„Carrington-Ereignis“: Sind Polarlichter gefährlich?

Giftgrüne Polarlichter.
Karlheinz HummelWer in der Nacht auf den 20. oder 21. Januar 2026 in den Himmel blickte, traute seinen Augen kaum: Polarlichter tanzten sogar über Süddeutschland und den Alpen. Doch so faszinierend das leuchtende Farbenspiel ist – es ist der Vorbote einer unsichtbaren Gefahr aus dem All.
Um die kurze Antwort vorwegzunehmen: Für den Menschen am Boden sind Polarlichter direkt ungefährlich. Sie müssen keine Angst haben, vom rot-grünen Licht verstrahlt zu werden. Unsere Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde schützen uns zuverlässig vor den geladenen Teilchen, die dieses Lichtspiel erzeugen.

Violett über Aalen im Ostalbkreis.
Foto: IMAGO/onw-imagesDoch die Frage ist komplexer. Polarlichter sind das sichtbare Symptom eines geomagnetischen Sturms. Und dieser kann für unsere technisierte Welt verheerende Folgen haben.
Geomagnetischer Sonnensturm der Stufe 4 von 5
Der jüngste Sonnensturm erreichte laut dem US-Weltraumwetterzentrum (SWPC) die Stufe 4 von 5. Während wir die Lichter bewundern, gibt es für unsere Infrastruktur im Hintergrund Probleme.
Polarlichter und das „Carrington-Szenario“
Experten warnen, dass wir „überfällig“ für einen gigantischen Sturm sind. 1859 sorgte das sogenannte Carrington-Ereignis dafür, dass Telegrafenleitungen Funken sprühten. Würde ein Sonnensturm dieser Stärke heute die Erde treffen, wären die Auswirkungen katastrophal:
Eine Studie des Max-Planck-Instituts warnt vor „Superflares“, die noch tausendmal stärker sein könnten als normale Eruptionen – ein Ereignis, das statistisch gesehen einmal pro Jahrhundert vorkommen könnte.
Genießen Sie den Anblick der Polarlichter. Sie sind wunderschön – aber auch eine Warnung, wie abhängig wir vom Universum sind.