Terre-des-Hommes-Gründer ist tot
: Lutz Beisel gründete Terre des Hommes in der Waldorfschule

Die Fotos verletzter und elternloser Kinder im Vietnamkrieg erschütterten ihn. Also gründete Lutz Beisel 1967 in Stuttgart den deutschen Ableger von Terre des Hommes. Nun ist er in Tuttlingen gestorben.
Von
Theresa Schäfer
Stuttgart
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Gruender von Terre des Hommes.

Lutz Beisel, der Gründer von Terre des Hommes, im Jahr 2017.

PPfotodesign/Leif Piechowski
  • Terre des Hommes Deutschland trauert: Gründer Lutz Beisel starb Ende Juni in Tuttlingen.
  • Er gründete 1967 in Stuttgart den deutschen Ableger nach Bildern des Vietnamkriegs.
  • Beisel prägte die Organisation jahrzehntelang, er erhielt 2018 das Bundesverdienstkreuz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die deutsche Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes nimmt Abschied von ihrem Gründer: Lutz Beisel starb bereits Ende Juni in Tuttlingen, wie der Verein nun mitteilte. „Mit seinem Engagement und seiner Entschlossenheit hat er eine der bedeutendsten Kinderrechtsorganisationen Deutschlands ins Leben gerufen und über Jahrzehnte geprägt“, schrieb die Terre des Hommes-Gruppe Stuttgart in einer Mitteilung. Beisel sei nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 89 Jahre alt.

Beisel hatte Terre des Hommes Deutschland 1967 in Stuttgart gegründet – erschüttert von den Bildern unzähliger Kinder, die im Vietnamkrieg verletzt oder elternlos geworden waren. Gemeinsam mit rund 40 Mitstreiterinnen und Mitstreitern rief der Vater von drei Kindern damals den deutschen Ableger der Kinderrechtsorganisation in der Waldorfschule Uhlandshöhe ins Leben, um diesen Kindern medizinische Hilfe und Schutz zukommen zu lassen.

„Als die Bilder des Vietnamkriegs über die Medien auch in die deutschen Wohnzimmer kamen, war ich erschüttert“, sagt Beisel vor ein paar Jahren unserer Zeitung, „ich spürte, da kann man doch nicht einfach zuschauen. Da muss man was unternehmen.“ Inspiriert hatte ihn das Beispiel des Schweizers Edmond Kaiser, der Terre des Hommes ein paar Jahre zuvor in Lausanne gegründet hatte.

Bereits wenige Monate später wurden die ersten Kinder nach Europa ausgeflogen und in Deutschland versorgt. Lutz Beisel erinnerte sich später, wie am Heiligen Abend 1968 im Schneeregen zwei Maschinen mit verletzten vietnamesischen Kindern an Bord am Echterdinger Flughafen landeten. Im Viktor-Köchl-Haus und im Olgahospital wurden sie untersucht.

Träger des Bundesverdienstkreuzes

1968 entstand in Stuttgart die erste Geschäftsstelle des Vereins, ein Jahr später wurde in Osnabrück die Bundesgeschäftsstelle eröffnet. Beisel, eigentlich gelernte Schriftsetzer, war bis 1979 dort Geschäftsführer. „Unter seiner Mitwirkung etablierte sich Terre des Hommes Deutschland als wichtige Stimme für Kinderrechte weltweit“, heißt es in der Mitteilung weiter. Für sein Engagement wurde Beisel vielfach ausgezeichnet, 2018 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Stuttgarter Gruppe, die Beisel an der Uhlandshöhe gründete, gibt es immer noch. Zuletzt setzte sie sich zum Beispiel dafür ein, dass die Landeshauptstadt einen Platz für Kinderrechte erhält. „Lutz Beisel war in den vergangenen Jahren noch ab und zu in Stuttgart“, sagt Angelika Schiffer von Terre des Hommes Stuttgart. Auch als die Kinderrechtsorganisation 2017 ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Beisel habe aus einer tiefen humanitären Überzeugung heraus gehandelt, so Schiffer. „Sein Vermächtnis wird in der Arbeit von Terre des Hommes Deutschland und im Engagement vieler Menschen weiterleben.“

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