Bundesweite Korruptions-Razzia
: Stuttgarter Stadtverwaltung durchsucht – es geht um Tickets für die Fußball-EM 2024

Ermittler durchsuchen bundesweit Stadtverwaltungen wegen Korruptionsverdachts bei der Fußball-EM 2024 – darunter auch die Stuttgarter Stadtverwaltung. Es geht um tausende vergünstigte Tickets.
Von
red/dpa
Stuttgart
Rathaus, Marktplatz, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland *** City Hall, Market Square, Stuttgart, Baden Württemberg, Germany

Auch die Stuttgarter Stadtverwaltung wurde durchsucht (Symbolbild).

IMAGO/Schöning
  • Ermittler durchsuchen bundesweit Stadtverwaltungen wegen Korruptionsverdachts bei der EM 2024.
  • Auch die Stuttgarter Stadtverwaltung war Ziel einer Razzia – Maßnahmen dauern an.
  • LKA NRW und Staatsanwaltschaft Bochum ermitteln zu Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.
  • Mitarbeiter sollen tausende vergünstigte EM-Tickets erhalten und unterschiedlich genutzt haben.
  • Durchsuchung beim DFB blieb unbestätigt. Beschuldigte äußerten sich noch nicht, Unschuldsvermutung gilt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-EM 2024 in Deutschland haben Ermittler bundesweit zahlreiche Stadtverwaltungen durchsucht. Das hat eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) NRW bestätigt. Auch in der Stuttgarter Stadtverwaltung fand eine Razzia statt. Die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA NRW ermitteln wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.

Mitarbeiter von Stadtverwaltungen sollen tausende EM-Tickets zu Vorzugspreisen erhalten haben. Diese seien von einigen Städten genutzt und unterschiedlich verwendet worden, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit.

Informationen der „Bild“-Zeitung, wonach auch die Zentrale des Deutschen Fußball-Bunds in Frankfurt durchsucht worden sei, bestätigten die Ermittler offiziell zunächst nicht. Die Maßnahmen dauerten noch an. Die Beschuldigten hätten bislang keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, hieß es. Es gelte die Unschuldsvermutung.

66-Jähriger aus Gelsenkirchen im Fokus

Aus Sicherheitskreisen hieß es, ermittelt werde gegen einen 66-jährigen Deutschen und einen 46-jährigen Franzosen. Zur Ausrichtung des Turniers sei die Euro 2024 GmbH als Tochtergesellschaft der UEFA Events SA und der DFB EURO GmbH gegründet worden.

So soll der 66-Jährige als ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen zum EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen worden sein. Er habe dadurch im Rahmen seiner Amtsausübung einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt.

Er sei bereits wegen Betrugsverdachts sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt polizeilich in Erscheinung getreten und inzwischen nicht mehr für die Stadt Gelsenkirchen tätig. Nach den Ermittlungen sei davon auszugehen, dass vergleichbare Einladungen auch an EM-Projektleitungen weiterer Gastgeberstädte ausgesprochen wurden, teilten die Kreise mit.

Ferner habe sich der Verdacht einer strukturierten Vorteilsgewährung durch die Euro 2024 GmbH ergeben. Diese soll mehrere tausend Eintrittskarten zur internen Verwendung an die zehn Austragungsstädte vergeben haben. Ob und in welchem Umfang diese Karten und Einladungen zu Spielbegegnungen angenommen wurden, sei ebenfalls Gegenstand des Verfahrens.

Durchsuchungen in neun Austragungsstädten

Durchsuchungen sollte es entsprechend bei den Stadtverwaltungen Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München geben. Bei der Stadtverwaltung Leipzig werde ein sogenanntes Herausgabe-Ersuchen vollstreckt.

Durchsucht werden sollten zudem zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, ein Unternehmen in Bayern sowie die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main als früherer Sitz der Euro 2024 GmbH.

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