Tourismus in Stuttgart
: Noch kein „Trump-Effekt“ spürbar

Seit Donald Trump US-Präsident ist, reisen weniger Deutsche in die Vereinigten Staaten von Amerika. Doch wie sieht es umgekehrt aus? Ein Blick auf die Zahlen in Stuttgart.
Von
Felix Mahler
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Die Zahlen des Tourismus in Stuttgart haben sich seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA noch nicht bedeutend verändert.

/Arnulf Hettrich/Xinhua

Oft wurde berichtet, dass die Zahl der Touristen, die in die USA reisen, seit der Präsidentschaft von Donald Trump sinkt. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf Daten der zum US-Handelsministerium gehörenden International Trade Administration berichtete, waren es im März dieses Jahres 28 Prozent weniger aus Deutschland.

Es entsteht der Eindruck, dass sich diese Dynamik auch für die umgekehrte Reiseroute bestätigen könnte – also, dass weniger US-Amerikaner ins Ausland reisen. Wir haben für Stuttgart einmal bei der Stuttgart-Marketing GmbH nachgefragt.

Rekordjahr für die Tourismusbranche im Land

Wie das Land Baden-Württemberg im Februar bekannt gab, war das Jahr 2024 mit knapp 59 Millionen Übernachtungen und fast 24 Millionen Gästeankünften ein Rekordjahr für die Tourismusbranche in Baden-Württemberg. Die Vereinigten Staaten von Amerika blieben hierbei ein wichtiges Herkunftsland.

Laut dem Statistischen Landesamt belegten die USA den vierten Platz im Ranking der Gesamtzahlen von Ankünften und Übernachtungen. Den Wert von über 280.000 übertreffen nur Frankreich, die Niederlande und die Schweiz. Dasselbe zeigte sich auch ein Jahr zuvor mit über 250.000. Hauptreiseziel in Baden-Württemberg, gemessen an der Zahl der Übernachtungen, war im Jahr 2023 der Stadtkreis Stuttgart mit rund 191.000 aus den USA.

Noch kein verändertes Reiseverhalten der US-Amerikaner

Der Gesamtwert der Ankünfte von Gästen aus dem Quellmarkt USA in Stuttgart lag von November 2023 bis Februar 2024 bei 16.302, ein Jahr später bei 19.902, was einer Veränderungsrate von 22,1 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum betrug der Gesamtwert der Übernachtungen 52.235, ein Jahr später (von November 2024 bis Februar 2025) 54.795 – eine Veränderungsrate von 4,8 Prozent.

Die Ankunfts- und Übernachtungszahlen beinhalten alle US-Reisen, darunter Business, Leisure und Military (Geschäfts-, Freizeit- und Militärreisen). Während es im November 2023 insgesamt 17.868 Ankünfte und Übernachtungen gab, waren es laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg im November 2024 19.240. Betrachtet man die letzten vier Monate seit der US-Wahl, so ist die Gesamtzahl lediglich im Vergleich des Februars 2024 mit 16.083 zum Februar 2025 mit 15.223 gesunken.

Das Frühlingsfest ist eine Attraktion in Stuttgart.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

So kommt Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, zum Fazit: „Ein Zusammenhang von Wahl/Politik des US-Präsidenten mit den Reisen der Amerikaner nach Stuttgart ist aus den aktuellen Zahlen bisher nicht ersichtlich. Der ‚Trump-Effekt’ hat sich von November bis Februar bis dato noch nicht bemerkbar gemacht.“

Die Thematik bleibt jedoch relevant und es sind Änderungen zu erwarten: „Da Leisure-Reisen, also Urlaub, Städtereise, Verwandten- und Bekanntenbesuch, in der Regel einen längeren Planungshorizont haben, kann sich verändertes Reiseverhalten zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Stuttgarter Zahlen widerspiegeln. Ich vermute, dass sich das in den Folgemonaten ändern wird.“

StZ Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.00 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.