Stuttgart am Meer eröffnet: Sommerfeeling vor dem Stadtpalais

Vor dem Stadtpalais kann man jetzt wieder skaten, abhängen und die Sommerferien genießen.
Lichtgut/Christoph SchmidtLeichter Wind weht über den Vorplatz des Stadtpalais, es ist wärmer als gedacht und der Regen bleibt am Donnerstagabend beim Opening des urbanen Stadtfests „Stuttgart am Meer“ zum Glück aus. Auf dem Balkon unter der stadtbekannten Neonreklame „Tomorrow we were open yesterday“ legt die Stuttgarter Künstlerin Flave auf – elektronische Clubmusik mit lateinamerikanischen Rhythmen.

Auf dem Balkon wird es auch am 6. August nochmal Konzerte und ein DJ-Set geben.
Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt/Christoph SchmidtUnten zieht die Skate-Surf-Rampe die Aufmerksamkeit auf sich: Mit ein bisschen Vorstellungskraft erinnert die wellenförmige Konstruktion an die Eisbachwelle in München – nur eben mitten in Stuttgart und ohne Wasser. Kinder planschen in den beiden flachen Becken daneben, erste Skater fahren ihre Linien über die Rampe. Auf den Treppenstufen vor dem Stadtmuseum sitzen Besucher Schulter an Schulter, andere haben es sich in den Liegestühlen drumherum bequem gemacht. Für erfrischende Drinks ist gesorgt. Es überwiegt eine entspannte Afterwork Stimmung, viele nutzen den Abend nach der Arbeit oder kommen mit der Familie vorbei. Zu späterer Stunde wird es spürbar voller, das Publikum jünger und die Beats vom Balkon nehmen Fahrt auf.
Surfskating als Herzstück
Bis zum 13. September läuft die neue Ausgabe von Stuttgart am Meer. In diesem Jahr dreht sich alles um Surfskating, eine Skateboard-Variante, die sich an den Bewegungen des Wellenreitens orientiert. Herzstück der Installation ist daher auch die große, wellenförmige Rampe. Bei den Workshops dürfen Boards ausgeliehen und direkt ausprobiert werden. Zwei Containerpools, viele Grünpflanzen und schattige Sitzplätze ergänzen den Aufbau und machen den Vorplatz des Stadtpalais für sechs Wochen zu einem Treffpunkt für die bunte Stadtgesellschaft.

Wer noch nicht surfskaten kann, kann an einem der Workshops teilnehmen.
Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt/Christoph Schmidt„Wir haben das Gefühl, dass Stuttgart am Meer für die Daheimbleibenden in den Sommerferien ein wichtiger Ort geworden ist und dass die Kombination aus Urbanität, Urlaubsfeeling und ein wenig Utopie Stuttgart guttut“, sagt Torben Giese, Direktor des Stadtpalais.
Ein dichtes Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm ist auch in diesem Jahr umfangreich. Den Auftakt bildet der Sommermarkt am ersten Augustwochenende: Junge Kreative aus Stuttgart verkaufen handgemachte Produkte von Schmuck bis Mode. Die Balkonkonzerte, die ursprünglich am 1. August stattfinden sollten, wurden wegen Unwetterwarnung auf den 6. August verschoben. Ab 18 Uhr spielen dann Edward Hunt, Smooth Ghul und Yeastweise über dem Vorplatz, ein anschließendes DJ Set von Tizian zum Sonnenuntergang rundet den Abend ab.
Wer selbst aktiv werden will, kann sich an den Surf-Skate-Workshops am 9. und 23. August versuchen. Jeden Sonntag trifft sich hier außerdem die Surf Skate Community zur offenen „Sunday Session“, mittwochs gibt es mit dem Neckarwellen e.V. Surffitness-Training.
Für Kinder und Familien gibt es den Ferienkunst Workshop „Kreativ ahoi! Ferienkunst mit Wasser“ (5.-29. August, Di-Fr für Gruppen, max. 25 Teilnehmende, Anm. erforderlich) und am 30. August von 14-17 Uhr „Stuttgart planscht kreativ“ – ein offenes Mitmach-Angebot für Familien ohne Anmeldung und kostenlos.
Parallel läuft die Ausstellung ‚Barfuß in die grüne Utopie‘: Ein Barfußpfad und eine Entdeckerkarte führen durch das Grüne U – Stuttgarts historische Parklandschaft.
Stuttgart am Meer – mehr als eine Installation
Stuttgart am Meer ist damit nicht nur eine Installation, sondern ein Ort zum Ausprobieren, Entdecken und Zusammenkommen. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter mitspielt – und sich in den kommenden Wochen ein kleines bisschen stillen lässt, was in Stuttgart wohl nie ganz vergeht: die ewige Sehnsucht, die Stadt läge am Meer.
Stuttgart am Meer, Stadtpalais, Konrad-Adenauer-Str. 2, Stuttgart-Mitte, tägl. 10-22 Uhr