Antoine de Massy (†29): Sturz aus 13 Metern Höhe - Mann in U-Haft

Fürst Albert II. von Monaco und Fürstin Charlène bei der Trauerfeier für Norwegens König Harald V.
ODD ANDERSEN/afpDer tragische Tod von Antoine de Massy erschüttert die monegassische Fürstenfamilie. Der 29-Jährige wurde am Sonntag (25. Oktober) leblos im Küstenviertel Larvotto in Monaco entdeckt. Zuvor hatte seine Familie die Polizei alarmiert, weil er zu einem gemeinsamen Mittagessen nicht erschienen war und seine Angehörigen ihn nicht erreichen konnten. Nun gibt es erste Hinweise darauf, wie der Verwandte von Fürst Albert II. ums Leben gekommen sein könnte.
Antoine de Massy: Autopsie deutet auf Sturz aus 13 Metern Höhe hin
Wie Monacos Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault am Mittwoch (28. Oktober) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte, deuteten die Ergebnisse der Obduktion auf einen Sturz aus rund 13 Metern Höhe hin. Demnach soll Antoine de Massy vom Boulevard du Larvotto auf eine tiefer gelegene Fläche hinter einem Gebäude gestürzt sein.
Doch wie kam es zu dem Sturz? Genau diese Frage beschäftigt derzeit die Ermittler. Die Polizei wertet unter anderem Überwachungsvideos aus und untersucht die letzten Stunden des 29-Jährigen.
Nach Informationen französischer Medien soll Antoine de Massy in der Nacht von Samstag auf Sonntag beim Verlassen eines Nachtclubs gesehen worden sein. Dabei habe er getaumelt und sei von einem Mann gestützt worden. Ob diese Beobachtung unmittelbar mit seinem späteren Tod zusammenhängt, ist bislang unklar.
Mann (42) nach Tod von Fürst Alberts Verwandtem in Untersuchungshaft
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht inzwischen ein 42-jähriger Mann ukrainischer Staatsangehörigkeit, der seit rund 30 Jahren in Monaco lebt. Er wurde bereits am Montag (26. Oktober) festgenommen, nachdem Aufnahmen von Überwachungskameras gezeigt hatten, dass er vor dem Tod Kontakt zu Antoine de Massy gehabt haben soll.
Am Mittwoch (28. Oktober) wurde gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung eröffnet. Ein Untersuchungsrichter ordnete Untersuchungshaft an.
Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Während seines Polizeigewahrsams wies er jede Verantwortung zurück. Fragen des Untersuchungsrichters wollte er bislang nicht beantworten.
Die Staatsanwaltschaft machte keine genaueren Angaben dazu, was dem 42-Jährigen konkret vorgeworfen wird. Laut Generalstaatsanwalt Thibault könnten sich die beiden Tatvorwürfe auf unterschiedliche Zeitpunkte beziehen. Die Ermittler müssen nun rekonstruieren, was unmittelbar vor dem tödlichen Sturz geschah und ob der Beschuldigte dafür eine Verantwortung trägt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Fürst Albert und Fürstin Charlène trauern um Antoine de Massy
Der Tod von Antoine de Massy hat auch Fürst Albert II. und seine Ehefrau Fürstin Charlène (48) tief getroffen. In einer offiziellen Mitteilung brachten sie ihre Trauer zum Ausdruck und sprachen der Familie des Verstorbenen ihr aufrichtiges Beileid aus.
Antoine de Massy war der Sohn von Baron Christian de Massy und Cécile Gelabale. Seine Großmutter war Prinzessin Antoinette, die ältere Schwester von Fürst Rainier III. (†81), dem Vater von Fürst Albert. Der 29-Jährige gehörte damit zur erweiterten monegassischen Fürstenfamilie.
Obwohl der Sturz aus 13 Metern Höhe inzwischen als wahrscheinliche Todesursache gilt, bleiben entscheidende Fragen offen. Vor allem muss geklärt werden, wie es zu dem Sturz kam und welche Rolle der Mann in Untersuchungshaft dabei gespielt haben könnte.

