Tunnel unter „Highway des Todes“
: Wilhelma schützt den Großen Ameisenbär in Brasilien

Während in Brasilien bei der UN-Klimakonferenz debattiert wird, gibt es Hilfe für eine bedrohte Tierart im Zentrum des Landes – unterstützt von der Wilhelma und ihres Fördervereins.
Von
Iris Frey
Stuttgart
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  • Die ersten Tunnel für den Großen Ameisenbär in Brasilien.

    ICAS
  • Luftaufnahme der neuen Unterquerung am „Highway des Todes“ in Brasilien an der BR 262 im Bundesstaat Mato Grosso du Sul. Dieser Tunnel in Brasilien soll dem Ameisenbären helfen, gefährliche Straßen zu unterqueren.

    ICAS
  • Blick auf die Bauarbeiten des Tunnels für das Projekt, das die Wilhelma seit 2021 unterstützt.

    ICAS
  • Mit Hinweisschildern wurde bereits an einigen Unfallschwerpunkten vor dem Risiko von Wildunfällen gewarnt. Rechts im Bild Artenschützer Arnaud Desbiez vom ICAS-Projekt.

    ICAS
  • Arnaud Desbiez bei seinem Vortrag in der Wilhelma im März diesen Jahres, wo er über das Projekt in der Wilhelmaschule berichtet hat.

    Birger Meierjohann
  • Arnaud Desbiez hat auf Basis der wissenschaftlich fundierten Daten mit seinem Team Überzeugungsarbeit gegenüber Behörden, Unternehmen und der Zivilgesellscahft gestartet. und nach dem Aufstellen von Warnschildern nun erreicht, dass ein erster Tunnel gebaut wurde.

    Iris Frey
  • Bei seinem Aufenthalt im März hat Desbiez auch den Großen Ameisenbär in der Wilhelma besucht. Die Wilhelma und der Förderverein unterstützen das Schutzprojekt in Brasilien seit 2021 mit bislang mehr als 100.000 Euro.

    Stefanie Reska
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Was der Artenschützer Arnaud Desbiez bei seinem Besuch im März in der Stuttgarter Wilhelma angekündigt hatte, ist jetzt mit Unterstützung der Wilhelma und des Fördervereins in Südamerika verwirklicht: In Brasiliens ist der erste Tunnel für die Großen Ameisenbären unter einer Autobahn gebaut worden. So werden Unfälle vermieden und das Überleben der tagaktiven Säugetiere, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stehen, gesichert.

Der Tunnel an der Autobahn BR 262 befindet sich im Zentrum Brasiliens. Zuerst wurde mit Sendern drei Jahre lang wissenschaftlich untersucht, wo die Ameisenbären unterwegs sind.

Ein Ameisenbär mit Sender.

Foto: ICAS

Wilhelma unterstützt Tunnelbau unter dem „Highway des Todes“

Zwischen 2017 und 2020 überwachten Projekt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreiche Autobahnkilometer im Bundesstaat Mato Grosso du Sul. In diesem Zeitraum zählten sie 766 Große Ameisenbären, 968 Wasserschweine und 425 Tapire als Verkehrsopfer am Straßenrand. Zu den von Ameisenbären gern genutzten Überquerungsstellen gehört die Autobahn BR 262, die aufgrund der hohen Zahl von Wildunfällen in internationalen Medien als „Highway des Todes“ bezeichnet wurde.

„Die Tunnelröhren werden bereits von den Tieren angenommen“, freut sich Stefanie Reska, Leiterin der Stabstelle für Artenschutz in der Wilhelma: „Durch Videoüberwachung wurde das bereits bestätigt. Sowohl Große Ameisenbären als auch Tapire und Greifstachler konnten nachgewiesen werden.“

Wilhelma-Projekt zum Welttag des Ameisenbärs

Somit sei es Fakt, dass die Tunnel für mehr Sicherheit sorgten – nicht nur für bedrohte Tierarten, sondern auch für Autofahrerinnen und Autofahrer. „Wir freuen uns, dass wir über den Ameisenbären als Flaggschiff-Art auch viele Individuen anderer Arten vor dem Unfalltod bewahren werden“, erklärt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin am Welttag der Ameisenbären am 19. November. Seit 2021 unterstützen die Wilhelma und sein Förderverein das Projekt von ICAS („Instituto de Conservação de Animais Silvestres“) mit inzwischen mehr als 100.000 Euro.

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