Von den Nazis ermordet: Stuttgart erinnert an eine große Tochter der Stadt: Paula Straus

Die Stuttgarterin Paula Straus (1894 – 1943) wurde als Designerin international bekannt.
StadtpalaisPaula Straus, die Gold- und Silberschmiedin aus Stuttgart, die Vorreiterin modernen Industriedesigns war und 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, soll einen Platz im Gedächtnis der Stadt erhalten. Zwar nicht einen eigenen Platz, wie ursprünglich von der Fraktionsgemeinschaft von SPD und Volt gefordert. Es soll jedoch ein Steg beim Stöckachplatz im Stuttgarter Osten nach ihr benannt werden, möglicherweise auch die angrenzende neu entstehende Grünanlage. Das ist das Ergebnis der jüngsten Beratungen im Verwaltungsausschuss und des Bezirksbeirat Ost, auf das die SPD-Stadträtin Lucia Schanbacher hinweist. Dieses Vorgehen sei in den Gremien auf breite Zustimmung gestoßen.
Schanbacher hatte darauf gedrängt, mit einer Platzbenennung an die 1894 in der Kanzleistraße geborene Paula Straus zu erinnern; ihr Wohnatelier hatte sich in der Gablenberger Hauptstraße befunden. Vergeblich versuchte sie Nazi-Deutschland zu verlassen. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 22. August 1942 vom Killesberg aus deportiert und 1943 in Auschwitz vergast. Eine Umbenennung des Stöckachplatzes am neu gebauten SWSG-Quartiers, das an diesem Mittwoch eröffnet wird, habe sich als rechtlich nicht machbar erwiesen, erklärte die SPD-Stadträtin. Die Benennung des neuen Steges und der Grünanlage sei eine gute Lösung, sagte sie.
Im Gespräch sei zudem, in diesem Bereich eine Stele zu errichten, die gemeinsam an Paula Straus und die aus Heidenheim stammende Ärztin Else Kienle (1900 – 1970) erinnert. Kienle hatte in ambulante Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen und war 1931 verhaftet worden. Später verließ sie Deutschland und emigrierte in die USA. Ihr wurde 2016 eine Staffel gewidmet, die Landhausstraße und Stöckachplatz verbindet.
