Zur Bundestagswahl am 23. Februar: Stuttgart: Der Westen hisst die Wahlflagge

Eine Hausgemeinschaft engagiert sich.
Lichtgut/Leif PiechowskiNicht anders als in vielen anderen Stadtteilen leben auch im dicht besiedelten Stuttgarter Westen Menschen aus unterschiedlichsten Nationen und Kulturen zusammen. Das Areal auf und um den Bismarckplatz hat sich als Alltagsbühne besonderen Quartierlebens etabliert.
In unmittelbarer Nähe machen Bewohnerinnen und Bewohner eines für das Viertel typischen gründerzeitlichen Mehrfamilienhauses aus dem Begriff Hausgemeinschaft eine Botschaft: Weithin sichtbar hängt über die Stockwerke hinweg eine Flagge. Auf ihr ist zu lesen: „Wir wählen solidarisch zusammen leben“.
Die in Schwarz, Rot, Gold gehaltene Schrift auf weißem Tuch darf man gleichermaßen als Bestätigung gewollter Vielfalt wie als Aufruf verstehen, die Kosten des Wohnens sozial verträglich zu halten. Die Aktion fällt auf, die ersten Reaktionen sind geteilt. „Ich würde das bei uns nicht wollen“, sagt eine Passantin im Vorübergehen, „aber zum Wählen aufzurufen, das ist auf jeden Fall eine gute Sache“, sagt ihre Begleiterin noch. Andere bleiben kurz stehen und lächeln nach oben. „Wir leben hier ein gutes Miteinander, das darf man ruhig auch sagen“, sagt ein junger Mann und eilt zu den Marktständen auf dem Platz.