Weltkindertag: Ganz Stuttgart ist ein Platz für Kinderrechte!


Der Stuttgarter Platz der Kinderrechte am Kronprinzplatz - am Sonntag, dem Weltkindertag, wird er offiziell eingeweiht.
Jan SellnerKindern gebührt ein zentraler Platz in der Stadtgesellschaft. Es ist wichtig, dass sich dies in einer Stadt auch manifestiert. An diesem Sonntag, dem Weltkindertag, ist es soweit. Dann wird der Platz der Kinderrechte in der Kronprinzstraße, auf den seit längerem ein Straßenschild hinweist und der im Mai Ziel des von der Kinderstiftung veranstalteten Stuttgart-Laufs für Kinderrechte war, offiziell eingeweiht. Dass Oberbürgermeister Frank Nopper das als Chefsache versteht und die Einweihung, vornimmt, ist ein gutes Zeichen. Dass Kinder an der Ausgestaltung des Platzes beteiligt waren und es nicht bei feierlichen Worten bleibt, sondern sich ein Familienfest anschließt, ebenfalls.
Am Zustandekommen waren und sind viele Akteure in der Stadt beteiligt: der Jugendrat Mitte, der Verein Terre des Hommes Stuttgart und der örtliche Kinderschutzbund als Initiatoren. Der Bezirksbeirat Mitte und der Gemeinderat als beschließende Gremien. Und das Kinderbüro der Kinderbeauftragten Maria Haller-Kindler, das mit der Umsetzung befasst war und Hüter des 2020 von Unicef an Stuttgart verliehenen Siegels „Kinderfreundliche Stadt für das Engagement für die Kinderrechte“ ist.
Ein Vorreiter ist Stuttgart hier allerdings nicht. Die Landeshauptstadt reiht sich ein in eine lange Liste von inzwischen 75 Kommunen in Deutschland, die einen Platz für Kinderrechte ausgewiesen haben. Ludwigsburg, Balingen oder Reutlingen waren früher dran. Das alleine besagt jedoch noch nichts. Entscheidend ist, dass ein solcher Platz mehr ist, als ein Name im Stadtplan. Dass Kinder dort wahrgenommen werden und er im besten Sinne des Wortes bespielt wird. Apart daran ist übrigens, dass sich der Stuttgarter Platz der Kinderrechte in der Kronprinzstraße befindet. Ja, Kinder dürfen auch mal Prinzen und Prinzessinnen sein. Vor allem sind sie unsere Zukunft.
Daran knüpfen sich viele Hoffnungen, aber auch Fragen und Sorgen um ihr Wohlergehen. „Gebt den Kindern das Kommando!“, sang Herbert Grönemeyer einst. Damit würde man ihnen vermutlich keinen Gefallen tun. Wichtig ist, dass Kinder umgekehrt nicht als Kommandoempfänger behandelt, sondern in ihren Bedürfnissen gesehen und ihre Rechte ernst genommen werden: das Recht auf Schutz vor Gewalt in der Erziehung, das Recht auf Bildung und Beteiligung.
Dazu kann ein mit Fantasie gestalteter, lebendiger Platz der Kinderrechte beitragen. Das Signal, das davon ausgeht, muss sein: Ganz Stuttgart ist ein Platz für Kinder!