Umfrage zum Sicherheitsgefühl: Wie sicher fühlen sich die Stuttgarter?

Polizeiwagen am Schlossplatz in Stuttgart.
dpa/Christoph SchmidtWie ist das Sicherheitsgefühl bei den Stuttgarterinnen und Stuttgartern? Das Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg und das Institut für Kriminologische Forschung Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen haben für das sogenannte Sicherheitsaudit Ende vergangenen Jahres 50.000 repräsentativ ausgewählte Stuttgarterinnen und Stuttgarter angeschrieben. Fast 10.000 beantworteten die Fragen.
Besonders heraus sticht dabei die Stuttgarter Innenstadt. Hier gab es 2020 Ausschreitungen und Krawalle, hier gilt eine Waffenverbotszone: Die City hat bei der Umfrage zum Sicherheitsgefühl im Vergleich zu anderen Stadtteilen schlecht abgeschnitten. Auffällig ist laut Mitteilung dabei, dass sie vor allem bei jenen Befragten einen schlechten Ruf habe, die sich dort selten oder nie aufhielten (24 Prozent). Bei Menschen, die täglich oder ein paar Mal pro Jahr in der Innenstadt bei Tag unterwegs seien, liege der Anteil nur bei 11 Prozent.
Gründe wie Straftaten und Gewalt spielen nicht die wesentliche Rolle
14 Prozent der Befragten fühlen sich den Ergebnissen zufolge in ihrem Stadtbezirk „ziemlich oder sehr unsicher“. Neben Stuttgart-Mitte sei die Furcht vor Kriminalität auch in Bad Cannstatt und Zuffenhausen besonders hoch. Allerdings erklärte Professor Dieter Hermann vom Heidelberger Institut für Kriminologie zur Einordnung: „Durch Krisenangst fielen die zum Jahresende 2023 in Stuttgart erhobenen Werte – zum Beispiel durch den Ukraine-Krieg und den Nahost-Konflikt – etwas höher aus, als es die lokale Lage rechtfertigt.“
Nicht Straftaten und Gewalt spielen der Auswertung zufolge die wesentliche Rolle bei dem Entstehen von Furcht. „Vor allem nähren respektloses und rücksichtsloses Verhalten im Alltag die Sorge, dass, wenn die Regeln des sozialen Umgangs miteinander missachtet werden, allmählich ein gesetzloser Raum entsteht“, hieß es. Sich häufende Pöbeleien und Belästigungen im öffentlichen Raum, vermüllte Parks oder auch deutlich behindernd abgestellte Fahrzeuge könnten zu einer grundsätzlichen Verunsicherung führen.