STZ+STZ+Wo in Stuttgart nicht abgerissen werden darf
: Der Kampf um zwei Stuttgarter Villen und die Krux mit dem Denkmalschutz

Eigentlich sind die zwei historischen Villen am Stuttgarter Kesselhang geschützt – abreißen will sie der Eigentümer trotzdem. Nicht alle Gebäude lassen sich retten. Hilft Protest? Wie das Ringen ausging und wo in Stuttgart ganze Straßen geschützt sind.
Von
Chiara Sterk und Jana Gäng
Stuttgart
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  • Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle setzte sich gegen den Abriss der beiden Villen in der Stafflenbergstraße ein.

    Lichtgut/Leif Piechowski/Imago/Arkivi, Montage: Jana Gäng
  • In der Bildergalerie zeigen wir inzwischen von Erhaltungssatzungen geschützte Straßen in Stuttgart in früheren Jahren und wie sie heute aussehen. Unter städtebaulichem Schutz stehen seit 1988 etwa die Straßen um den Marienplatz im Stuttgarter Süden, hier zu sehen im Jahr 1936 auf einer Postkarte.

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  • Auch wenn der Schutz erst in den 1980er-Jahren in Kraft trat, hat sich der Blick in Richtung heutiger Tübinger Straße kaum verändert.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Seit 1988 sind große Teile der Schwabstraße inklusive des Eingangs zum Schwabtunnel städtebaulich geschützt. Aufgenommen wurde das Foto im Jahr 1917.

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  • Weder Häuser noch Tunnel haben sich bis heute verändert. Der 125 Meter lange Tunnel verbindet die Schwabstraße im Stuttgarter Westen mit der Schickhardtstraße im Stuttgarter Süden.

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  • Geschützt wird in dieser städtebaulichen Erhaltungssatzung aus dem Jahr 1988 auch das gesamte Zentrum der Stadt. Erst in den 70er-Jahren entwickelte sich in Deutschland wieder eine Wertschätzung für historische Altstädte. Zu spät für das Kronprinzenpalais, dessen Ruine bereits in den 60er-Jahren abgerissen wurde. Das Bild mit Blick in Richtung Schlossplatz stammt aus dem Jahr 1935.

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  • Erhalten geblieben ist immerhin der Königsbau im Hintergrund.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Auch die Schulstraße sah 1935 noch anders aus.

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  • Heute endet die Seitenstraße der Königsstraße nicht in einem beschaulichen Platz, sondern ist bis zum Marktplatz durchbrochen. Die einst kleinteilige Bebauung ist verschwunden.

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  • Kaum verändert hat sich dagegen der Platz am Hans-im-Glück-Brunnen in der Geissstraße – hier aufgenommen im Jahr 1935.

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  • Einige Fensterläden fehlen, doch die historischen Häuser mit den spitzen Dächern gibt es noch immer. Auch der Bogengang am Eingang der Töpferstraße steht noch.

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  • Die Turmstraße ist auf alten Fotos (1942) kaum wiederzuerkennen. Denn damals fiel der Blick noch auf den Turm des Neuen Rathauses. 1899 bis 1905 nach den Plänen der Architekten Heinrich Jassoy und Johannes Vollmer errichtet, brannte es im Jahr 1944 bei Luftangriffen aus. Stuttgart entschied sich gegen einen Wiederaufbau.

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  • Und so blickt man heute von der Turmstraße auf den Turm des heutigen Rathauses. In dessen Inneren sind allerdings Teile des Vorgängerturms enthalten. Als Teil des Stadtzentrums ist die Straße trotz wenig historischer Bausubstanz inzwischen städtebaulich geschützt.

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  • Auch die Eberhardstraße ist als Teil des Stadtkerns beim großen städtebaulichen Erhaltungs-Rundumschlag aus den 1980er Jahren unter Baubürgermeister Hansmartin Bruckmann unter Schutz gestellt worden. Hier war die alte Bausubstanz noch nicht verloren (Foto von 1935).

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  • Ein Teil des Gebäudes in der Eberhardstraße mitsamt dem Brückenbau ans rechte Nachbarhaus steht noch.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Der Wilhelmsbau aus dem Jahr 1909 war schon immer Geschäftshaus. Hier wurde er 1935 fotografiert.

    imago/Arkivi/imago stock&people
  • Der Wilhelmsbau hat nach Kriegsschäden ein etwas anderes Gesicht. Trotzdem ist das Gebäude erhalten. Von der Marienstraße aus lassen sich noch Teile der früheren Jugendstilfassade mit geschwungenen Fenstern und reichen Stuckornamenten sehen.

    Lichtgut/Leif Piechowski
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