Was sich für Verbraucher ändert
: EU beschließt Bargeld-Obergrenze

Die Europäische Union verschärft den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung – mit spürbaren Folgen für Bargeldzahlungen. Künftig soll es erstmals eine einheitliche Obergrenze für Barzahlungen geben.
Von
Katrin Jokic
Stuttgart
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Das EU-Parlament hat eine Bargeldobergrenze beschlossen.

Christophe Licoppe/ Shutterstock

Neue EU-Regel: Bargeldzahlungen über 10.000 Euro verboten

Mit der Verordnung (EU) 2024/1624 führt die EU eine klare Grenze ein: Barzahlungen über 10.000 Euro sollen künftig nicht mehr erlaubt sein.

Die Regelung tritt jedoch nicht sofort in Kraft. Sie gilt:

  • ab 10. Juli 2027 verbindlich
  • teilweise mit Übergangsfristen bis 2029
  • Ziel ist es, große Bargeldbewegungen transparenter zu machen und illegale Geldströme besser zu bekämpfen.

    Schon ab 3.000 Euro: Ausweispflicht bei Bargeldgeschäften

    Zusätzlich sieht die Verordnung strengere Kontrollen vor:

  • ab 3.000 Euro müssen Händler künftig die Identität von Kunden prüfen
  • betroffen sind „gelegentliche“ Bargeldgeschäfte
  • Damit will die EU verhindern, dass größere Summen unterhalb der 10.000-Euro-Grenze unbemerkt bleiben.

    Was aktuell in Deutschland gilt

    Noch ist die neue EU-Regel nicht in Kraft. In Deutschland gelten derzeit andere Vorgaben:

  • Keine Bargeld-Obergrenze: Barzahlungen sind grundsätzlich unbegrenzt möglich
  • Ausweispflicht ab 10.000 Euro: Händler müssen persönliche Daten erfassen und speichern
  • Edelmetalle: anonym nur bis 1.999,99 Euro, darüber hinaus Identitätsprüfung verpflichtend
  • Immobilien: Barzahlungen seit April 2023 komplett verboten
  • Diese Regeln bleiben zunächst bestehen, werden aber durch die EU-Vorgaben künftig vereinheitlicht und teilweise verschärft.

    Wen die neuen Regeln betreffen

    Die Obergrenze richtet sich vor allem an Händler und Unternehmen, die Bargeld annehmen. Für Verbraucher bedeutet das:

  • Große Anschaffungen (z. B. Autos, Schmuck) können künftig nicht mehr vollständig bar bezahlt werden, wenn der Betrag über 10.000 Euro liegt
  • Identitätsprüfungen werden häufiger – auch bei kleineren Summen
  • Besonders im Fokus stehen Branchen mit erhöhtem Risiko für Geldwäsche, etwa der Handel mit Luxusgütern oder Edelmetallen.

    Noch ist Bargeld in Deutschland weitgehend frei nutzbar. Mit der neuen EU-Verordnung wird sich das jedoch ändern: Spätestens ab 2027 gilt eine klare Obergrenze von 10.000 Euro – und strengere Kontrollen schon darunter. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Große Bargeldzahlungen werden künftig zur Ausnahme.