Stuttgarter Hauptbahnhof: Bundespolizei ermittelt nach ICE-Unfall mit vier Verletzten

Durch den Unfall am Stuttgarter Hauptbahnhof wurden vier Menschen verletzt.
STZN/STZNNach dem Auffahrunfall eines ICE auf einen Prellbock im Stuttgarter Hauptbahnhof ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs. Erkenntnisse zur Unfallursache gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher der Behörde.
Durch den Aufprall wurden am vergangenen Samstag vier Menschen leicht verletzt, darunter auch der Lokführer. Ein Augenzeuge des Unfalls berichtete unserer Redaktion, dass dieser wohl auch hätte schlimmer ausgehen können. „Die Passagiere, die in den Gängen standen um auszusteigen, sind wie Bowling-Pins umgefallen“, sagte er. Es sei „ein Wunder“, dass nicht mehr passiert ist.
Die Ermittlungen der Bundespolizei richten sich laut einem Sprecher zunächst gegen den Lokführer. Das sei das Standardvorgehen in einem solchen Fall. Der Sprecher der Bundespolizei betont: „Das bedeutet nicht, dass man ihm etwas unterstellt.“
ICE-Unfall in Stuttgart: Züge bremsen nicht automatisch
Der ICE war aus München nach Stuttgart gefahren und kaum laut der Bundespolizei im Hauptbahnhof nicht rechtzeitig zum Stehen. Er fuhr gegen einen Prellbock, die Ursache sei noch unklar. Eigentlich sollte der ICE von Stuttgart nach Berlin fahren. Durch die Beschädigungen trat er die Fahrt nicht an.
Ein Bahnsprecher erklärte auf Anfrage, dass die Züge bei der Einfahrt in den Bahnhof nicht automatisch bremsten. Der Lokführer bremse manuell. Eine Art Notbremsung für Kopfbahnhöfe gebe es nicht.
Die meisten Bahnhöfe seien Durchfahrtbahnhöfe. In Baden-Württemberg gebe es neben Stuttgart lediglich einen weiteren Kopfbahnhof und der sei in Friedrichshafen am Bodensee.
Wie es zu dem Unfall gekommen sei, untersuche auch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), so der Bahnsprecher weiter. Unfälle mit Prellböcken seien selten.