Vorbeugung bei Asthmaanfällen: Lungenarzt: „Wer schon an normalen Tagen aus dem letzten Loch pfeift, hat bei Hitze keine Reserven“

Lungenärzte warnen: Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen leiden besonders stark unter großer Hitze.
Dragana Gordic/GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG/obs/dpa- Hitze verschärft Asthmasymptome: Husten, Luftnot und erschwertes Ausatmen nehmen zu.
- Begleitfaktoren an Hitzetagen belasten: Pollenflug, Ozonbildung sowie Stickoxide und Feinstaub.
- Besonders gefährdet sind Menschen mit empfindlichen Bronchien, etwa bei Joggen oder Rennradfahren.
- Empfehlung: Sport bei hoher Ozonbelastung in die Tagesrandstunden verlegen und Symptome beobachten.
- FeNO-Messung dient als Routine zur Diagnose und Verlaufskontrolle – sie dauert rund 30 Sekunden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Sommer kommt die Lunge in Stress. Und das bekommen Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma zu spüren: Husten, Luftnot, das Engegefühl in der Brust und das Ausatmen fällt schwer. Aus der Fachliteratur weiß man, dass an Hitzetagen die Krankenhauseinweisungen von Menschen mit Asthma zunehmen – vor allem wenn sie männlich und zwischen 16 und 64 Jahre alt sind. Das hat zumindest eine britische Studie aus dem Jahr 2023 gezeigt.
Für Experten ist das nicht sonderlich verwunderlich: „Es ist naheliegend, dass Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen besonders stark unter großer Hitze leiden“, sagt Axel T. Kempa, Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin am Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart. „Wer schon an normalen Tagen sprichwörtlich aus dem letzten Loch pfeift, hat keine Reserven und droht bei Hitze zu dekompensieren.“
Warum sind Hitzetage für Asthma-Betroffene ein Problem?
Es sind nicht die hohen Temperaturen an sich, die bei vielen Betroffenen zu einer Verschlimmerung der Symptome führen, sondern vor allem die Begleiterscheinungen an Hitzetagen: Zum einen ist die Pollensaison für die Gräser in den Sommermonaten im vollen Gange. Gleichzeitig fördern die hohen Lufttemperaturen und die Sonneneinstrahlung die Entstehung des gesundheitsschädlichen Gases Ozon. Es reizt die Atemwege und kann so die bei Asthma ohnehin entzündete Bronchialschleimhaut verschlimmern.
Obendrein verstärkt eine Hitzeperiode von mehreren Tagen oder gar Wochen die Luftverschmutzung: So können zum Beispiel auch Stickoxide und Feinstäube die Atemwege belasten. „Relevant wird dies vor allem für Menschen mit einem empfindlichen Bronchialsystem oder einem Asthma, die ihre Ventilation – also das Atemvolumen pro Minute – deutlich steigern, etwa beim Joggen oder Rennradfahren“, sagt Kempa.
Wie können Betroffene Asthmaanfälle vorbeugen?
Auf die Symptome achten, rät Kempa. Und an Tagen mit hoher Ozonbelastung ventilationssteigernden Sport auf die Tagesrandstunden verlegen. „Bei Unsicherheit hilft dann manchmal doch ein Abgleich zwischen Befinden – also Beschwerden – und tatsächlichen Befunden.“ Dies kann beispielsweise mittels einer sogenannten FeNo-Messung ermittelt werden. Dabei handelt es sich um die Messung des Stickstoffmonoxids (NO) in der Atemluft beim Ausatmen. Er gilt als Marker für das Ausmaß der Atemwegsentzündung im Bronchialsystem von Asthmapatienten.
Da die Messung einfach durchzuführen ist und Patienten kaum belastet, wird sie von Lungenärzten zunehmend zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Das bestätigt auch Kempa: „Beim Asthma gehört die FeNO-Messung, die in 30 Sekunden durchzuführen ist, für uns zur Routine“, sagt er. „Sie ist unersetzlich bei der Diagnosestellung und hilfreich beim Verlauf, beispielsweise für Veränderungen in der Therapie.“ Auch bei anderen Atemwegserkrankungen gewinnt die FeNo-Messung an Bedeutung. „Sie hilft uns zu verstehen, wo genau das Problem des Patienten liegt – wir nennen es ‚Phänotypisierung‘ einer Erkrankung. Und das hilft, die korrekte Therapie zu finden.“
