Stuttgarter Händler geben Tipps
: Welche Schlösser am besten vor Fahrraddiebstahl schützen

Fahrraddiebstahl kommt auch in Stuttgart regelmäßig vor – doch man kann es Dieben schwer machen. Vom GPS-Tracker bis zum Sieben-Kilo-Schloss: Was wirklich schützt und was unnötig ist.
Von
Elisabeth Remmert
Stuttgart
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Kompakte und teure Fahrradschlösser schützen das Rad am besten vor Dieben.

imago/Schöning

Immer wieder kommt es zu Fahrraddiebstählen in der Stuttgarter Innenstadt. Erst vor kurzem erwischte einer unserer Leser einen Fahrraddieb in flagranti beim Schlösserknacken am Schlossplatz (siehe Video). Für den Fahrradbesitzer war das Fahrradschloss offenbar kein ausreichender Schutz.

Doch wie schützt man sein Fahrrad heutzutage am besten? Welche Schlösser sind wirklich sicher – und wie viel Geld sollte man für ein gutes Fahrradschloss ausgeben? Wir haben bei Stuttgarter Fahrradhändlern nachgefragt.

Große Unterschiede bei Fahrradschlössern

Trotz professioneller Banden, die vor allem in Groß- und Universitätsstädten hochwertige Fahrräder und E-Bikes stehlen, verzeichnet Baden-Württemberg seit Jahresbeginn einen Rückgang der Diebstahlszahlen. Laut Landeskriminalamt liegt das unter anderem daran, dass Besitzer ihre Räder besser sichern – etwa durch stabile Schlösser und das Anschließen von Rahmen sowie Vorder- und Hinterrad.

Beim Thema Fahrradsicherung kommt es stark darauf an, welches Rad man besitzt und wie viel Schutz man tatsächlich braucht. „Im Netz gibt es Millionen Videos, in denen Fahrradschlösser getestet werden. Viele wirken unknackbar – bis jemand mit dem passenden Werkzeug kommt“, erklärt ein Mitarbeiter des Fahrradgeschäfts Transvelo in Stuttgart, der anonym bleiben möchte. Gegen Profis mit einer Flex halte letztlich kein Schloss ewig.

Dennoch gebe es große Unterschiede in Qualität und Widerstandsfähigkeit. Bei einfachen Modellen sei der Widerstand oft gering – manchmal genüge ein kurzer Handgriff, und das Schloss ist offen. Dichtere und härtere Modelle hingegen bieten deutlich besseren Schutz.

Kompakte Faltschlösser sind eine sichere Lösung

Die meistverkauften hochwertigen Schlösser kosten bei Transvelo etwa 100 Euro und sind in verschiedenen Längen erhältlich. Besonders kompakte Faltschlösser gelten als praktische und zugleich sichere Lösung.

Auch das Stuttgarter Fahrradgeschäft Megabike empfiehlt seinen Kunden fast immer Faltschlösser. „Sie gehören zu den sichersten Varianten“, sagt Marvin Gebhardt von Megabike. Bei Leasingrädern wird häufig ein Mindestwert von rund 60 Euro für das Schloss vorgeschrieben, bei E-Bikes werden oft bereits hochwertige Faltschlösser mitverkauft.

Faltschlösser bieten einen guten Schutz.

Foto: picture alliance / dpa-tmn

E-Bikes lassen sich zusätzlich absichern: Etwa mit einem GPS-Tracker, der im Fachhandel eingebaut werden kann und rund 100 Euro kostet. Die Firma Bosch bietet beispielsweise ein Connect-Modul mit App-Steuerung an, über das sich das Rad digital sperren und entsperren lässt – selbst Händler können es dann nicht einfach zurücksetzen.

Trotz aller Technik gilt laut Gebhardt: „Jedes Schloss ist besser als gar keines.“ Vor allem dünne Spiralschlösser ließen sich jedoch sehr leicht knacken – und organisierte Diebesbanden kennen diese Schwachstellen genau.

Marken wie Abus und Kryptonite werden oft empfohlen

„Will man ein fest montiertes Schloss am Fahrrad oder lieber ein mobiles Kettenschloss für die Tasche?“ Diese Frage stellt auch Qasim Butt, Verkäufer im Stuttgarter Fahrradladen Fahrschneller, seinen Kunden regelmäßig. Wichtig sei vor allem, dass das Schloss eine gewisse Stärke und einen gewissen Materialwert habe. „Wir empfehlen Marken wie Abus oder Kryptonite, weil sie für ihre Qualität bekannt sind“, so Butt. „Je schwerer ein Schloss, desto besser der Schutz – leichte Plastikspiralschlösser taugen kaum etwas.“

Im mittleren Preissegment liegen gute Schlösser zwischen 60 und 140 Euro, doch es gibt auch deutlich teurere Modelle. Besonders sichere Ausführungen, etwa für Lastenräder, können bis zu sieben Kilogramm wiegen. „Diebe finden zwar immer Mittel und Wege“, sagt Butt, „aber gerade bei hochwertigen E-Bikes sollte man den Schutz nicht dem Zufall überlassen“. Der Trend gehe immer mehr in Richtung professioneller Auftragsdiebstahl – „da hilft nur, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen“.

Bügel und Kettenschlösser laut Stiftung Warentest

Laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest bieten vor allem hochwertige Bügel- und Kettenschlösser den besten Schutz gegen Fahrraddiebstahl. Testsieger wurde das Abus Granit Super Extreme 2500, das selbst dem Einsatz mehrerer Trennscheiben standhielt – allerdings kostet es rund 300 Euro und wiegt stolze zweieinhalb Kilogramm.

Eine deutlich günstigere, aber ebenfalls sehr sichere Alternative ist das Decathlon Kettenschloss 920 Art3, das in dem Test mit einem Preis von etwa 60 Euro und der Sicherheitsnote 1,6 überzeugte.

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