Vier Menschen, vier Berufe: Und wie viel verdienen Sie? Das sagen vier Stuttgarter dazu

Filialleiterin Sarah Stammer arbeitet für dm, Lkw-Fahrer Franco Filippone für eine Spedition, Busfahrer Kevin Hauner für die SSB und Intensivpflegerin Julia Moskins für das Robert Bosch Krankenhaus (von links im Uhrzeigersinn).
Lichtgut/Leif Piechowski, Lichtgut/Max KovalenkoAuf den Lohnzettel zu schauen, gilt in Deutschland noch immer als Tabu – andernorts ist es anders. Vier Menschen aus Stuttgart und der Region waren so offen, sich dennoch mit uns in den vergangenen Monaten über ihr Gehalt zu unterhalten und wie sie damit zurechtkommen. Gleichzeitig haben sie spannende Einblicke in ihr Arbeitsleben gegeben, wie sie von außen oft nicht möglich sind.
Am Ende ist für sie alle eine spannende und erfüllende Arbeit wichtiger als nur Finanzielles. In einem Fall haben sich die Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten allerdings massiv geändert. Hier ist vor allem das Geld als Trost geblieben.
Busfahrer Kevin Hauner hat bei den SSB seinen Seelenfrieden gefunden

Busfahrer Kevin Hauner
Foto: Daniel GräfeVon Edeka zu den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB): Für Kevin Hauner ist der Job als Busfahrer ein Neuanfang – denn zufrieden war er mit dem alten Job als Einzelhandelskaufmann nicht. Bei den Busfahrten auf den Stuttgarter Straßen hat er seinen Seelenfrieden gefunden, als einer von derzeit 4000 SSB-Beschäftigten. Gerade unter den Busfahrern gibt es viele Quereinsteiger wie ihn. Hauner genießt vor allem, dass er im Gegensatz zu früher nach seinen Schichten abschalten kann. „Wenn ich jetzt abends aus dem Bus steige, habe ich meine Arbeit getan.“
Die ganze Geschichte von Kevin Hauner lesen sie hier: „Auf meiner Linie bin ich mein eigener Chef“
Sarah Stammer führt hinter die dm-Ladenräume

dm-Filialleiterin Sarah Stammer
Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiMehr als 60.000 Menschen arbeiten bei dm, einem der populärsten Arbeitgeber bundesweit. Die Stuttgarterin Sarah Stammer zählt zu den Filialleiterinnen. Es ist ein Job, den fast jeder von seinen Einkäufen aus einer der 2000 Filialen kennt – und der jenseits der Verkaufszeiten und Verkaufsräume doch verborgen bleibt. Stammer erzählt, was schon vor Ladenöffnung geschieht – und weshalb dm für sie ein ganz besonderer Arbeitgeber ist.
Die ganze Geschichte von Sarah Stammer lesen sie hier: Was verdient eine Verkäuferin bei dm?
Franco Filippone leidet als Lkw-Fahrer unter den Arbeitsbedingungen

Lkw-Fahrer Franco Filippone
Foto: Daniel GräfeSeit 40 Jahren fährt Franco Filippone als Lkw-Fahrer im Fernverkehr, als einer von Zehntausenden Lkw-Fahrern bundesweit. Auch wenn er sich über die Bezahlung nicht beklagen kann, leidet er unter den Arbeitsbedingungen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten verschlechtert haben. Noch immer habe er einen Eimer für die Notdurft, kaum soziale Kontakte, Angst vor Unfällen und wenig Schlaf. „Unter diesen Arbeitsbedingungen würde ich heute nicht mehr Fernfahrer werden“, sagt er deswegen. Leider würden sich die Lkw-Fahrer zu wenig wehren – und auch die Verbraucher seien Teil des Systems.
Die ganze Geschichte von Franco Filippone lesen sie hier: „Sie sterben sozusagen am Arbeitsplatz – aber das erwähnt keiner“
Intensivpflegerin Julia Moskins rettet manchmal Menschenleben

Intensivpflegerin Julia Moskins
Foto: Max Kovalenko/LichtgutFast 20.000 Menschen sind in den Stuttgarter Krankenhäusern beschäftigt, Intensivpflegerin Julia Moskins ist eine davon. Sie entschied sich schon früh für den Beruf, als sie als Teenager ihre geliebte Oma auf die Intensivstation begleitete. Es ist eine herausfordernde Arbeit, schon zu Beginn ihrer Schichten: Sie prüft die wichtigsten Geräte und Werte, nimmt Blut ab, mobilisiert, hilft bei der Körperpflege; sie bereitet Patienten für die Operation vor oder fährt sie nach der OP auf die Station. Am schönsten aber sei, wenn sie am Ende eines Arbeitstages mit dem Team ein Leben retten konnte, erzählt sie.
Die ganze Geschichte von Julia Moskins lesen sie hier: „Vom Krankenbett möchte ich nicht weg“