Grenze Österreich-Italien
: Brenner erneut gesperrt

Nach dem Chaos im Mai werden Reisende schon wieder ausgebremst. Von 17. Juli bis 1. August kommt es zu Beeinträchtigungen.
Von
Michael U. Maier
Bozen/Innsbruck
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Brennerbahn der italienischen Bahn bei Ala. Die Trasse führt durch das Tal der Etsch, weitgehend parallel zur Brenner-Autobahn. // 28.05.2021: ITA, Italien, Trentino-Südtirol, Ala. *** Brenner line of the Italian railway near Ala The line runs through the valley of the Adige river, largely parallel to the Brenner motorway 28 05 2021 ITA, Italy, Trentino South Tyrol, Ala

Der Brennerpass gilt für Straßen- und Schienenverkehr als Nadelöhr.

imago images/Arnulf Hettrich

Der Brenner kommt diesen Sommer einfach nicht zur Ruhe. Erst am 30. Mai 2026 erlebte die Region eine Vollbremsung auf der Straße: Eine großangelegte Demonstration in Matrei am Brenner legte die vielbefahrene Brennerautobahn (A13) sowie die wichtigsten Ausweichrouten für acht Stunden komplett lahm. Tausende Urlauber standen im Megastau. Nur wenige Wochen nach diesem Verkehrschaos folgt nun der nächste Schlag für die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Europas – diesmal trifft es umweltbewusste Bahnreisende auf der Schiene.

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Klimaaktivisten blockierten Brennerautobahn in Österreich: HANDOUT - 29.07.2023, Österreich, Matrei am Brenner: Klimaaktivisten der Gruppierung «Letzte Generation» blockieren die Brennerautobahn (A13) in Tirol nahe Matrei am Brenner. Nach Angaben der Tiroler Polizei klebten sich sieben der insgesamt neun Aktivistinnen und Aktivisten auf der Fahrbahn der A13 in Richtung Italien fest. Die Route über den Brennerpass ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen Deutschland und Italien. «Während Südeuropa brennt und weltweit Hitzerekorde fallen, fordern die Bürger:innen endlich Taten beim Überlebensschutz», schrieb die Letzte Generation auf Twitter und forderte die Umsetzung der Empfehlungen des österreichischen Klimarates. (zu dpa: «Brenner-Zulauf: DB will Lähmung überwinden - Plan auf der Zielgeraden») Foto: ---/LETZTE GENERATION ÖSTERREICH/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Klima-Blockade auf der Brennerautobahn – immer wieder gibt es auf der Strecke Probleme mit Aktivisten jeglicher Couleur, aber auch mit Baustellen.

---/LETZTE GENERATION ÖSTERREICH/APA/dpa

Brenner-Sperrung in drei Etappen

Unter dem Motto „Bündeln statt kleckern“ nutzen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die italienische RFI das Sommerfenster für dringende Sanierungsarbeiten. Weil auf italienischer Seite ohnehin gebaut wird, zieht die ÖBB nach, um eigene Instandhaltungsmaßnahmen zeitgleich durchzuführen.

Die Sperrung verläuft in Etappen:

  • Ab 17./18. Juli: Sperrung zwischen Bozen und Brixen sowie von Brixen hoch zum Brenner.
  • Ab 23. Juli: Sperrung auf österreichischer Seite zwischen Steinach am Brenner und Innsbruck.
  • Bis 1. August: Der internationale Fernverkehr (DB/ÖBB Eurocitys) zwischen Innsbruck und Bozen fällt komplett aus.

Schienenersatzverkehr am Brenner

Als Ersatz richten die Bahnbetriebe einen Busverkehr ein. Für Reisende bringt das jedoch massive Hürden:

  • Längere Fahrzeit: Plant mindestens 30 bis 60 Minuten mehr Zeit ein. Die Busse müssen über die Brennerautobahn ausweichen, die wegen der Dauerbaustelle an der Luegbrücke ohnehin stauanfällig ist.
  • Fahrrad-Verbot: In den Fernverkehrs-Ersatzbussen ist die Mitnahme von Fahrrädern komplett ausgeschlossen.
  • Sondertickets: Die schnellen Express-Ersatzbusse (Linie SV300) zwischen Innsbruck und Bozen akzeptieren keine regulären Fahrscheine von Südtirolmobil.

Wer in den kommenden zwei Wochen mit dem Zug über die Alpen muss, sollte nach Möglichkeit auf die Tauernbahn ausweichen oder die Reisezeiträume flexibel umplanen. Auch der Weg über die Gotthard-Strecke in der Schweiz ist möglich.