Stuttgarts erste Wald-Allmende
: Waldgarten mit Obstbäumen für die Allmende gepflanzt

Mit Blick auf den Klimawandel und Nachhaltigkeit gibt es seit kurzem in Uhlbach ein besonderes Projekt der Essbaren Region Stuttgart. Wer darf dort ernten?
Von
Iris Frey
Stuttgart
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  • Im idyllischen Uhlbach ist bei einem Gemeinschaftsprojekt ein sogenannter essbarer Waldgarten entstanden.

    Uhlbacher Allmenden e.V.i.G.
  • In Uhlbach wurde kürzlich von Aktiven des Vereins Uhlbacher Allmende ein essbarer Waldgarten angelegt. Hier ist die Baustelle zu sehen. Mehrere Tage lang wurde gebaut und gepflanzt.

    /Uhlbacher Allmenden e.V.i.G.
  • Bereits im August wurde die Fläche gesenst und künftige Pflanzstellen mit Mulch vorbereitet. Im Oktober wurden die Keylines vermessen und für künftige Beerensträucher gemulcht.

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  • Hier wurden Pflanzlöcher ausgehoben. Mehr als 30 Bäume und 35 Gehölze wurden hier gepflanzt auf dem Grundstück unterhalt der Finsterklinge 1 in Uhlbach.

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  • Jeder Baum bekam einen kleinen Erdwall hangabwärts. So kann bei Regen und beim Gießen das Wasser langsam einsickern und der Baum bekommt mehr zu trinken.

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  • Auch eine gesellige Aufgabe: bunte Pflanzenbeschriftungen malen.

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  • Die Baugruppe stellt den Eingangsbogen zum Waldgarten fertig. Der Eingangsbogen dient auch als Rankhilfe.

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  • Stück für Stück entsteht hier eine Liege für den Waldgarten.

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  • Die handgefertigte Liege lädt ein, den Waldgarten in Ruhe kennenzulernen.

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  • Die Gruppe, die an diesem Tag im Einsatz war. Jeden Tag hat es variiert.

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  • Holzhäcksel bilden die Wege in dem Garten. Diese laden neugierige Spaziergängerinnen und Spaziergänger ein, genauer hinzusehen. Auf Infotafeln wird das Projekt beschrieben und eingeladen, beim nächsten Pflege- oder Ernteeinsatz mitzumachen.

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  • Die Himbeeren werden sorgsam mit Pappe und Heu gemulcht.

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  • Bei dem essbaren Waldgarten-Projekt können noch weitere Interessierte mitmachen und sich informieren unter uhlbacher-allmenden@ruiseup.net. Auch die Website uhlbacher-allmenden.de informiert.

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Am Anfang hat die Idee gestanden, Verantwortung füreinander und für die Umwelt zu übernehmen und einen so genannten Waldgarten zum Ernten mit Obst und Früchten für die Menschen in der Umgebung zu schaffen. Umgesetzt wurde dieses Projekt über das Netzwerk der Essbaren Region Stuttgart. Momentan gründen die Beteiligten den Verein Uhlbacher Allmenden, wie Carina Hieronymi und Katharina Frenzel erklären. Uhlbacher Allmende bedeutet, dass der Verein eine Fläche pachtet, die wie früher in einer Dorfgemeinschaft allen zur Selbstversorgung dient. Praktisch umgesetzt heißt das: Der Verein hat jetzt ein Grundstück von Familie Hammer in Uhlbach gepachtet, das gemeinschaftlich von den Mitgliedern bewirtschaftet wird und von dem alle etwas abbekommen werden.

30 Freiwillige haben 30 Bäume und 35 Gehölze gepflanzt

Mit vielen Händen und wenig Maschinen sollen künftig auf dem ehemaligen Obstbau-Betrieb der Familie unterhalb der Finsterklinge 1 gemeinsam gesunde Lebensmittel angebaut und dann vor Ort untereinander aufgeteilt werden. Vor Kurzem wurde der gepachtete Garten bei Uhlbach mit zahlreichen Freiwilligen auf etwa 800 Quadratmeter Fläche mit 30 „essbaren“ Bäumen und 35 „essbaren“ Gehölzen bepflanzt. Es ist Stuttgarts erster „essbarer Waldgarten“, wie die Aktiven ihn bezeichnen. Dabei handelt es sich um ein auf 100 Jahre angelegtes gemeinsames Projekt des Netzwerks „Essbare Region Stuttgart“, das sich für Bildung, Ökologie und Gemeinschaft einsetzt.

Das Projekt funktioniert so, dass die gepachtete Fläche von dem Verein bewirtschaftet wird. Die Vereinsmitglieder pflegen den Waldgarten und ernten dort gemeinsam ihr Obst und ihre Früchte. Der Garten steht zudem der Öffentlichkeit als Bildungsstätte zur Verfügung. In der Allmende sollen „Menschen darüber entscheiden können, unter welchen Bedingungen gesunde Lebensmittel angebaut und gerecht geteilt werden, trotz oder vielleicht gerade wegen der Klimakatastrophe“, sagt Katharina Frenzel, eine Studentin der Agrarwissenschaften und Koordinatorin der Aktionstage.

Wiese unterhalb der Finsterklinge 1

Im diesem Waldgarten wurde nun eine große Vielfalt an Baumarten gepflanzt, darunter Kornellkirsche, Apfel, Kiwi, Feige, Haselnuss, Quitte, Birne, Maronenbäume und Ölweiden als Stickksoffsammler sowie eine Winterlinde als Gemüsebaum, deren Früchte zwischen Juni und August geerntet werden können, essbar sind und wertvolle Fette liefern. Auch Jostabeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Honigbeeren, schwarze und rote Johannisbeeren sowie Kräuter gibt es hier. Die Aktiven wollen zeigen, was in hiesigen Breiten gedeihen kann. „Wir wollen mit dem Waldgarten auch dafür sensibilisieren, dass wir umgeben sind von essbaren Früchten und Nüssen und die Menschen oft einfach nur zugreifen müssten“, sagen sie. Die Beteiligten lernen, wie sie hier Lebensmittel selbst anbauen und verarbeiten können. Sie werden dann vor Ort nach der Ernte untereinander geteilt.

Finanziert über Förderprogramme und das Netzwerk

Finanziert wird das Projekt bislang von den Vereinen und Initiativen des Netzwerks Essbare Region Stuttgart. Das Anlegen des Waldgartens wurde unter anderem über das Förderprogramm Urbanes Grün der Stadt Stuttgart finanziert. Die Begleitveranstaltungen zu den Aktionstagen wurden mit Mitteln der Allianz für Beteiligung gefördert. Darüber hinaus wird das Projekt durch ehrenamtliche Arbeit getragen. „Die Aktionstage Ende November sind ein voller Erfolg gewesen“, berichten Carina Hieronymi und Katharina Frenzel. Die gemeinsame Verantwortung sei gestärkt worden und viel Wissen in Workshops über Pflanzungen und Pflege weitergegeben und geteilt worden. Die Gemeinschaft kann sich nun in dem Garten weiter entfalten.

Weitere Interessierte können bei dem Projekt in Uhlbach mitmachen. Der Verein, der sich für Vielfalt einsetzt, freut sich über eine weitere Projektbeteiligung. Interessierte melden sich unter uhlbacher-allmenden@riseup.net. Weitere Infos gibt es im Internet unter der Adresse: uhlbacher-allmenden.de

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