Volksschauspieler gestorben
: „Nur wer mit Humor zu Bett geht“ – die besten Sprüche von Walter Schultheiß

Walter Schultheiß war nicht nur ein begnadeter Charakterdarsteller, sondern auch ein Meister der feinen Pointe. Mit 101 Jahren ist der Ur-Schwabe gestorben – hier seine besten Sprüche.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart

Walter Schultheiß ist im Alter von 101 Jahren gestorben.

Klaus Schnadt

Seine Logik war so verblüffend wie phänomenal. Einer seiner unvergesslichen Sprüche lautete: „Ich verstehe nicht, wie Lachen gesund sein soll, wenn sich manche dabei kranklachen.“

Ja, bei Walter Schultheiß war die Gefahr groß, sich krank zu lachen. Die Sprüche und Gedichte des Schauspielers, der im Alter von 101 Jahren gestorben ist, waren oft kleine, lakonische Lebensweisheiten, die lange nachklingen. Humor war für ihn nie belehrend, sondern ein Mittel, das Leben leichter zu machen.

„Nur wer mit Humor zu Bett geht, kann mit einem Lächeln aufstehen.“ Diesen Satz aus seinem Buch „Geschichten aus dem Hinterhalt“ kann man fast als sein Lebensmotto verstehen. Auf fast jede Situation reagierte er mit Humor, der aber auch ein Schutzschild sein konnte, wenn der gebürtige Tübinger nicht zu viel von sich preisgeben wollte.

Das Große im Kleinen: Schultheiß' poetische Lebensweisheiten

Besonders in seinen Gedichten und kurzen Texten zeigte sich sein Talent, das Große im Kleinen zu erkennen. In seinem Buch „Achilesverse“ schreibt er über seine Frau:

„Ihr verdank ich meine schönsten Stunden,

mit der Frau hab ich das Glück gefunden,

mit ihr würde ich mich wieder vermählen,

meine Frau kann ich jedem empfehlen.“

Auch dem Tod begegnete er mit Lakonie und Ironie:

„Gehst du zur Beerdigung vom Heiner?

Nein, geht dieser vielleicht zu meiner?“

In dem Gedicht „Ruhe sanft“ stellt er fest:

„Dieser Friedhof, die Stille ist ungemein,

hier möchte man einmal begraben sein.

Ja, ruhig ist er, das ist gar keine Frage.

Vor allem aber, die sehr gesunde Lage.“

„Ich bin ein gebürtiger Monarchist“ – Schultheiß' Anekdoten

Walter Schultheiß hatte ein feines Gespür für Menschen und Situationen. In „Geschichten aus dem Hinterhalt“ sammelte er Anekdoten, die er am Set oder im Alltag aufgeschnappt hatte. Ein Beispiel: „Ich bin ein gebürtiger Monarchist, denn ich bin mit Kaiserschnitt auf die Welt gekommen.“

Ob auf der Bühne, im Film oder im Hörspiel: Walter Schultheiß verkörperte Figuren, die nie laut, nie aufgesetzt waren. Sie waren geprägt von Menschlichkeit, Milde und dem typisch schwäbischen Humor, der generationsübergreifend begeisterte. Ein Satz auf der Serie „Laible und Frisch“ kam bei jungen Menschen gut an und ging viral: „Saufsch, stirbsch. Saufsch net, stirbsch au. Also saufsch.“

„Wer nicht sterben will, muss alt werden“ – Schultheiß' Weisheit

Schultheiß liebte die kurzen Texte, die Pointen, die Gedichte mit scheinbar leichtem Ton und unerwartetem Tiefgang. Mit dem Altwerden kann er sich gut aus und stellte dazu fest: „Wer nicht sterben will, muss alt werden.“

Seine Sprüche und Gedichte waren oft kleine Perlen des Lebens, die nachklingen und uns daran erinnern, wie wertvoll Humor, Menschlichkeit und ein wacher Blick auf die Welt sind. Noch ein Beispiel:

„Einmal eine gute Idee

hat auch der dümmste Wicht.

Das tut ihm nicht weh,drum merkt er es nicht.“

Auch seine Gedanken über Alkohol leuchten ein:

„Bei Alkohol, Hände weg vom Steuer,

das lehrt man uns seit vielen Jahren.

Doch keiner wagt dies Abenteuer,

ständig nur freihändig zu fahren.“

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