Umzug von Auktionshaus Eppli verzögert sich
: Rutsche von Spielwaren Kurtz wird verschenkt – Wer will sie?

Ins frühere Domizil von Spielwaren Kurtz wird das Auktionshaus Eppli erst 2025 einziehen – der Bauantrag ist gestellt, doch die Mühlen im Rathaus mahlen langsam. Derweil gibt es eine Idee, was aus der Rutsche vom Reiterle werden soll.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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  • Das Reiterle am Marktplatz hat Kinder den Weg gewiesen zu Spielsachen und zur Rutschbahn.

    //Leif Piechowski
  • Um diese Holzrutschbahn geht es. Noch steht sie im früheren Domizil von Spielwaren Kurtz, soll nun aber umziehen, da sie vom Auktionshaus Eppli nicht mehr benötigt wird. Die neuen Eigentümer wollen die Rutsche nicht entsorgen, sondern eine Kindereinrichtung vermachen.

    Eppli
  • Wer interessiert sich für die Rutsche?

    Eppli
  • Diese Ansicht vom Stuttgarter Marktplatz mit dem alten Rathaus (links) stammt vermutlich aus dem Jahr 1890. Rechts ist Spielwaren Kurtz zu sehen.

    Sammlung Harald Frank
  • Der Stuttgarter Marktplatz mit den Firmen Speier, Haufler, Kurtz und Koch, vermutlich in den 1930ern

    Archiv
  • Grußkarte vom Marktplatz.

    StZ-Archiv
  • Touristen auf dem Marktplatz in den 1940ern.

    StZ-Archiv
  • Hermann Kurtz gab dem Geschäft seinen Namen

    StZ-Archiv
  • Der Stuttgarter Marktplatz im Jahr 1958 mit Autos und Spielwaren Kurtz.

    Thomas Mack
  • Marktplatz in den 50ern.

    Sammlung Wibke Wieczorek-Becker
  • Foto aus dem Jahr 2014, als sich Kurtz noch vorne auf dem Marktplatz befand.

    dpa/Niedermüller
  • Spielwaren Kurtz im Jahr 2013

    Eppler
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Wenn Eltern ihre Kinder zum Einkaufen mitnehmen wollen, müssen gute Argumente her. In Stuttgart standen bei den Kleinen meist diejenige Geschäfte hoch im Kurs, die über eine Rutsche verfügen – gern über mehrere Stockwerke. Schuhhaus Schöpp, Schuhhaus Braun, Salamander, Spielwaren Kurtz, Petit Bateau – bis heute genießen die dortigen Rutschbahnen Kultstatus. Sie waren oder sind eine gelungene Marketingidee. Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter, die heute erwachsen sind, erinnern sich, wie sie sich als Kinder dort vergnügt haben.

Umzug im Herbst klappt nicht

Am Marktplatz hängt zwar das Reiterle noch an der Fassade, das Symbol von Spielwaren Kurtz, dessen Historie bis auf das Jahr 1833 zurückgeht – doch das Geschäft, in dem Kinderträume wahr geworden sind, hat 2021 endgültig aufgegeben. Auch bei den Nachfolgern von Spielwaren Reiterle war nach einem Jahr schon wieder Schluss. Das familiengeführte und bundesweit erfolgreiche Auktionshaus Eppli wird das frühere Domizil von Kurtz übernehmen, um dort seine bisher auf das Stadtgebiet verteilten Standorte auf mehrere Stockwerken ganz zentral am Marktplatz zu konzentrieren – zum größten Haus dieser Art in Deutschland.

Aus dem Plan, in diesem Herbst zu starten, wird nichts, sagt Geschäftsführer Ferdinand Eppli. Der Bauantrag ist zwar gestellt, doch mit dem Umbau kann nicht begonnen werden, solange das Rathaus nicht grünes Licht gegeben hat. Was allerorten beklagt wird, trifft nun auch beim Auktionshaus zu: Die langen Bearbeitungszeiten des Baurechtsamtes bremsen ein ehrgeiziges Projekt erst mal aus. „Wir werden frühestens Anfang 2025 eröffnen können“, sagt er.

Kindertreffs können sich bewerben

Ende März zieht die Kaffee-Kette Nespresso aus dem Gebäude mit Eingang zur Marktplatzseite aus, um auf die Königstraße 21 zu wechseln. Künftig wird Eppli einen Zugang vom Marktplatz besitzen und im ersten Stock einen Auktionssaal mit angeschlossener Champagnerbar einrichten. Bei der weiteren Planung haben sich Ferdinand Eppli und sein Team überlegt, was „mit der berühmten Rutsche passieren soll, die in Stuttgart einen regelrechten Kultstatus genießt“, wie Ferdinand Eppli berichtet. Da der „Altersdurchschnitt unserer Zielgruppe etwas höher ist als bei Kurtz und Reiterle“, habe sein Unternehmen keine Verwendung für die Rutschbahn, die viel zu schön sein, um sie einfach zu entsorgen.

Deshalb hat er eine gute Idee: Stuttgarter Kindergärten oder Kindertagesstätten, die über genügend Platz verfügen, können sich ab sofort um diese wertvolle Holzrutschbahn bewerben. Gesucht werden gute Vorschläge und Ideen zur Weiterverwendung der Rutsche, die 2013 neu eingebaut worden ist. Kosten entstehen nur insofern, da man die Rutschbahn, die sich auseinanderbauen lässt, selbst abholen muss. Bewerben kann man sich mit einer Mail an: uwe.bogen@stzn.de.

Und dann wünschen wir vielleicht bald den Reiterle-Fans: einen guten Rutsch am neuen Ort!

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