Stuttgarts Kulturamtsleiter Gegenfurtner:: „Galerien sind wesentlicher Baustein im Gesamtmosaik Stuttgarts“

Klare Worte: Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner
FFT/FFTWer an einem Jubiläumsabend ein Grußwort spricht, bringt meist viele gute Wünsche und den abgesicherten Blick auf vergangene Höhepunkte mit. Stuttgarts Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner hat am Samstagabend im Stadtpalais anderes im Sinn.

Geht an diesem Sonntag, 22. September, weiter: Galerienrundgang Stuttgart
Foto: ForstbauerJa, die Glückwünsche zum 25-Jahr-Jubiläum des Galerienwochenendes Stuttgart hat er auch im Gepäck. Zuvor aber sagt er Sätze, die man über Jahre nur als Forderung an die Stadt und an die Privatgalerien in Stuttgart gehört hat. Gegenfurtner macht offenbar nun lieber selbst Tempo.
Es gehe darum, sagt Gegenfurtner, die Netzwerke der Kunst in der Stadt noch sichtbarer zu machen, die Sichtbarkeit der Verbindung von Künstlerinnen und Künstlern, Galerien, Institutionen, öffentlichen Ausstellungsräumen und Off-Spaces – schlicht Allen, die mit dem Thema Kunst zu tun haben. Zu „schaffen und zu stärken“ sei, „in der ganzen Stadt einen Nährboden, auf dem sich Kunstschaffende und Kunstliebende gerne bewegen“, sagt Gegenfurtner – „deswegen plädiere ich für eine stärkere Vermittlung dieser Konstellationen“.
Von Zweifeln hält Marc Gegenfurtner wenig. „Ich bin überzeugt“, sagt er, „dass viele Menschen mehr sehen und mehr wissen wollen“. Und er legt eine Forderung nach: „Als Kunststadt“, sagt er „haben wir in der Vermittlung noch deutlich Luft nach oben, obwohl wir alles haben, was es dafür braucht“. Die Rolle der Privatgalerien? „Galerien“, sagt Stuttgarts Kulturamtsleiter, „sind ein wesentlicher Baustein im Gesamtmosaik einer Stadt“.
Auf eigene Weise kommentiert Marc Gegenfurtner im Stadtpalais auch die Stuttgarter Neigung, Kunst und Kultur gerne in anderen Städten zu erleben. Stuttgart sei vielen „eine Lebensmittelpunktsetzung wert“ – „daher“, so Gegenfurtner, „müssen wir die Schätze der Stadt gemeinsam mehr sichtbar machen“. Immer wieder geäußerte Kritik an der Stadt verwandelt er dann in eine Forderung: „Wir haben so viel, und wir zeigen es so wenig.“ Das „gemeinsame Zeigen oder Zeigen von Gemeinschaft“ brauche jedoch mehr als ein Galerienwochenende – und so plädiert Marc Gegenfurtner für ein Ereignis „länger als ein Wochenende mit mehr Akteuren und erweiterten Formaten“.
Geöffnet
An diesem Sonntag, 22. September, geht der Galerienrundgang Stuttgart weiter. Geöffnet sind die 21 teilnehmenden Galerien von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos
Führungen
Um 11 Uhr startet eine E-Bike-Tour an der Galerie Ab Art (Räume im Studio Sigmaringerstraße 57 A), anmelden kann man sich unter kontakt@art-alarm.de. Um 13 Uhr beginnt eine Tour bei Andreas Henn Kunsthandel Galerie (Wagenburgstraße 4), und ebenfalls um 13 Uhr beginnt eine Tour bei Galerie Michael Sturm (Christophstraße 6).