgewiesen und hat sich seitdem kontinuierlich ausgebreitet. Inzwischen ist sie in ganz Deutschland anzutreffen.

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Warum 2026 ein „Stinkwanzenjahr" ist

Nicht jedes Jahr ist gleich. Warme Sommer und milde Witterung begünstigen die Vermehrung der Tiere erheblich. Der Zoologe Manfred Hartbauer brachte es gegenüber dem „Standard“ auf den Punkt: „2026 ist ein Wanzenjahr – Wärme bedeutet, dass sie sich rascher vermehren, die Generationszeit wird kürzer, und unter Trockenheit leiden sie gar nicht so sehr.“ Tatsächlich sorgen zwei Effekte aktuell für den Eindruck einer regelrechten Plage: In günstigen Jahren gibt es schlicht mehr Tiere – und im Herbst sammeln sie sich zusätzlich an denselben attraktiven Orten wie warmen Hausfassaden und Fenstern.

Für Menschen sind Stinkwanzen in der Regel harmlos. Sie sind keine Parasiten und übertragen keine Krankheiten. Lästig werden sie vor allem dann, wenn sie sich bedroht fühlen und ihr charakteristisches Abwehrsekret absondern – daher der Name. Ganz anders sieht es im Obst- und Gemüsegarten aus: Die Marmorierte Baumwanze saugt laut Experten an mehr als 300 Pflanzenarten, darunter Äpfeln, Birnen, Kirschen, Tomaten und Paprika. Die Folgen können Verfärbungen, Verformungen und vorzeitiger Fruchtfall sein.

Wirksamer Schutz gegen Wanzen

Chemische Insektizide sind bei einzelnen Tieren weder notwendig noch empfehlenswert. Wirkungsvoller ist es, Wanzen erst gar nicht ins Haus zu lassen: Engmaschige Insektenschutzgitter an Fenstern und Lüftungsöffnungen sowie das sorgfältige Abdichten von Spalten und Ritzen sind die effektivsten Maßnahmen. Wer ein Tier entdeckt, fängt es am besten vorsichtig mit einem Glas und einem festen Blatt Papier ein und setzt es nach draußen. Wichtig: Nicht zerquetschen und nicht mit dem Staubsauger absaugen – beides kann den unangenehmen Geruch erst richtig freisetzen.