Wasser in der Stadt
: Erbrochenes, Hundekot oder Kaugummi – „Mit unseren Brunnen wird nicht gut umgegangen“

Eigentlich könnte Stuttgart stärker für die vielen Trinkbrunnen werben, aber die Stadt versteckt die Zapfstellen lieber. Der Grund ist, dass sie zerstört und verschmutzt werden.
Von
Judith Sägesser
Stuttgart
Die Stadt schwitzt unter der Hitzewelle die Stuttgart erreicht hat .Hitzefeature. Wasser auffüllen am Trinkbrunnen. Leif-Hendrik Piechowski , Friedrichstrasse 15 , 70174 Stuttgart , Tel.: 01702734084 , www.lichtgut-stuttgart.de , leif@lichtgut-stuttgart.de

An mehr als 100 Stellen kann man sich in Stuttgart Trinkwasser zapfen. Die Brunnen sind allerdings teils in einem erbärmlichen Zustand.

Lichtgut/Leif Piechowski
  • Stuttgart hat 117 Trinkbrunnen, doch viele sind unauffällig platziert.
  • Grund laut Tiefbauamt: wiederholte Verschmutzung und Vandalismus an den Zapfstellen.
  • Beispiele sind Erbrochenes, Essensreste, Kaugummi und aufgehängte Hundekotbeutel.
  • Bei Verunreinigung folgt sofortige Abschaltung – danach Probe, Laborcheck, Desinfektion.
  • Rund zehn ältere Brunnen sind aus technischen Gründen außer Betrieb, die Lage ist dynamisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Direkt vor dem Stuttgarter Rathaus steht ein Trinkbrunnen. Der sei viel zu unauffällig, sagte die Stadträtin Ina Schumann (Puls-Gruppierung) im Rahmen des jüngsten Gesundheitsausschusses. Insgesamt findet sie, die Stadt solle die Trinkwasserstellen besser ausschildern. „Das schaffen andere Kommunen auch.“

Stuttgart gilt als reich an Trinkbrunnen. Insgesamt 117 Brunnen plätschern in der Landeshauptstadt, an denen man sich Trinkwasser zapfen kann. Eigentlich eine Erfolgsstory, auf die man stolz sein kann. Die Stadt Stuttgart allerdings rühmt sich nicht, sondern versteckt das lieber. Bewusst.

„Sie sollen eigentlich eher nicht auffallen“, erklärte Jürgen Mutz, der Leiter des Tiefbauamts, im Ausschuss. Der Grund dafür: „Es wird nicht gut umgegangen mit unseren Brunnen“, so Mutz. „Was da alles in den Auslauf geschmiert wird, kann man sich nicht vorstellen.“

In Stuttgart liefen Brunnen teilweise erst verspätet. Im bild der Galateabrunnen am Eugensplatz.

Der Galateabrunnen am Eugensplatz in Stuttgart.

Lichtgut/Julian Rettig

Jüngste Negativbeispiele in Stuttgart

Zu den jüngsten Negativbeispielen zählen „Erbrochenes, verschmierte Essensreste wie Eis, abgelegte Verpackungsabfälle, an den Brunnen aufgehängte Hundekotbeutel, verschmierter Hundekot sowie Kaugummis“, erklärt ein Sprecher der Stadt im Nachgang zu der Sitzung. „Solche Verunreinigungen machen aus hygienischen Gründen eine sofortige Außerbetriebnahme sowie die erforderlichen Kontrollen und Reinigungsmaßnahmen notwendig.“

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Hinzukommt, dass ältere Trinkbrunnen an verschärfte Hygienestandards angepasst werden müssen. „Rund zehn städtische Trinkbrunnen sind daher derzeit aus technischen Gründen nicht in Betrieb“, sagt der Stadtsprecher. Alle funktionsfähigen Trinkbrunnen indes schon. „Die Lage ist aufgrund der Hitze und der notwendigen Hygienekontrollen jedoch dynamisch.“

So reagiert die Stadt Stuttgart bei Verschmutzungen

Werde bei den Kontrollen Vandalismus oder Verschmutzung festgestellt, „muss der betroffene Trinkbrunnen sofort außer Betrieb genommen werden“, sagt der Sprecher der Stadt. „Anschließend werden Wasserproben entnommen und im Labor untersucht.“ Ist die Freigabe der Probe da, müsse der Brunnen grundlegend desinfiziert werden, bevor er wieder eingeschaltet wird.