Verkaufsoffene Sonntage in Stuttgart: Zu diesen Events dürfen Geschäfte auch sonntags öffnen

Evangelische und katholische Kirche sowie die Gewerkschaft Verdi sind keine Freunde von verkaufsoffenen Sonntagen.
dpa/Gero BreloerVolle Straßen und Marktplätze, aber die Läden sind geschlossen: Das muss nicht sein. Wenn an einem Sonntag in den Außenstadtbezirken ein großes Fest stattfindet und viele Menschen auf den Beinen sind, gibt es die Möglichkeit, im Vorfeld bei der Stadt einen verkaufsoffenen Sonntag zu beantragen.
In diesem Jahr gibt es 15 Veranstaltungen dieser Art in Stuttgart. Den Anfang hatte Bad Cannstatt am 13. April gemacht. Diese verkaufsoffene Sonntage folgen noch.
Die weiteren Termine:
Für eine Genehmigung braucht es eine Basisveranstaltung
In der Stuttgarter Innenstadt ist es seit Jahren schwierig bis unmöglich, verkaufsoffene Sonntage genehmigt zu bekommen. Zuletzt ist das bei der WM 2006 und EM 2024 gelungen. „Für einen positiven Bescheid braucht es immer eine Basisveranstaltung“, betont Martin Treutler, Leiter der Dienststelle Gewerbe- und Gaststättenrecht im Ordnungsamt. Für die Gewerkschaft Verdi macht das keinen Unterschied. „Wir sind grundsätzlich dagegen, dass Läden sonntags geöffnet werden“, erklärt Jasmin Ahmed, die stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin des Bezirks Stuttgart. Gegen viele dieser verkaufsoffenen Sonntage in den Außenstadtbezirken habe man allerdings keine Chance vorzugehen, da sie im Zuge von traditionellen und gewachsenen Veranstaltungen stattfinden.
Auch die katholische Kirche steht verkaufsoffenen Sonntagen grundsätzlich skeptisch gegenüber. „Wir sehen die Belastungen, die verkaufsoffene Sonntage für die Familien und die Beschäftigten mit sich bringen“, sagt Johannes Reich, Leiter der Geschäftsstelle des Katholischen Stadtdekanats Stuttgart. Bei einmaligen und besonderen Ereignissen wie der Fußball-EM sei eine Ausnahme in Ordnung. Ähnlich sieht das auch die evangelische Kirche, die sich die Entscheidung zur EM 2024 nicht leicht gemacht hat. „Aufgrund des internationalen Ranges und der überregionalen Bedeutung des Sportereignisses“ hatte man am Ende aber von den Bedenken Abstand genommen, sagt Dekan Eckart Schultz-Berg.
