Udo-Snack in Stuttgart feiert 60. Geburtstag
: Gratis-Snack für VfB-Fans beim Kult-Imbiss

Das Spiel gegen Atlanta Bergamo in der Königsklasse ist verloren – den VfB-Fans wird trotzdem was geschenkt. Zum 60. Geburtstag startet Udo-Snack in Stuttgart am Donnerstag eine Aktion: Wer in Weiß und Rot erscheint, erhält Gratis-Pommes Weiß-Rot.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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Den Kultsnack Pommes Weiß-Rot dürfen VfB-Fans bei Udo nun kostenlos genießen.

Udo Snack/IMAGO / ActionPictures

Weiß und Rot – bei diesen Farben schlagen die Herzen von Fußballfans höher, aber auch die von Fritten-Fans. Die Betreiber von Udo-Snack in Stuttgart haben sich zum 60. Geburtstag des Imbisses an der Calwer Straße etwas ausgedacht, das für einen Ansturm sorgen könnte. Von Donnerstag an gibt’s Frei-Pommes für alle, die in den VfB-Farben erscheinen, ob auf Fahne, Schal, Shirt, Mütze oder mit Gesichtsbemalung.

Gill Ramandeep, der die 1964 von Udo Höroldt gegründete Fast-Food-Institution zu 60 Prozent gehört, hat zusammen mit Miteigentümer Jens Caspar (sein Anteil liegt bei 40 Prozent) den Startschuss der Aktion termingerecht gewählt: 07.11. – an der für Stuttgart nicht unwichtigen Zahlenkombination – geht’s los. Der Sohn und Mann der Chefin sind VfB-Fans, aber auch Caspar. Wer also in den Farben Weiß und Rot erscheint, bekommt eine Portion Pommes Weiß-Rot kostenlos. „Eine Auszahlung ist nicht möglich, der Rechtsweg ausgeschlossen“, erklären die Betreiber. Für jeden gebe es nur eine Portion am Tag, die Aktion läuft bis Ende des Jahres. „Die Udos zählen auf Fairplay“, sagt Caspar.

Udo Höroldt (rechts) hat seine ersten Pommes an der Bolzstraße verkauft, ehe er 1964 in die Calwer Straße umgezogen ist, um dort Burger zu braten.

Foto: privat

1962 eröffnete Udo Höroldt, der vor dem Mauerfall in den Westen geflüchtet war, einen Imbiss in einem Bretterverhau an der Bolzstraße. Im Land der schwäbischen Bratkartoffeln und der deutschen Bratwurst wollte er mit den Fast-Food-Errungenschaften aus den USA die Menschen erfreuen. Die Kartoffeln mussten damals noch von Hand geschält und geschnitten werden – Tiefkühlpommes gab es nicht.

Die Geschäfte liefen so gut, dass Höroldt 1964 in einen richtigen Laden umziehen konnte – der befand sich an der Calwer Straße. Dort wird nun der 60. Geburtstag gefeiert. Der Sachse Udo Höroldt verhalf den Rindfleisch-Pattys zum Durchbruch, lange bevor McDonald’s 1978 nach Stuttgart kam.

„Udo-Snack ist die Mutter aller Burger“, befindet der Entertainer Michael Gaedt. Er ist seit Jahrzehnten Stammgast und liebt die besondere Gewürzmischung. „ Udo-Snack ist für mich ein Must-have, fast wie eine Droge“, sagt der frühere Formel-1-Manager Willi Weber, „danach muss ich mir leider immer ein frisches Hemd anziehen.“

Udo Höroldt war dafür bekannt, dass er sich immer wieder Neues einfallen ließ. „Jeden Tag hatte er mindestens 100 neue Ideen“, erinnert sich seine Frau Marlies Höroldt. Und diese Ideen betrafen nicht nur seine Arbeit als Gastronom. So habe er unter anderem ein Segel auf dem Haus gehisst, um Energie zu gewinnen, oder ein Rollbrett mit vier Rädern und Batterieantrieb gebaut. Immer mehr Patente kamen hinzu.

Einmal Pommes Weiß-Rot, bitte!

Udos Erfindungen kosteten viel Geld, weil es sehr aufwendig war, die dafür erforderlichen Gerätschaften herzustellen. Deshalb hat Marlies Höroldt das Erbe ausgeschlagen, als ihr Mann 1989 nach schwerer Krankheit im Alter von 50 Jahren starb. Der Nachlassverwalter setzte für Udo-Snack an der Calwer Straße und für den Stuttgarter Osten zwei neue Eigentümer ein, die den Namen nur an diesem Ort verwenden dürfen. Die Markenrechte blieben bei der Familie Höroldt, die heute in Reutlingen und Tübingen Burger-Läden mit dem Namen und im Sinne des Vaters Udo betreibt.

Einmal Pommes Weiß-Rot, bitte! Wer diese Bestellung bei Udo-Snack aufgibt und entsprechend angezogen ist, landet ab sofort einen kostenlosen Treffer.

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