Tote Stuttgarter 2024
: Menschen, welche die Stadt schmerzlich vermissen wird

2024 musste Stuttgart Abschied von vielen herausragenden und bekannten Persönlichkeiten nehmen. An dieser Stelle wollen wir noch mal an sie erinnern.
Von
Sascha Maier
Stuttgart
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  • Die Stuttgarter Boxerin Alesia Graf verstarb viel zu früh mit nur 43 Jahren. Der völlig unerwartete Tod der Weltmeisterin erschütterte nicht nur die Sportwelt und hat eine große Lücke hinterlassen.

    Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
  • Stephan Dabbert, der beliebte Rektor der Uni Hohenheim, ist nach schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren Anfang Oktober gestorben. Dabbert wurde zwei Mal im Amt bestätigt, auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann hob seine Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Stuttgart hervor.

    Foto: Universität Hohenheim / Jan Winkler/Jan Winkler
  • Ute Frühwirth, auch bekannt als Stuttgarts „Tango-Queen“, wurde 86 Jahre alt. Im Oktober 2024 sei sie „friedlich eingeschlafen“, wie Freunde mitteilten. 1983 veranstaltete sie in der Rosenau ihre erste Milonga – so nennt man Tango-Abende in Argentinien. Sie betrieb eine Tango-Schule in Stuttgart und veranstaltete zahlreiche Events.

    Susanne Kern
  • Der frühere Daimler-Chef Edzard Reuter starb Ende Oktober, er wurde 96 Jahre alt. Er stand dem Konzern, der Stuttgart weltberühmt gemacht hat, von 1987 bis 1995 vor. Mit unkonventionellen Gedanken eckte er teils in Wirtschaftskreisen an, galt als Visionär, der nicht alle seine Ideen durchsetzen konnte. Reuter war SPD-Mitglied, schrieb Bücher, gründete eine Stiftung und bleib auch sonst sehr rührig.

    IMAGO/United Archives/IMAGO/United Archives/Sven Simon
  • Der viel zu frühe Tod des Luca S. in Esslingen erschütterte nicht nur seinen Wohnort Esslingen, sondern auch Stuttgart. Vor allem die Umstände des Todes des umtriebigen 31-Jährigen, der mutmaßlich nach einem Mietstreit erschossen wurde, lösten Bestürzung aus. Luca S. war glühender Kickers-Anhänger – der Verein widmete ihm nicht nur mehrere Siege, Anhänger sammelten auch über 20.000 Euro an Spenden für die Hinterbliebenen.

    STZN/privat
  • Mit Wolfgang Schüler ist im April des Jahres dagegen einer verstorben, der den Kickers als Profi im Gedächtnis bleiben wird. Vor allem der Treffer zum 2:0 gegen den FC Bayern München 1989 macht den Fußballer für den Klub in Degerloch unsterblich. Schüler wurde 66 Jahre alt.

    Pressefoto Baumann/Pressefoto Baumann
  • Ihm verdankt der Mercedes-Versuchssportwagen C111 seine Form: Mercedes-Chefdesigner Bruno Sacco starb im Alter von 90 Jahren in Sindelfingen. Er prägte eine Generation Fahrzeuge mit glatten Flächen und klaren Formen.

    Mercedes-Benz AG/Mercedes-Benz AG - Mercedes-Benz
  • Der Stuttgarter Kunstaktivist Harry Walter starb im September im Alter von 70 Jahren. Ob beim Künstlerhaus oder dem Stuttgarter Observatorium urbaner Phänomene – Walter hatte bei vielen Projekten seine Finger im Spiel.

    Achim Zweygarth
  • Charlotte Kretschmann war bis zu ihrem Tod am 27. August 2024 zeitweise die älteste lebende Frau im gesamten deutschsprachigen Raum. Sie wurde unglaubliche 114 Jahre alt. Nach dem Krieg fand sie ihren Mann in Stuttgart wieder, ab 2014 lebte sie in Kirchheim unter Teck.

    dpa/Julian Rettig
  • Das Stuttgarter Nachtleben reagierte geschockt, als die Nachricht die Runde machte: Rainer Frankfurth ist tot. Der Inhaber der Boa, der ältesten Diskothek der Stadt, wurde nur 61 Jahre alt. Nach Angaben seines Umfelds starb er eines natürlichen Todes – im Urlaub in Ecuador. Frankfurth, bekannt für seinen feinen Humor, wurde im September auf dem Pragfriedhof beerdigt. Der 23-jährige Henrik Biegger, der vorher Serviceleiter war, will die Boa weiterführen.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Oskar Müller, der frühere Chef der Uhu-Bar in der Altstadt, wurde 86 Jahre alt. Im Juli machte die Nachricht über seinen Tod die Runde – der teils etwas kauzig auftretende Wirt galt als eines der prominentesten Gesichter des Viertels und führte ein bewegtes Leben, dessen Geschichten wahrscheinlich Bücher füllen könnten.

    Andreas Engelhard/Andreas Engelhard
  • Nachdem Fußballtrainer Christoph Daum im August im Alter von 70 Jahren gestorben war, wurde er in Köln beerdigt. Wir wollen ihn hier dennoch erwähnen, denn auch Stuttgart hat er seinen Stempel aufgedrückt: Und zwar beim VfB, den er 1992 zur Deutschen Meisterschaft führte.

    imago images/Fotostand/Fotostand / Weller via www.imago-images.de
  • Auch Nationalspieler Andreas Brehme hatte eine Station in Stuttgart – seine letzte als Trainer in den Jahren 2005 und 2006, als Giovanni Trapattonis Co-Trainer. Brehme, der Weltmeister von 1990, verstarb im Februar im Alter von nur 63 Jahren infolge eines Herzstillstands.

    imago images/Sportfoto Rudel/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel
  • Manfred Naegele war ein Urgestein des Süddeutschen Rundfunks (SDR), Vorgänger des SWR und dort langjähriger Kulturchef. Eigentlich war Naegele Notar, bevor er quer in den Journalismus einstieg und Fernsehen machte, etwa für die „Tagesschau“ die RAF-Prozesse begleitete. Er wurde 84 Jahre alt.

    Lichtgut/Jan Reich
  • Im Juni, mitten in der Fußball-EM, riss es in Stuttgart den Polizisten Thomas Hohn aus dem Leben. Bei einem Unfall in Degerloch kam der 61-jährige Hauptkommissar ums Leben, Kollegen zogen daraufhin mit einem uniformierten Trauerzug durch Stuttgart. Hohn war bei der Polizei Teil der Stuttgarter Motorradstaffel.

    Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg/Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg
  • Johannes „Otto“ Rossbacher (rechts, im Bild mit einer Bekannten), wirkte zwar in Ludwigsburg – als Urgestein der Rockfabrik hatte er aber auch großen Anteil daran, dass sich viele Stuttgarter regelmäßig über den Kesselrand hinausbewegten. Rossbacher starb im August mit 71 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

    STZN/privat
  • Frank Schäffer war ein echtes Multitalent. Nach einer Fußballerkarriere bei Borussia Mönchengladbach kehrte er in die Region Stuttgart zurück, wo er eine zweite Karriere als Musiker erlangter. Als Sänger der Band Eddy & the News spielte er etliche Konzerte. Im November starb Schäffer mit 72 Jahren – seiner Beerdigung wenig später wohnten Hunderte Menschen bei.

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  • Der ehemalige Schauspielintendant der Stuttgarter Staatstheater, Jürgen Bosse, verstarb im Dezember. Er wurde 85 Jahre alt. Bosse galt als zurückhaltend, fast schon scheu, stellte seine Arbeit immer über seine Person. Er wirkte nicht nur als Regisseur in Stuttgart, sondern kämpfte auch gegen die Schließung des Kammertheaters an.

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  • Der CDU-Politiker Erich Schneider (links, bei der Vereidigung von Erwin Teufel) ist im Februar im Alter von 90 Jahren gestorben. Zehn Jahre lang war er Landtagspräsident, aber auch auf kommunaler Ebene aktiv. Die heutige Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) würdigte Schneider nach seinem Tod als „überzeugten Demokraten.“

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  • Die Schauspielerin Ulrike Barthruff fühlte sich sowohl im TV, etwa in der Serie „Laible und Frisch“ als auch auf der Theaterbühne zuhause, wo sie beispielsweise im Alten Schauspielhaus in „Maria Stuart“ zu sehen war. Die gebürtige Stuttgarterin starb im Januar im Alter von 70 Jahren. Barthruff wirkte auch an Hörbüchern mit, ihr wurde außerdem viel Humor nachgesagt.

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  • Ursula Marx (rechts, im Bild mit der Stuttgarter Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer) gestaltete Stuttgarter Stadtpolitik als Fraktionschefin der Grünen mit. Sie wurde mit der Ehrenmünze der Stadt Stuttgart und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Marx wurde 79 Jahre alt.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Dieter Gräfe (rechts neben seinem langjährigen Partner Reid Anderson) stand als Verwalter der Rechte von John Cranko immer wieder in der Öffentlichkeit. Vom Versandmitarbeiter einer Nähmaschinenfabrik in Stuttgart wurde Gräfe Balletterbe auf Umwegen und blieb zeitlebens nicht unumstritten. Der Neubau der Cranko-Schule lag ihm besonders am Herzen. Dieter Gräfe starb im April 2024, er wurde 84 Jahre alt.

    Lichtgut/Julian Rettig
  • Die Stuttgarter Ex-Stadträtin Iris Ripsam verstarb gegen Ende des Jahres 2024 im Alter von 65 Jahren. 24 Jahre lang saß sie für die CDU im Gemeinderat. Fraktionschef Alexander Kotz würdigte sie als „super engagierte Persönlichkeit“ – besonders in der Bildungs- und Jugendpolitik machte sich Ripsam verdient.

    Archiv/Laurence Chaperon
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Auch im Jahr 2024 mussten die Stuttgarterinnen und Stuttgarter wieder von vielen Menschen Abschied nehmen, welche sie schmerzlich vermissen werden. Dabei geht es natürlich auch, aber nicht nur um Größen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport. Auch bekannte Persönlichkeiten aus der der Stadt, sei es in der Gastronomie oder sonst umtriebige Stadtgesichter sollen an dieser Stelle noch mal gewürdigt werden. Viele der verstorbenen Stuttgarter 2024 schieden leider viel zu jung aus dem Leben. Die Todesumstände machen häufig betroffen.

Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und versucht, einen Querschnitt durch alle relevanten gesellschaftlichen Bereiche zu zeigen. Wir haben dazu eine Bildergalerie erstellt.

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