Verkehr in Stuttgart: Krankenhaus fordert mehr Tempo bei Seilbahn

Nach Vorstellungen des Robert Bosch Krankenhauses könnte eine Seilbahn zwischen Klinik und Pragsattel das bestehende Verkehrsproblem lösen.
Marijan Murat/Archivbild/dpaDie Stadtverwaltung legt am Dienstag dem Technikausschuss des Gemeinderats ihre neusten Erkenntnisse in Sachen Seilbahn vor. Die lassen sich grob so zusammen: die näher untersuchte Trasse in Vaihingen wird zu den Akten gelegt. Die Frage, ob eine Seilbahn in Stuttgart überhaupt denkbar ist, hält die Verwaltung für noch nicht beantwortet und die Realisierung der Seilbahn zwischen Pragsattel und Robert Bosch Krankenhaus (RBK) sei allenfalls mittelfristig denkbar. Diese Entwicklung bewertet Professor Mark Dominik Alscher, Chef des in Verkehrsnöten steckenden Krankhaus auf dem Burgholzhof im Interview.
Herr Alscher, entwickelt sich die Verkehrsplanung rund um das RBK und den Burgholzhof aus Ihrer Sicht in die richtige Richtung?
Unsere Situation ist weiterhin dadurch geprägt, dass die Verkehrslage schwierig ist. Ich bekomme nahezu täglich Beschwerden von den Bürgerinnen und Bürgern des Burgholzhofes, weil durch den Rückstau vor unserem Gelände der Verkehr zum Erliegen kommt. Auch die Wartezeiten vor dem Parkhaus werden häufig kritisiert. Wir versuchen, das durch Lotsen zu regeln. Zusätzlich ist der Stau zum Pragsattel vor allem in den Hauptverkehrszeiten beträchtlich, sodass der Bus auch nicht gut durchkommt. An der Begründung, warum wir eine Seilbahn für die Lösung vorgeschlagen haben, hat sich also nichts geändert.
Eine Seilbahn dürfte auch nicht rasch Abhilfe schaffen.
Wir sind an einer schnellen Lösung interessiert. Wir hatten das mit unserer Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. Die technische Umsetzung ist, wenn denn die Genehmigungen vorliegen, eher eine Frage von wenigen Monaten, wie uns unsere Entwickler gesagt haben.
Teilt das Rathaus diese Ansicht?
Dadurch, dass unsere Seilbahn-Trasse nur über städtisches Gebiet führt, das zudem nicht bebaut ist, war ich von einem einfachen Genehmigungsverfahren ausgegangen. Man hätte das aus meiner Sicht schneller auf den Weg bringen können. Unsere Bitte war immer, die Sache möglichst einfach zu halten und daraus kein zweites Stuttgart21 zu machen. In einem ersten Schritt sollte die Verbindung zwischen Pragsattel und Krankenhaus errichtet werden. Wenn man das Vorhaben überfrachtet, etwa mit der im Raum stehenden Überlegung gleich eine Verlängerung bis zum Ostendplatz dazu zu planen, verschiebt man die Realisierung weit in die Zukunft. In unserem Einzugsgebiet leben mehr als 180000 Menschen. Die benötigen einen schnellen und verlässlichen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Da kann ich nicht mit komplexen Mittelfristplanungen kommen.
Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit der Debatte des Themas am Dienstag im Technikausschuss des Gemeinderats?
Die Stadträtinnen und Stadträte sollten auf eine einfache und schnell umzusetzende Lösung dringen. Das ist die Trasse zwischen dem Robert Bosch Krankenhaus und der Haltestelle Pragsattel. Das Genehmigungsverfahren muss innerhalb des Möglichen beschleunigt werden, damit wir hier zu einer schnellen Umsetzung kommen. Unabhängig davon, kann man ja dann die restlichen Trassen prüfen.
