An der Grenze zu Bayern: Diese Gemeinde warnt vor einem Bären

Braunbär in der Slowakei (Archivbild).
Milan Kapusta/tasr/dpaIn der Tiroler Gemeinde Thiersee nahe der bayerischen Grenze ist ein Braunbär gesichtet worden. Zwei Landwirte beobachteten das Tier am Montagmorgen gegen 8 Uhr von ihrem Hof aus. Der Bär hielt sich demnach auf einer steilen Wiese rund 300 Meter entfernt auf und verschwand nach etwa zehn Minuten wieder im Wald.
Worauf man jetzt achten sollte
Die Gemeinde veröffentlichte daraufhin eine Warnung an die Bevölkerung. Besonders bei Aufenthalten im Wald sei erhöhte Vorsicht geboten. Hunde sollen im Freien an der Leine geführt werden. Außerdem bittet die Gemeinde darum, keine Lebensmittelreste oder Abfälle draußen liegen zu lassen, um Wildtiere nicht anzulocken.
Bürgermeister Rainer Fankhauser rät, derzeit auf Forstwegen zu bleiben und nicht quer durch den Wald zu laufen. Die Sichtung wurde an das Land Tirol gemeldet, auch der Jägerverband ist informiert. Jäger suchen nun nach Spuren wie Haaren oder Exkrementen, um die Route des Tieres besser einschätzen zu können.
Kommt der Bär nach Bayern?
Bislang gibt es keine weiteren Sichtungen und keine bekannten Risse. In Thiersee hofft man deshalb, dass der Bär nur auf der Durchreise ist. Möglich wäre laut Gemeinde auch eine Wanderung Richtung Achensee, Spitzingsee oder Tegernsee.
Letzte Bärensichtung in Bayern 2023
Hinweise auf Bären werden nach den europaweit genutzten SCALP-Kriterien bewertet. Dabei wird zwischen gesicherten Nachweisen wie Fotos, genetischen Spuren oder Totfunden, bestätigten Hinweisen wie Spuren oder Rissen sowie unbestätigten Meldungen unterschieden. In Bayern wurde nach 2006 erst 2019 wieder ein Bär nachgewiesen. Seitdem gab es mehrere Nachweise und bestätigte Hinweise, vor allem in den Alpenlandkreisen Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Oberallgäu und Bad Tölz-Wolfratshausen. Die letzte Sichtung wurde am 22.05.2023 im Oberallgäu dokumentiert.
