Deutschlandticket teurer
: Preis soll 2027 auf rund 67 Euro steigen

Das Deutschlandticket könnte 2027 erneut teurer werden: Im Gespräch ist ein Monatspreis von 66,90 Euro statt bisher 63 Euro.
Von
Judith Müller
Berlin
Jetzt in der App anhören
Das Deutschlandticket soll teurer werden.

Das Deutschlandticket soll teurer werden.

picture alliance/dpa, Julian Stratenschulte

Für Millionen Fahrgäste könnte das Deutschlandticket im kommenden Jahr erneut teurer werden. Nach einem Medienbericht soll der monatliche Preis 2027 auf rund 67 Euro steigen. Im Gespräch sind demnach 66,90 Euro. Noch steht die endgültige Entscheidung allerdings aus.

Seit Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat. Zuvor waren es 58 Euro. Nun zeichnet sich bereits die nächste Preiserhöhung ab. Für viele Pendler und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs würde das Ticket damit innerhalb von zwei Jahren erneut deutlich teurer werden.

Deutschlandticket: Neuer Preis soll am Mittwoch festgelegt werden

Über den neuen Preis für das Deutschlandticket soll der „Koordinierungsrat Deutschlandticket“ entscheiden. Das Gremium, in dem Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und die Verkehrsbranche vertreten sind, will den Preis für 2027 festlegen.

Wie die „Rheinische Post“ aus dem Umfeld des Koordinierungsrates berichtet, sind derzeit 66,90 Euro pro Monat im Gespräch. Damit würde das Deutschlandticket um 3,90 Euro beziehungsweise rund sechs Prozent teurer als bisher.

Der Preis soll künftig nicht mehr allein politisch festgelegt werden. Stattdessen kommt erstmals ein Kostenindex zum Einsatz. Dieser berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der Personal-, Energie- und Betriebskosten im öffentlichen Nahverkehr.

Warum wird das Deutschlandticket teurer?

Hinter der geplanten Preiserhöhung stehen vor allem die gestiegenen Kosten bei den Verkehrsunternehmen. Personal, Energie und der laufende Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs sind teurer geworden. Der neue Kostenindex soll diese Entwicklung beim Preis des Deutschlandtickets berücksichtigen.

Das Ticket ist für die Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen bislang finanziell eine Herausforderung. Die Einnahmen aus den Fahrkarten reichen nicht aus, um die Kosten vollständig zu decken. Bund und Länder gleichen einen Teil dieser Mindereinnahmen aus.

Beide Seiten stellen dafür derzeit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Diese Finanzierung ist bis 2030 gesichert.

14,5 Millionen Menschen nutzen das Deutschlandticket

Trotz der bisherigen Preiserhöhungen ist das Deutschlandticket weiterhin weit verbreitet. Nach Angaben der Bundesregierung nutzen rund 14,5 Millionen Menschen das Angebot.

Das Deutschlandticket gilt bundesweit im öffentlichen Regional- und Nahverkehr. Es ermöglicht Fahrten mit Bussen und Regionalzügen sowie weiteren teilnehmenden Verkehrsmitteln. Der Fernverkehr mit ICE, IC und EC ist grundsätzlich nicht eingeschlossen.

Für 2026 beträgt der reguläre Preis 63 Euro im Monat. Sollte der Preis von 66,90 Euro beschlossen werden, müssten Fahrgäste ab 2027 entsprechend mehr für ihr monatlich kündbares Ticket bezahlen.

Deutschlandticket: So stark ist der Preis gestiegen

Bei seiner Einführung im Mai 2023 kostete das Deutschlandticket zunächst 49 Euro. Zum Januar 2025 stieg der Preis auf 58 Euro. Seit Januar 2026 werden 63 Euro pro Monat fällig.

Sollten die 66,90 Euro für 2027 beschlossen werden, würde das Deutschlandticket damit innerhalb von vier Jahren um 17,90 Euro beziehungsweise knapp 37 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Einführungspreis teurer.

Ob der Preis tatsächlich auf 66,90 Euro steigt, soll sich mit der Entscheidung des Koordinierungsrates klären.

Quellen: dpa, Reuters