Wilhelma Stuttgart
: Die jungen Stuttgarter Koalas haben jetzt auch Namen

Nun ist es geklärt. Zehn Monate nach ihrer Geburt haben die zwei Lieblinge in der Terra Australis einen Namen, ausgesucht von Nachfahren der ersten Bewohner Australiens.
Von
Iris Frey
Stuttgart
  • Mutter Scarborough mit ihrem Kind Borobi.

    Wilhelma/Marcel Schneider
  • Im Sommer 2023 war die Terra Australis eingeweiht worden, nachdem das ehemalige Menschenaffenhaus umgebaut worden war. Seitdem leben hier mehr als 11 Tierarten in einem Tag- und zwei Nachtbereichen.

    Iris Frey/Iris Frey
  • Die Terra Australis ist bis heute ein Anziehungspunkt für die Besucher der Wilhelma. Insbesondere der Tagbereich, in dem die Koalas leben.

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  • Die beiden Koala-Mütter Auburn und Scarborough mit ihren Babys vor wenigen Tagen in der Terra Australis.

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  • Bei der Einweihung der Terra Australis in der Wilhelma im Sommer 2023 war die Freude über die neuen Bewohner, die Koalas, groß.

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  • Tierpflegerin Michele Barnes hatte das Koala-Quartett, mit zwei Männchen und zwei Weibchen aus dem australischen Queensland direkt nach Stuttgart in die Wilhelma gebracht. Hier hält sie Navy auf dem Arm.

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  • Bei der Einweihung der Terra Australis am 24. Juli 2023 haben Nachfahren der ersten Bewohner Australiens eine Feuer-Rauch-Zeremonie in der Stuttgarter Wilhelma zelebriert. Die Mununjali Ngari-Group war aus Beaudesert und Logan (Queensland) dazu angereist.

    Lichtgut/Julian Rettig
  • Mit der Feuer-Rauch-Zeremonie der Mununjali Ngari-Group aus Queensland brachten die Nachfahren der ersten Bewohner Australiens ein Stück ihrer Heimat den Gästen in der Wilhelma nahe, als Vertreter der ältesten lebenden Kultur auf der Welt.

    Lichtgut/Julian Rettig
  • Die Koala-Babys im Februar 2025. Sie waren im Sommer 2024 auf die Welt gekommen als so genannte Joeys und lebten dann bis Dezember 2024 vorwiegend im Beutel ihrer Mütter.

    Wilhelma/Birger Meierjohann
  • Im Februar 2025 waren die Kleinen öfter außerhalb des Beutels. Dabei wurde deutlich, dass es sich bei den Koala-Babys um ein männliches und ein weibliches Tier handelt.

    Wilhelma/Birger Meierjohann
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Als die Terra Australis in der Wilhelma im Sommer vor zwei Jahren eröffnet wurde, waren sie auch vor Ort, Mitglieder der First Nation, Nachfahren der Ureinwohner Australiens. Mit speziellen Zeremonien, Tänzen, Gesängen und dem Rauch von brennenden Eukalyptus haben sie damals die neue Australienwelt mit eröffnet. Nun gab es im Sommer vergangenen Jahres erstmals gleich doppelten Nachwuchs bei den Koalas. Die beiden Babys sind mittlerweile so gut wie ganz aus ihrem Beutel heraus und deshalb auch für die Besucher besser zu sehen – wenn sie nicht gerade schlafen.

Besucher sind fasziniert von den Tieren

Die Besucher stehen nach wie vor fasziniert mit und ohne Fotoapparat oder Smartphone vor dem Gehege und beobachten geduldig die Tiere, die aus dem australischen Queensland stammen und vor zwei Jahren von Tierpflegerin Michele Barnes gebracht wurden: die beiden Weibchen Auburn, Scarborough mit Aero und Navy. Aero ist seit vergangenem Jahr der Vater der zwei Babys von Auburn und Scarborough.

Koala-Jungtier Jimbelung.

Foto: Wilhelma/Marcel Schneider

Die beiden Kleinen hatten bislang noch keine Namen. Die sind jetzt gefunden. Und da geht der Blick nach Australien: Nachfahren der ersten Bewohner Australiens, Vertreter der Yugambeh aus Queensland haben den männlichen Nachwuchs von Scarborough nun Borobi benannt. Das heißt in der Sprache der Yugambeh im Südosten von Queensland „Koala“. Das weibliche Baby von Auburn soll Jimbelung heißen, was soviel wie Freund/Freundin bedeutet.

Damit ist die Koala-Familie vollständig benannt. Für Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin ist die Namensgebung „ein Zeichen des Respekts vor der indigenen Bevölkerung Australiens.“ Es sei eine große Ehre gewesen, als die australische Regierung im Jahr 2023 als Leihgabe die vier Koalas zur Verfügung stellte, um frisches Blut in die europäische Reservepopulation zu bringen angesichts der schwierigen Lebenssituation in Australien mit Buschbränden und dem Verlust von Lebensräumen. „Für uns bedeutet das eine hohe Verantwortung“, so Kölpin. Die Tiere haben einen Namen, weil sie eine Botschafterfunktion haben, um bei den Besuchern die Begeisterung für Biodiversität und Artenschutz zu wecken. Die beiden Mütter leben derzeit mit ihren Kindern zusammen in einem Bereich und sind oftmals gut zu sehen.

Die kleinen Koalas schon ein Kilogramm schwer

Revierleiterin Thali Bauer freut sich, dass sich die kleinen Koalas prächtig entwickeln: „Das verdanken wir vor allem der liebevollen Pflege ihrer Mütter.“ Die Jungtiere seien mittlerweile so groß, dass sie kaum noch in den Beutel passen. Man sehe oft nur noch den Kopf der Kleinen, wie er im Beutel zum Trinken versinkt, während der restliche Körper draußen bleibe, hat sie festgestellt.

Auch an Gewicht haben die Babys zugelegt: „Unser männliches Jungtier hat jetzt die Ein-Kilo-Marke geknackt, seine jüngere Schwester ist mit 920 Gramm dicht dahinter“, so die Revierleiterin. Es sei spannend zu sehen, wie unterschiedlich die beiden sind, sagt Bauer: Das weibliche Jungtier sei offen und mutig, ganz wie ihre Mama – der Apfel falle ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Der kleine Mann hingegen ist eher der ruhige Typ, dafür aber neugierig und bereit, die Welt zu erkunden.

Nachts sind die Kleinen besonders aktiv und spielen zusammen

„In der Nacht sind die beiden besonders aktiv. Sie tollen herum und spielen viel miteinander“, weiß Bauer. Man sehe sie sogar, wie sie über die Gesichter ihrer Mütter klettern und am Boden alles erkunden. Auch über den Tag sieht man sie immer mehr alleine ohne Mutter umherklettern. Die Kleine fordert ihren Bruder häufig auf zum gemeinsamen Eukalyptus-Picknick. Scarborogh sei äußerst fürsorglich und passe immer gut auf ihren Nachwuchs auf. Auburn, die andere Mama, zeige ebenfalls viel Liebe, sei aber manchmal auch froh, wenn sie nicht ständig eine „Wärmflasche“ an ihrem Körper hat. „Insgesamt sind die beiden kleinen Koalas eine wahre Freude zu beobachten, und wir alle hier freuen uns über ihre Fortschritte und das liebevolle Miteinander“, sagt Bauer.

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