Theater Rampenlicht mit neuer Produktion
: Kirchenchor will keine Kirchenlieder mehr singen

Zu seinem 40. Geburtstag zeigt sich das Theater Rampenlicht im Möhringer CVJM-Heim von seiner gesanglichen Seite mit dem Stück „Wie im Himmel“.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Kirchenchor oder was? – Probenszene aus „Wie im Himmel“ im Möhringer CVJM-Heim

/Marcus Koepple

Das Team des Theaters Rampenlicht im Möhringer CVJM-Heim besteht aus wahrhaft theaterbegeisterten Menschen. Das zeigt sich schon an der Auswahl der Stücke, mit denen sie seit inzwischen 40 Jahren im jährlichen Wechsel auf die Bühne gehen. Das können Klassiker sein, aber auch Stücke, mit denen die Spielerinnen und Spieler über den Tellerrand schauen. Dazu gehört zum Beispiel die frühere „Dirty dishes“-Produktion, die im Theaterhaus für Rekordbesuche sorgte, oder aus dem Stuttgarter Staatsschauspiel die freche Sicht auf die eigentlich ziemlich mottige Operette „Zum weißen Rössl“. Aber es gibt auch Abstecher ins gruslig-kriminologische Fach mit der Romanadaption „Tannöd“.

Jetzt für das 40-Jahr-Jubiläum hat sich das Theater Rampenlicht wieder eine Herausforderung vorgenommen: „Wie im Himmel“ ist ein Stück mit viel Musik, aber eigentlich kein Musical, sondern ein Stück über einen Kirchenchor, der genug davon hat, Kirchenlieder zu singen. Hinzu kommt ein berühmter Dirigent, der schwer krank im fortgeschrittenen Alter noch mal in sein Heimatdorf zurückkehrt und auf eben diese Truppe trifft.

Schauspieler mit Chorerfahrung

Das Stück wurde zwei Jahre lang sehr erfolgreich bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall auf der großen Treppe aufgeführt, mit großem Showaufwand und großem Orchester. Das lässt sich natürlich nicht eins zu eins auf die Bühne des CVJM-Heims in Möhringen in der Leinenweberstraße übertragen, aber die Herausforderung bleibt: „Wir zeigen uns da mehr denn je von unserer musikalischen Seite“, sagt Volker Hühn, ein Rampenlicht-Mann der ersten Stunde, „es gibt hier sowohl Chorpassagen als auch Sologesang“. Und eine Begleitung mit Livemusik, dazu viele Effektapparaturen, also Licht, Klang und Geräusche. Denn ein aufwendiges Bühnenbild ist in diesem Rahmen gar nicht möglich, Andeutungen und die Imaginationskraft der Darsteller müssen genügen. „Bühnenbilder sind ja nie realistisch, bei uns geht das schon gar nicht, deshalb begnügen wir uns mit Anspielungen“, erzählt Hühn. „Dafür ist die Präsenz der Schauspieler sehr wichtig, die dann das Stück transportieren“. In diesem Jahr kommen vor allem jene Akteure hinzu, die eine gesangliche Ader haben, darunter auch einige mit Chorerfahrung.

Die meisten der etwa 20 Theaterleute sind schon seit vielen Jahren dabei, neun sind sogar Mitglieder der ersten Stunde. „Wir achten schon auf Abwechslung. Es soll keinen geben, der vor allem auf Verbrecher, junger Liebhaber oder etwas anderes spezialisiert sein soll“, berichtet Hühn. Überhaupt wird viel gewechselt: Schauspieler auf der Bühne werden auch mal Regisseure oder Spielleiter vor und hinter der Bühne.

Die Qual der Wahl

Allein die Auswahl der Stücke ist mitunter eine knifflige Angelegenheit, denn bei vielen Stücken gibt es erheblich mehr Männer- als Frauenrollen. Die ersten beiden Vorstellungen sind bereits ausgebucht. 100 bis 120 Besucher passen in den CVJM-Saal, für die Gäste ist das Theatervergnügen kostenlos. Weitere Aufführungen sind am 21. und 22. November sowie am 6. und 7. Dezember. Für den 14. November gibt es noch Restkarten. Weitere Aufführungen sind aber nicht geplant, denn: „Wir sind ja alles Leute, die noch einem Beruf nachgehen. Da sind Grenzen gesetzt“. Und Hühn erinnert sich: „Wir haben auch schon mal eine Wiederaufnahme gehabt im Frühjahr. Aber die Proben bis dahin haben sich als sehr zäh herausgestellt. Und zeitlich hat uns das zurückgeworfen mit Blick auf die nächste Produktion.“ Denn ein Jahr geht schon drauf, bis aus den Proben eine bühnenreife Aufführung wird.

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