Vintage-Store zieht um: Lange Schlangen vor dem neuen Geschäft von Still Thrifting
Leonie Kunze und Paul Kümmerle sind mit ihren Store „Still Thrifting“ in die Breite Straße umgezogen, jetzt in direkter Nachbarschaft von „Geschwisterliebe“. Um kurz nach 14 Uhr ging’s los, drinnen: Second-Hand-Schätze, Musik, Drinks und jede Menge Leute, auf der Suche nach dem Besonderen.
Schon eine halbe Stunde vor Eröffnung warteten rund 40 Menschen in der Sonne auf den Einlass – gut vorbereitet mit Sonnenschirmen und Fächern. Besonders viele junge Männer sind gekommen, um unter den Ersten zu sein, die den neuen Laden nach gebrauchten Schätzen durchsuchen dürfen.
Cleaner und erwachsener
Zwei Jungs sind dafür extra aus Ravensburg angereist, zwei Stunden hat das mit dem Deutschlandticket gedauert. Sie sind an diesem Samstagnachmittag bei weitem nicht die Einzigen, die bei knapp 30 Grad freiwillig geduldig darauf warten, hereingelassen zu werden und zu sehen, was sich mit der Neueröffnung verändert hat.
„Wir wollen cleaner und erwachsener werden“, hatte Paul vorab verraten. Und das merkt man: Neben den gut kuratierten Kleiderstangen gibt’s jetzt auch ein eigenes Studio und Büro – mehr Platz, mehr Möglichkeiten, mehr Style. Leonie spricht von „effizienterer Logistik“.
Mit 26 Jahren haben die beiden schon mehr Business-Erfahrung als manch Ältere: Das ist bereits ihr viertes Geschäft. Angefangen haben sie mit 18, dann kam der Online-Shop, Events, ein Team von sieben Leuten – und eine riesige Community. Über 195.000 Follower feiern die beiden auf TikTok.
Dass die Neueröffnung einiges an Kraft gekostet hat, geben Leonie und Paul offen zu. „Wir sind jetzt sehr erleichtert, aber auch etwas gestresst und müde“, sagt Paul kurz bevor die ersten Kunden in den Laden dürfen.
Fokus auf die Mode
Dem neuen Laden merkt man derweil sein junges Alter noch etwas an. Die Wände sind größtenteils blank, ohne Deko. Da bleibt mehr Aufmerksamkeit für die Mode: Vor allem 2000er-Styles gemixt mit zeitlosen Klassikern können die Kundinnen und Kunden ergattern. Wer hier einkauft, muss sich nicht durch Berge ungewollter Kleidung wühlen, es wurde gut vorsortiert.
Das hat jedoch auch seinen Preis. Die Kleidung bei Still Thrifting ist deutlich teurer als bei anderen Second-Hand-Läden. Jeans findet man kaum für weniger als 50 Euro, der Schmuck kann schon auch mal mehr als 100 Euro kosten.
„Die Qualität von 20 oder 30 Jahre alten Jeans ist oft viel besser als bei Fast-Fashion-Ketten“, sagt Leonie. Paul findet: „Wir sind preislich fair unterwegs – in den USA würdest du für dieselben Teile deutlich mehr zahlen.“ Und genau deshalb lohnt sich das Stöbern.





