Block-Prozess in Hamburg: Ex-Verteidiger als Zeuge: Christina Block ist nicht schuldig

Otmar Kury, ehemaliger Verteidiger von C. Block, deutsche Gastronomin und Unternehmerin, geht im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im Landgericht Hamburg als Zeuge über den Flur.
Daniel Bockwoldt/dpa- Ex-Anwalt Otmar Kury sagt als Zeuge im Hamburger Prozess aus – er bleibt an seine Pflicht gebunden.
- Thema ist die mutmaßliche Entführung von Blocks Kindern aus Dänemark nach Deutschland.
- Kury durfte zum Gespräch von Anfang Januar 2024 nichts sagen, da Block ihn nicht entbunden hat.
- Nach kurzer Zeugenzeit betont Kury dennoch: Seine frühere Mandantin sei nicht schuldig.
- Block hatte sich nach wenigen Prozesstagen von Kury getrennt und hielt an Ingo Bott fest.
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Nach mehr als einem Jahr ist der Ex-Verteidiger von Christina Block, Otmar Kury, in einer neuen Rolle in den Prozess um die Entführung der Block-Kinder zurückgekehrt. Im Landgericht Hamburg nimmt er auf dem Zeugenstuhl Platz. Mit einem silbernen Koffer in der Hand schreitet der 70-Jährige im grauen Anzug mit Einstecktuch nach vorn, legt einen großen Stapel Papiere auf seinen Tisch. Zu seiner früheren Mandantin, die er zu Prozessanfang im Juli 2025 immer „die Dame Block“ nannte, schaut er nicht.

Christina Block, deutsche Gastronomin und Unternehmerin, steht im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im Landgericht Hamburg. Wegen der mutmaßlichen Entführung findet am Landgericht Hamburg der Prozess statt, unter anderem gegen Block.
Daniel Bockwoldt/dpaDie 53 Jahre alte Unternehmerin ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die damals 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette Block House, Eugen Block, bestreitet das.
Block trennte sich nach wenigen Prozesstagen von Anwalt Kury
Zu Beginn des Prozesses hatte Christina Block noch Kury und Ingo Bott als Verteidiger. Bott war recht kurzfristig dazugekommen. Doch schon kurze Zeit später trennte sich die Angeklagte von Kury. „Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz“, teilte Block nach Angaben ihres zweiten Verteidigers Bott damals mit.

Christina Block, deutsche Gastronomin und Unternehmerin, sitzt im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im Landgericht Hamburg im Saal neben Ingo Bott, Verteidiger von Block.
Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpaIn der Erklärung von Block hieß es weiter: „Seit einiger Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass unsere beiden Welten sehr unterschiedlich sind. Mir ist daran gelegen, als der Mensch gesehen und gehört zu werden, der ich tatsächlich bin. Die fachkundige und hochprofessionelle Kompetenz von Herrn Kury stelle ich dabei nicht infrage.“
Kury auf Antrag eines Mitangeklagten als Zeuge geladen
Kury, ehemaliger Präsident der Hamburger Rechtsanwaltskammer, ist auf Antrag eines ebenfalls angeklagten deutschen Sicherheitsunternehmers als Zeuge geladen. Dabei soll es unter anderem um ein Gespräch von Anfang Januar 2024 gehen, an dem auch Kury nach Angaben des Sicherheitsunternehmers beteiligt war.
Er habe noch mal in seinen Akten nachgeschaut, in denen er „minutengenau“ alles festhalten, sagt der Zeuge. Er dürfe dazu nichts sagen, denn das betreffe seine anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Von dieser hatte ihn Christina Block nicht entbunden.
Schlagabtausch zwischen Verteidigern und Vorsitzender Richterin
Kurys Erscheinen im Gerichtssaal ist begleitet von heftigen Diskussionen zwischen den Verteidigern und der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt, ob Blocks Ex-Anwalt überhaupt zu bestimmten Aspekten gefragt werden dürfe. Kury will auch etwas dazu sagen, die Vorsitzende Richterin unterbricht ihn. Er dürfe jetzt nichts erklären, er sei als Zeuge hier, sagt Hildebrandt. Sie bittet ihn, vorübergehend draußen zu warten.
Als Kury dann nach einer halben Stunde als Zeuge entlassen wird, hat er kaum Auskünfte geben können. Doch eines möchte er zum Abschluss noch betonen: Seine ehemalige Mandantin sei unschuldig. Das habe er bereits zu Prozessbeginn in der Rolle als ihr Anwalt gesagt, erklärt der Zeuge. „An dieser Position hat sich nichts geändert.“