Chester Benningtons 50. Geburtstag: Seine Stimme fehlt bis heute

Chester Bennington 2014 bei einem Konzert in Polen.
picture alliance / Maciej Kulczynski/PAP/dpa | Maciej KulczynskiGeboren am 20. März 1976 in Phoenix, Arizona, wuchs Bennington in schwierigen Verhältnissen auf und kämpfte schon früh mit den Problemen in seinem Elternhaus. Ab dem Alter von sieben Jahren wurde er von einem älteren Freund sexuell missbraucht und fasste erst Jahre später den Mut, seinem Vater davon zu erzählen. Alkohol- und Drogensucht begleiteten ihn über viele Jahre. Ein Halt war für ihn immer wieder die Musik.
1999 stieß Bennington zu einer Band, die damals noch „Xero“ hieß. Die Gruppe suchte einen neuen Sänger, während er mit seiner eigenen Band Grey Daze bis dahin keine größeren Erfolge hatte feiern können. Er sang Demotapes ein – und wurde wenig später Teil dessen, was erst „Hybrid Theory“ und schließlich „Linkin Park“ heißen sollte. Mit dem Plattenvertrag bei Warner Music begann der Aufstieg einer Band, die eine ganze Ära prägen sollte.
Doch der Weg dorthin war nicht geradlinig. Der Einstieg in die Band, persönliche Krisen und seine Suchtprobleme machten ihm weiter zu schaffen. Auch seine erste Ehe zerbrach.
Später folgte ein Wendepunkt: Bennington gab das Trinken auf, heiratete seine zweite Ehefrau Talinda Ann Bentley – und mit Linkin Park setzte ein Erfolg ein, der weltweit kaum zu übersehen war.
Schon das Debütalbum „Hybrid Theory“ platzierte sich in zahlreichen Ländern in den Top 5 der Charts. Der Nachfolger „Meteora“ erreichte 2003 in den USA, Deutschland, Großbritannien und vielen weiteren Ländern Platz eins. Bis heute stehen diese beiden Alben sinnbildlich für den markanten Nu-Metal-Sound, den Linkin Park wie kaum eine andere Band geprägt hat. Insgesamt sieben Studioalben nahm Bennington mit Linkin Park auf.
Einen großen Anteil daran hatte Chester Benningtons Stimme. Diese Mischung aus Wucht, Verletzlichkeit und Schmerz macht viele Songs bis heute unverwechselbar. Als Hörer hatte man oft das Gefühl, dass hier nicht einfach jemand sang, sondern wirklich etwas von sich preisgab. Genau das machte ihn für so viele Menschen so nahbar.
Eine ganze Generation fühlte sich von ihm verstanden, gehört und bestärkt. In seiner Stimme lag für viele der Trost, mit den eigenen dunklen Gedanken nicht völlig allein zu sein.
Umso erschütternder war die Nachricht von seinem Tod: Am 20. Juli 2017 wurde Chester Bennington im Alter von 41 Jahren tot in seinem Haus in Kalifornien gefunden. Er hinterließ seine Ehefrau Talinda sowie sechs Kinder.
Er hinterließ aber auch eine Band, die erst sechs Jahre nach diesem Verlust wieder einen Weg nach vorn fand. Und er hinterließ Millionen Fans, für die seine Musik bis heute Trost, Erinnerung und Begleiter geblieben ist.
Nach Benningtons Tod sagte Fred Durst, Sänger der Band Limp Bizkit, dass Bennington „es auf eine Weise verstand, jedem, mit dem er sprach, das Gefühl zu geben, gehört, verstanden und wichtig zu sein.“ Für viele Fans lebt dieses Gefühl durch Linkin Parks Songs bis heute weiter.
Chester Bennington wäre heute 50 Jahre alt geworden. Geblieben ist eine Stimme, die für viele unvergessen ist – und die auch Jahre nach seinem Tod noch immer genau dort trifft, wo Musik am meisten bewirken kann.
Depressionen und Suizid sind ernste Themen. Wer selbst betroffen ist oder sich in einer akuten seelischen Krise befindet, sollte sich Hilfe holen — etwa bei vertrauten Personen, ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachkräften. In akuten Notfällen ist der Notruf 112 erreichbar. In Deutschland bietet zudem die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlose Hilfe unter 0800 1110111 und 0800 1110222. Die Seelsorge ist auch per Chat oder E-Mail erreichbar.
