Versuchter Femizid in Stuttgart
: Frauen gehen auf die Straße

Nach einem versuchten Femizid im Milaneo will die Frauengruppe Zora den Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt bei einer Kundgebung thematisieren. Was ist geplant?
Von
Christine Bilger
Stuttgart
Stuttgart: Verletzte Frau im Milaneo aufgefunden Taeter fluechtig: Grosser Polizeieinsatz: Verletzte Person in Milaneo Stuttgart aufgefunden, mutmasslicher Taeter fluechtig

Ein großes Aufgebot an Einsatzkräften war am Freitag der vergangenen Woche im Milaneo, um die angegriffene Frau zu retten und den Angreifer zu finden.

SDMG / Dettenmeyer (Archiv)
  • Frauenorganisation Zora plant Demo „Unsere Körper – unsere Stadt“ am Sonntag, 2. August, 17 Uhr.
  • Ort ist der Schlossplatz in Stuttgart, Thema ist Schutz vor häuslicher Gewalt und Femizid.
  • Anlass war der Angriff im Milaneo: Ex-Partner verletzte eine 47-Jährige mit Messer und Feuer.
  • Zeugen löschten die Flammen, die Tat gilt als versuchter Femizid; Täter wurde später festgenommen.
  • Zora beschreibt sich als antikapitalistisch, internationalistisch und antifaschistisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Unsere Körper – unsere Stadt“ hat die Frauenorganisation Zora ihre Demo überschrieben, die für Sonntag, 2. August, um 17 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart angemeldet ist. Sie reagieren mit der Kundgebung auf den versuchten Femizid, der vor einer Woche im Einkaufszentrum Milaneo verübt wurde. Die Gruppe junger Frauen will mit der Demo auf das gesellschaftliche Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, das oft verharmlost dargestellt wird. Etwa dann, wenn man einen Femizid als „Ehedrama“ abtue.

Der Angriff auf eine Frau im Milaneo hat viele in der Stadt erschüttert. Die 47-Jährige war bei der Arbeit in einem Geschäft des Einkaufszentrums nahe dem Hauptbahnhof. Der 54-jährige Tatverdächtige, ihr Ex-Partner, kam dorthin und stach sie mit einem Messer nieder. Danach übergoss er sie laut der Polizei mit einem Brandbeschleuniger und zündete sie an. Zeuginnen und Zeugen schafften es, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken.

Die Tat wird als versuchter Femizid eingeordnet. Mit dem Begriff bezeichnet man Tötungsdelikte, bei denen Frauen vom Ex-Partner oder Partner getötet werden, meist nach Gewalt gegen die Frau auch schon in der Beziehung.

Die Frau hatte gegen ihren Ex-Partner ein gerichtliches Annäherungsverbot erwirkt, nachdem sie im Frühjahr von ihm verletzt worden war. Erst kurz vor der Tat hatte der Ex-Partner noch einmal persönliche Gegenstände aus der ehemals gemeinsamen Wohnung geholt. Er durfte das nur in Begleitung der Polizei.

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Der Tatverdächtige wurde zwei Stunden nach der Tat in Heumaden festgenommen. Er habe dabei keinen Widerstand geleistet.

Bei der Demo soll es um die Problematik gehen, wie Frauen besser vor häuslicher Gewalt und vor der höchsten Form der Gewalt gegen Frauen, dem Femizid, geschützt werden können. Die Gruppe Zora, die dazu aufruft, definiert sich laut ihrer Instagramseite als Junge Frauenorganisation, die „antikapitalistisch, internationalistisch und antifaschistisch“ sei. Bereits kurz nach der Tat war es zu einer ersten spontanen Kundgebung nahe dem Tatort gekommen. organisiert durch das Frauenkollektiv Stuttgart.