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Tag des Denkmals in Stuttgart und der Region: Diese besonderen Orte öffnen am Wochenende ihre Pforten

Der Kriegsbergturm im Stuttgarter Stadtteil Relenberg ist am Tag des Denkmals geöffnet und lockt mit einer fantastischen Aussicht auf die Stadt.

Die vom chinesischen Architekten Chen Kuen Lee geplanten Kettenhäuser im Korinnaweg 52 sind von 10.30 bis 18 Uhr geöffnet. Sie wurden 1964 vom Gartenarchitekten Adolf Haag als Anlage für Mitarbeiter seiner Baumschule erbaut und beinhalten Sozialräume, drei Wohneinheiten mit zwei Reihenhaustypen und eine eingeschossige Wohnung. Geöffnet von 10.30 bis 18 Uhr. Es gibt halbstündige Führungen durch den Architekten Hans-Joachim Kraft; die erste beginnt um 11 Uhr. Anmeldung: Telefon 0177 3930807 oder per Mail unter kraft.hans-joachim@t-online.de
Stiftung Denkmalschutz/Peter Traub
Die Liederhalle in Stuttgart bietet nicht nur Architekturführungen am Tag des Denkmals. Sie lüftet auch das Geheimnis der mit Blattgold verzierten Tür zum Beethovensaal. Der Enkel des Künstlers Erich Renz stellt bei einer Führung um 14 Uhr die goldene Tür vor, erzählt vom Entstehungsprozess sowie Anekdoten. Sonst verborgen hinter einer Lamellenwand, sind auch die mehr als 6000 Pfeifen der Konzertorgel von 1956 zu entdecken – akustisch erlebbar macht sie Orgelspieler Fabrizio Scire. Die Führung dauert 60 Minuten, Anmeldung erforderlich unter: info@liederhalle-stuttgart.de
KKL/Georg Kludsky
Das Haus im Hinterhof der Weißenburgstraße 35 ist eigentlich ein Industrie-Denkmal, 1845 wurde es als Gießerei für den Erz- und Kunstgießer Wilhelm Pelargus erbaut. Jahr 1851 stockte es der Architekt Wilhelm Linck zu einem zweigeschossigen Bau auf. Bei Führungen (13, 14.30 und 16 Uhr) mit der Denkmalschützerin Ellen Pietrus lernen Besucher die Geschichte der Gießereidynastie Pelargus am ehemaligen Firmensitz kennen. Anmeldung ist erforderlich per Mail an: denkmaltag2023@stuttgart.de
Stiftung Denkmalschutz/Tschogibussi
Das in der Stafflenbergstraße 66 gelegene Haus der Burschenschaft Hilaritas wurde 1903 von Heinrich Jassoy gebaut. Er ist der Baumeister, der auch das alte Stuttgarter Rathaus entworfen hat. Seither ist es Sitz der Burschenschaft, in der auch Jassoy Mitglied war. Da der Baustil dem alten Stuttgarter Rathaus ähnelt, wird das Haus bis heute auch als Kleines Rathaus oder Drachenschlössle bezeichnet. Es gibt Führungen im Halbstundentakt von 11 bis 15.30 Uhr.
Lichtgut/Julian Rettig
Als eine der ersten öffentlich zugänglichen Sternwarten in Deutschland wurde die vom Verein Schwäbische Sternwarte e.V. betriebene Sternwarte auf der Uhlandshöhe in Stuttgart bereits 1922 eröffnet. Der über 100 Jahre alten Zeiss-Refraktor der großen Kuppel und moderne Instrumente werden bei Führungen von 13 bis 17 Uhr erläutert.
Lichtgut/Zophia Ewska
Der Kriegsbergturm, an der Ecke von Eduard-Pfeiffer-Straße und Am Kriegsbergturm gelegen, bietet von einem vorbildlich restaurierten Kulturdenkmal schöne Aussichten auf den Stuttgarter Stadtkessel. Er wurde im Auftrag des Verschönerungsvereins Stuttgart 1895 nach Plänen des Architekten Carl Weigle errichtet. Wie ein altes Burgfragment zeigt er romanische und gotische Bauformen. Geöffnet ist er zum Tag des Denkmals von 11 bis 17 Uhr.
Lichtgut/Achim Zweygarth
Die spätgotische Cannstatter Stadtkirche am Marktplatz 1 wird derzeit saniert. Erstmals beteiligt sich die Stadtkirche am Tag des offenen Denkmals. Dekan Eckart Schultz-Berg und Stadtkirchen-Pfarrer Alexander Stölzle starten um 11 Uhr mit einem Baustellen-Gottesdienst. Ab 12.30 Uhr gibt es verschiedene Führungen durch Geschichte und Geschichten zur Stadtkirche aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Die Führungen dauern jeweils etwa 30 Minuten, es bedarf keiner Anmeldung, und sie sind kostenlos. Weitere Infos unter www.stadtkirche-bad-cannstatt.de.
Lichtgut/Max Kovalenko
Hohenheim ist wohl die einzige Universität, die einen eigenen Friedhof hat. Seit 1853 ist er die letzte Ruhestätte für Bedienstete der Uni. Am Tag des offenen Denkmals stellt das Team der Hohenheimer Gärten dieses in abendländischer Tradition angelegte, historisch kostbare Juwel vor. Die Führung dauert von 11 bis 12.30 Uhr. Im Gegensatz dazu gehört der Landschaftsgarten zu den jüngeren Highlights auf dem Uni-Gelände. Am Hang des Körschtals gelegen wächst er auf einer Fläche von 7,4 Hektar. Bei der Führung können Besucher botanische Kostbarkeiten entdecken. Los geht es um 14 Uhr. Treffpunkt ist an der Bank am Monopteroshügel. Zeitgleich findet der Hohenheimer Feldtag statt. Das Deutsche Landwirtschaftsmuseums zeigt seine 20 Tonnen schweren und 250 PS starken Dampfpflüge in Aktion. Das Programm rund um das Museum an der Filderhauptstraße 179 dauert von 10 bis 16 Uhr.
Rüdiger Ott
Im „Hotel Silber“ steckt in Stuttgart eine wechselvolle Geschichte. Der Tag des offenen Denkmals ist eine gute Gelegenheit, sie zu ergründen. 1928 zog die Polizei in das einstige Hotel ein. Von 1933 bis 1945 war es Sitz der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Später entstand in dem einstigen Ort des NS-Terrors dank engagierter Bürger ein Ort des historisch-politischen Lernens und der Begegnung, der mit dem Haus der Geschichte eng verbunden ist. Eine kostenfreie Führung am Sonntag um 16 Uhr zeichnet diese Etappen nach. Treffpunkt ist im Foyer des Erinnerungsorts „Hotel Silber“. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 7. September unter veranstaltungen-hs@hdgbw.de
Lichtgut/Leif Piechowski
Wer schon oft die schöne Fassade des Gründerzeithauses in der Marienstraße 37 bewundert hat, darf sich freuen: Bei Führungen ist das Denkmal am Sonntag von innen zu erleben. 1873 hat der Architekt J. W. Braunwald das Gebäude im damals angesagten Stil der italienischen Hochrenaissance-Palazzi gebaut; innen locken ein Deckenfresko, figürlicher Stuck, Intarsienparkett, Dachterrasse und Gewölbekeller, im Garten steht ein gusseiserner Pavillon. Führungen gibt es von 10 bis 14.15 Uhr.
Abbildung: Klaus Brenner
Auch in diesem Jahr kann das Garnisonsschützenhaus am Dornhaldenfriedhof in Stuttgart besichtigt werden. 1880 entstand es auf dem Gelände des Militärschießplatzes als Wachgebäude mit Aufseherwohnung. Zur im „Schweizerstil“ errichteten Anlage zählte eine Anzahl von Hilfsgebäuden, darunter Pferdestall, Waschküche und Geräteschuppen. Von 10 bis 17 Uhr werden Führungen angeboten.
Dieter Raith
Kaum ein anderer Kirchenbau in Württemberg ist so eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden wie die Ludwigsburger Friedenskirche. Am Denkmaltag ist sie von 11 bis 17 Uhr offen, im Mittelpunkt steht die Walcker-Orgel, für deren Renovierung Geld gesammelt wird – mit kurzen Konzerten, Einblicken und der Gelegenheit, selbst einmal kurz auf der Orgel zu spielen. Unter anderem können Besucher auch den Turm besteigen und Ludwigsburg von oben sehen.
Werner Kuhnle
„Angetreten“ heißt es, wenn um 11 Uhr Marius Hubel als Friedrich Wilhelm Beyhl, Offizier der Torwache in der Zeit um 1848, zum Appell auf dem Hohenasperg ruft. Beim Gang durch die Kasematten entlang des Walls und im Schubartturm plaudert Beyhl aus der Geschichte des Gefängnisses und der Garnison, von überzeugten Freiheitskämpfern und von in Ungnade gefallenen Günstlingen der Herzöge. Zum Führungstermin muss man sich unter Telefon 0152 37668215 oder Email: mariushubel@web.de anmelden. Weitere Führungen auf dem Hohenasperg gibt es um 14 Uhr mit Michael Deuß (Telefon 0163 8529601, Email micha.deuss@web.de), ebenfalls um 14 Uhr speziell für Kinder ab acht Jahren mit Markus Deutsch (Telefon 07141/ 260538, E-Mail: mrj.deutsch@arcor.de) und um 15 Uhr im Museum Hohenasperg mit einem Überblick über die Inhaftierung vom Absolutismus bis zur Gegenwart. Führung und der Museumseintritt sind frei. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
privat
Eines der Highlights in Esslingen ist die Vorstellung der schmucken Altstadt. Um 11.30 und um 14 Uhr bietet Christine Keinath, Architektin, Stadtplanerin und Mitglied im Geschichts- und Altertumsverein, eine Führung mit Start am Marktplatz an. Es geht laut Programm um die Frage: „Was macht die Esslinger Altstadt aus?“. Behandelt wird die Stadt als ein Stück europäischer Lebens- und Kulturgeschichte mit Themen wie Stadtraum, Vielfalt, Dichte, Nachhaltigkeit, Vergangenheit und Zukunft.
Roberto Bulgrin/bulgrin
Kirchheim lädt von 11 bis 15.30 Uhr in sein ehrenamtlich geführtes Feuerwehrmuseum in der Henriettenstraße 84 ein. Auf 780 Quadratmetern Fläche werden laut Veranstalter weltweit einzigartige Exponate zur historischen Feuerwehrtechnik wie eine Magirus-Dampfspritze von 1908 gezeigt. Einmalig sei auch das Hansa-Lloyd-Löschfahrzeug von 1937 aus dem Hause Borgward. Alte Feuerwehrausrüstungen bilden einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung.
Johannes Fischer/privat
Die Siechenhauskapelle, eines der ältesten Bauwerke in Waiblingen und eine der wenigen noch erhaltenen Kapellen dieser Art, ist nur sehr selten geöffnet. Am Tag des offenen Denkmals kann man das Gebäude aus dem Jahr 1473 in der Beinsteiner Straße 41 besichtigen. Zwischen 11 und 16.30 Uhr werden im Halb-Stunden-Takt Führungen angeboten. Die kleine Kapelle diente als Gotteshaus für die im benachbarten Siechenhaus untergebrachten Leprakranken, die aus der Stadtgesellschaft ausgeschlossen waren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kirchlein auch als Vereinsheim, Wasch- und Schießhaus, als Aufbahrungsstätte für Selbstmörder und Treffpunkt der Hitlerjugend genutzt.
Gottfried Stoppel
Vor 15 Jahren ist in der Hahnschen Mühle in der Schorndorfer Mühlgasse 28 zum letzten Mal Mehl gemahlen worden. Der Eigentümer und Müllermeister Jochen Hahn will das rund 130 Jahre alte Ensemble aus Mühlengebäude, Scheune und Siloturm erhalten und lädt Besucher am Tag des Denkmals zu einem Rundgang ein. Von 11 bis 18 Uhr kann man das Getreidesilo besichtigen. Um 11 Uhr gibt es eine Führung unter dem Titel „Umbau hat Tradition. Auf den Spuren der Interventionen“, um 13.30 Uhr beginnt eine weitere Führung zu den Behausungen der Hahnschen Mühle. Von 15 Uhr an präsentiert die Schauspielerin Leslie Roehm bei der musikalischen und theatralischen Lesung „Müllers Lust und Müllers Frust“ Texte über Mühlen, die viel mit der Arbeit der darin wirkenden Frauen zu tun haben.
Gottfried Stoppel
In Weissach können die Fans des Feurigen Elias auf ihre Kosten kommen: zu erleben ist der denkmalgeschützte Hohenzollernzug. Die Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen Stuttgart (GES) öffnet die Tore ihrer Eisenbahnwerkstätte in der Bahnhofstraße. Die Besucher können hinter die Kulissen der Museumsbahn blicken. Im Rahmen von laufenden Führungen zwischen 11 und 17 Uhr wird der Hohenzollernzug gezeigt. Der Oldtimer Club Weissach ergänzt die Ausstellung mit historischen Fahrzeugen.
Simon Granville/Simon Granville
„Nachts im Museum“ heißt es bereits am Samstagabend von 19 bis 23 Uhr im Heimatmuseum Malmsheim, Merklinger Straße. Musikalisch gestaltet wird der Abend von der Band Razz Fazz Jazz aus dem Raum Calw.
Simon Granville
Das ehemalige Offizierscasino, in dem sich heute das „Firehouse“ der amerikanischen Armee in Böblingen befindet, öffnet am Sonntag seine Pforten für Besucher. Das Gebäude in der Waldburgstraße 104 wurde zwischen 1936 und 1938 erbaut und wurde einst von der deutschen Wehrmacht genutzt.
Eibner-Pressefoto/Sandy Dinkelacker
Die beliebten historischen Pirschgänge im Böblinger Stadtwald können Interessierte bei einer zweistündigen Wanderung mit dem Archivar Daniel Pfeifer und dem Bundesförster Andreas Ganz erkunden. Die Pirschgänge liegen auf dem Gelände der in Böblingen stationierten US-Streitkräfte und sind nur im Rahmen von besonderen Führungen zugänglich. Die Plätze sind rar – denn die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Die Anmeldung ist per Mail möglich: reservierung@boeblingen.de (Betreff: Pirschgänge).
Stefanie Schlecht