Stricken im Kino in Stuttgart
: Radiomoderatorin Barbara Scherrer strickt im Bollwerk

Stricken im Kino liegt voll im Trend. Am Sonntag klappern im Atelier am Bollwerk die Nadeln – initiiert von der SWR1-Moderatorin und Strick-Enthusiastin Barbara Scherrer.
Von
Theresa Schäfer
Stuttgart
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Stricken im Kino ist ein Trend – hier zum Beispiel in einem Kino in Mannheim.

Christoph Schmidt/dpa

Die kleine Barbara Scherrer hat seinerzeit ihr Strickzeug aus dem Handarbeitsunterricht nicht an die Mama oder die Oma weitergegeben, damit die es zu Ende stricken: „Meine Mutter wäre dafür auch gänzlich unbegabt gewesen“, sagt die Radiomoderatorin. Vielmehr entdeckte sie in der dritten Klasse eine Leidenschaft fürs Leben: Das Stricken.

„Stricken entspannt mich total“, sagt Scherrer, die viele aus dem Radioprogramm von SWR 1 kennen dürften. Früher jobbte sie bei einem Wolle-Hersteller, später arbeitete sie für eine Strickzeitschrift. Seit 2014 hat die Moderatorin in Esslingen auch ein Wollegeschäft, Barbara’s Scherrerei am Hafenmarkt. „Wenn ich nach einer Sendung nach Hause komme, stricke ich gerne noch eine halbe Stunde zum Runterkommen.“

Am Sonntag, 20. Juli, strickt die SWR-Moderatorin in Stuttgart aber in Gesellschaft. Um 15 Uhr, „zur besten Kaffee- und Kuchenzeit“, steht im Atelier am Bollwerk, dem Programmkino am Berliner Platz, zum ersten Mal „Stricken im Bollwerk“ auf dem Programm. Zum französischen Film „Die Barbaren - Willkommen in der Bretagne“ mit Julie Delpy in der Hauptrolle sollen die Stricknadeln klappern. Kaffee und Kuchen gibt es auch.

Stricken im Kino liegt im Trend – in vielen Städten, in Wien und Berlin, aber auch in Mannheim treffen sich regelmäßig vorwiegend weibliche Besucherinnen, um zusammen einen Film zu schauen und dabei ein paar Reihen weiterzukommen am Schal oder dem Pulli. Im April gab es unter dem Motto „Film & Faden“ schon eine Strick-Aktion in den Innstadtkinos in der Bolzstraße.

Barbara Scherrer vor ihrem Wolleladen in Esslingen.

Foto: privat

„Ich habe viel von diesem Trend gelesen und habe dann Simon Erasmus vom Arthaus-Kino angesprochen, ob er sich so was auch vorstellen könnte“, erzählt Scherrer. Die Moderatorin, die sich bei SWR 1 unter anderem auch um das Thema Film kümmert, wird vor der Vorstellung eine kurze Einführung geben, außerdem gibt es für Glückspilze auch Wolle zu gewinnen. „Wir haben extra einen Film gesucht, der genug Dialoge hat, so dass man auch mal kurz wegschauen kann und trotzdem noch mitkommt – bei einem Actionfilm ginge das nicht.“

Geguckt und gestrickt wird im Saal Fellini übrigens nicht komplett im Dunkeln, sondern nur bei gedimmtem Licht, damit niemandem die Maschen verrutschen. Wer nicht strickt oder häkelt, dürfe sich den Film auch einfach so ansehen, sagt die Moderatorin: „Von meinen Freundinnen haben sich auch Nicht-Strickerinnen angekündigt.“ Geplant ist, dass „Stricken im Bollwerk“ künftig einmal im Monat stattfinden soll.

Stricken im Sommer – geht das denn zusammen? Ja, findet Barbara Scherrer: „Wer im Winter einen selbstgestrickten Pulli haben will, muss schließlich rechtzeitig anfangen.“ Was sie selbst am Sonntag im Bollwerk stricken will? „Nichts allzu kompliziertes, sonst kann ich mich nicht auf den Film konzentrieren“ sagt die SWR-Moderatorin. „Vielleicht einen Miniscarf mit einem einfachen Muster.“

Stricken in Gesellschaft

Stricken im Bollwerk
Das DIY-Event beginnt am Sonntag, 20. Juli, um 15 Uhr. Erst gibt es Kaffee und Kuchen, dann wird „Die Barbaren - Willkommen in der Bretagne“ gezeigt. Mehr Infos gibt es im Internet: www.arthaus-kino.de

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