Vorfall in Stuttgart
: Verärgerter Passant demoliert Rettungswagen im Einsatz

Am Dienstagmorgen will ein Einsatzfahrzeug aus der Hauptrettungswache im Stöckach ausrücken. Ein Passant reagiert aggressiv – kein Einzelfall.
Von
Jürgen Bock
Stuttgart
Demolierter Krankentransportwagen DRK Stuttgart

Ein Passant hat am Dienstag ein Einsatzfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes vor der Hauptrettungswache in der Neckarstraße beschädigt. DRK Stuttgart

DRK Stuttgart
  • In Stuttgart attackierte ein 45-Jähriger am Dienstagmorgen einen DRK-Rettungswagen.
  • Er schlug laut DRK mit seinem Fahrrad gegen die Front, die Signalanlage wurde beschädigt.
  • Das Fahrzeug war nicht mehr einsatzfähig und der Vorfall wurde sofort angezeigt.
  • Die Polizei nahm den Mann kurz darauf am Neckartor vorübergehend fest – er beleidigte Beamte.
  • Das DRK berichtet von zunehmenden Angriffen auf Rettungskräfte und fordert mehr Respekt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei wird seit Jahren immer häufiger zur Zielscheibe von Aggressionen. Zunehmend berichten aber auch Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst über nachlassenden Respekt, wenig Verständnis für ihre lebensrettende Arbeit oder gar Übergriffe. Einen solchen hat es am Dienstagmorgen im Stuttgarter Osten gegeben – und das aus heiterem Himmel.

Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet, wollte die zweiköpfige Besatzung eines Rettungswagens gegen 7.30 Uhr zu einem Einsatz wegen eines Krankentransports ausrücken. Um die Hauptrettungswache in der Neckarstraße verlassen zu können, müssen die Einsatzfahrzeuge über den Gehweg fahren. Dort war ein 45 Jahre alter Mann unterwegs, der sein Fahrrad schob.

Fahrrad als Tatwerkzeug

„Völlig unvermittelt und ohne erkennbaren Grund“, so das DRK, habe der Mann das Fahrzeug attackiert. Dabei schlug er offenbar mit seinem Fahrrad gegen das Auto. Das Fahrzeug wurde dabei erheblich im Frontbereich beschädigt, vor allem an der Signalanlage. Es war dadurch nicht mehr einsatzfähig und musste außer Dienst genommen werden, sodass es nicht mehr für die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stand. Die Höhe des Sachschadens wird noch ermittelt.

Die Retter sind einigermaßen fassungslos über den Angriff. Man habe den Vorfall sofort angezeigt, sagt Ralph Schuster, Leiter des DRK-Rettungsdienstes in Stuttgart. „Da zeigen wir null Toleranz: Für solches Verhalten gibt es weder Rechtfertigung noch Verständnis“, so Schuster. Seit Jahren stelle das DRK zunehmende Aggressionen gegenüber Einsatzkräften des Rettungsdienstes fest. Allein 2025 hat der DRK-Kreisverband Stuttgart bei 18 Vorfällen Strafantrag gestellt.

Weshalb gerade der Rettungsdienst, dessen gesetzliche Aufgabe es ist, Leben zu retten und schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, immer wieder attackiert wird, sei für die Helferinnen und Helfer nicht nachvollziehbar, heißt es beim DRK. Darunter leide auch die Attraktivität dieser Berufe, auf die die Gesellschaft zur Daseinsvorsorge angewiesen sei. „Wir werben für Rücksichtnahme, Verpflichtung zur Hilfe und ein respektvolles Miteinander. Schließlich sitzen in unseren Fahrzeugen Menschen, die einen essenziellen Dienst für alle leisten und rund um die Uhr für die Sicherheit, Gesundheit und Mobilität in der Landeshauptstadt sorgen“, sagt Schuster.

21.02.2024, Stuttgart: Nur mit Mühe schlängelt sich ein Rettungswagen durch wartende Autos am Robert-Bosch-Krankenhaus. Die Parkplätze im Parkhaus sind belegt, wodurch es zu Staus vor dem Krankenhaus kommt und die Zu- und Abfahrt der Notfallaufnahme eingeschränkt ist. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Nur mit Mühe schlängelt sich ein Rettungswagen durch wartende Autos am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Immer wieder werden Einsatzkräfte im Einsatz behindert, zugeparkt oder gar angegriffen.

Lichtgut/Christoph Schmidt

Der Täter konnte von der Polizei kurz nach dem Vorfall aufgrund der Personenbeschreibung am Neckartor vorübergehend festgenommen werden. Gegen ihn dürfte jetzt nicht nur wegen Sachbeschädigung ermittelt werden. Er sei offenbar wütend gewesen, weil er auf dem Gehweg kurz hätte warten müssen, bis der Rettungswagen die Straße erreicht, sagt eine Sprecherin der Stuttgarter Polizei. Auch über die Polizeikontrolle habe er sich nicht erfreut gezeigt: „Er hat die Beamten bei der Überprüfung beleidigt.“ Einsicht sieht wohl anders aus.

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