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Die besten Tipps auf Sylt: Fischbrötchen oder Luxus-Pizza?


Der Söl’ring Hof thront hoch auf einer Düne über Rantum. Hier kann man seit neuestem nicht nur mit zwei Michelin-Sternen gekrönte Küche erleben, sondern auch mittags einen besonderen Lunch genießen.
/imago stock&people
Sylt, die raue Schönheit ganz im äußersten deutschen Norden, polarisiert. Entweder mag verliebt sich heiß und innig in die Insel mit der kargen Mondlandschaft und den ungewöhnlichen Menschen, oder man kommt einmal und nie wieder. Die begeisterten Fans beschäftigen sich mit Radtouren (immer mit Gegenwind, egal wohin man fährt), ausgiebigen Strandspaziergängen und mit Essen.
IMAGO/Chris Emil Janssen
Ein Geheimtipp ist der Kiosk Tofree in Tinnum. Das aus Wilhelmshaven stammende Paar Nora und Fabian de Vries lebt schon einige Zeit auf Sylt. Als 2020 Tochter Rubi unterwegs war haben sich die beiden einen Traum erfüllt und in Tinnum ein Tagesbistro eröffnet. Und die Sylter rennen den beiden die Bude ein.
Susanne Hamann
Von außen sieht das Tofree etwas gewöhnungsbedürftig aus. Es ist einfach eine Flachdachbude direkt neben der Schranke zum Campingplatz Tinnum.
Susanne Hamann
Nicht nur die Crew aus dem Söl’ring Hof kehrt gerne bei Fabian de Vries ein, man trifft hier auch die Mannschaft aus der In-Bar Gogärtchen in Kampen, aus dem euroasiatischen Restaurant Tellerrand in Westerland oder aus der Kult-Strandbude Sansibar. Der Laden ist so was wie die inoffizielle Mitarbeiter-Kantine der Sylter Gastronomie.
Susanne Hamann
Man kann hier nicht nur einen Happen essen, es gibt auch fein kuratierte Produkte: Gewürze, Öle, Sardinen in der Büchse, Dressings und selbst gemachte Fruchtaufstriche in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Aprikose-Sanddorn, Sauerkirsch-Rosmarin, Stachelbeere-Limette. Dazu eine nette Weinauswahl und eigens gebrautes Bier.
Susanne Hamann
Nach Erhebungen von Sylt Tourismus gibt es mehr als 200 Restaurants auf der Insel, Tendenz steigend. Die Zahl der Sternelokale aber sinkt seit Jahren. Jörg Müller in Westerland hat 2014 seine Michelin-Auszeichnung freiwillig zurückgegeben und kreiert jetzt in seinem Lokal wunderbare Old-school-Gerichte.
Susanne Hamann
Hier gibt’s zum Beispiel Kalbnierchen in Senfsauce, Boeuf Stroganoff oder ein sehr feines Mousse au chocolat aus zweierlei Schokolade.
Susanne Hamann
Johannes King hat sich ebenfalls aus dem Sterne-Geschäft zurückgezogen und betreibt jetzt einen Genuss-Shop mit Bistro in Keitum. Und manchmal radelt er für einen guten Zweck zur die Weltgeschichte, zuletzt ging es von Sylt nach Venedig, dabei sammelt er Geld für „Save the children“. Wer spenden möchte, findet auf dem Instagram-Account @johannes_king Infos.
Susanne Hamann
Alexandro Pape, früher im Fährhaus Munkmarsch mit zwei Sternen gekrönt, stellt jetzt in List Meersalz her, braut Bier, formt Pasta und gibt Kochkurse.
Ydo Sol Images/Ydo Sol
In Kampen haben die Geschwister Knochenhauer die Sturmhaube wachgeküsst. Seit Silvester 2016 stand das eindrucksvolle Gebäude mit dem runden Reetdach-Hut leer. Ein Jammer! Die Kinder des ehemaligen Direktors des Hotels Stadt Hamburg in Westerland haben drei Jahre lang umgebaut und einen Ort zum Wohlfühlen geschaffen: Mit Kiosk für den kleinen Hunger und schickem Restaurant für besondere Abende. Man kann jetzt auch übernachten.
Susanne Hamann
Spaziergänger holen sich in der Sturmhaube belgische Waffeln und Kaffee am kleinen Kiosk und rasten auf windgeschützten Sitzplätzen aus gepolsterten Euro-Paletten. Familien mit Kindern freuen sich über den Spielplatz. Es gibt sogar ein eigenes Bier, das direkt vor Ort gebraut wird.
Susanne Hamann
Der Söl’ring Hof in Rantum ist eine der ersten Adressen für Genießer auf Sylt und mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Susanne Hamann
Das Haus liegt in aussichtsreicher Lage direkt auf den Rantumer Dünen.
Söl’ring Hof/Ydo Sol
Wer das Degustationsmenü zu 309 Euro für acht Gänge „ein büsschen viel“ findet, kann im neu eröffneten zweiten Restaurant im Haus namens JPs Wohnzimmer zu Mittag essen.
Söl’ring Hof/Ydo Sol
Der Lunch besteht aus drei Gängen mit wechselndem Hauptgericht und kostet zwischen 62 und 72 Euro. Die Gerichte sind Hausmannskost auf höchstem Niveau – wie zum Beispiel Backfisch mit Trüffelremoulade und Kopfsalat im Ganzen serviert. Das hübsche Porzellan ist übrigens von Stefanie Hering.
Susanne Hamann
Passend zum neuen Lokal hat Berner ein Kochbuch auf den Markt gebracht: „Jan-Philipp kocht für Familie und Freunde“.
Ydo Sol/Söl’ring Hof
In Tinnum steht ein weiterer Gourmettempel: Das Landhaus Stricker. Hier kocht Holger Bodendorf. Und wurde gerade erst zum 20. Mal in Folge mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.
Ydo Sol/Landhaus Stricker
Nachhaltiger werden und den Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen bieten – das seien die großen Herausforderungen dieser Zeit, sagt der Sternekoch. Wie die meisten Gastronomen hat Holger Bodendorf Personalwohnungen, sogar in unmittelbarer Nachbarschaft.
Ydo Sol/Landhaus Stricker
Bodendorf steht noch selbst am Herd und kreiert Gerichte wie das Zweierlei vom Kalb mit glasiertem Kalbsbries, Kalbstatar, gebratenem Steinpilz und geliertem Kalbsfond
Ydo Sol/Landhaus Stricker
Die Sansibar ist eigentlich ein Strandbistro am gleichnamigen Strandabschnitt in Rantum. Doch die Bretterbude ist Kult und eine Sehenswürdigkeit – seit 1978. Kinder buddeln im Sand, die Eltern recken die Nase in die Sonne und trinken Erdbeerbowle, das Glas inzwischen zu 11 Euro. Man gönnt sich ja sonst nix. Stammgäste erinnern sich seufzend an selige Zeiten, als das berühmte Hausgetränk noch sechs Euro kostete.
imago images/Luca Field via www.imago-images.de
Die schönsten Plätze sind ganz vorne, mit Blick aufs Meer. Einfach am Laufsteg der Eitelkeiten sitzen, Leute gucken, den Tag verbummeln – das gehört für viele Gäste zwingend zum Sylt-Urlaub dazu.
Susanne Hamann
Die Leute kommen zu ihm – Fernsehmoderatoren, Dschungelcamp-Teilnehmerinnen, Fußballtrainer, Musikproduzenten, Schauspieler, Wirtschaftskapitäne und ganz normale Menschen. Herbert Secklers gibt allen das Gefühl, wichtig zu sein.
Sansibar Sylt
Die günstigste Mahlzeit auf der Insel dürfte ein Backfischbrötchen sein. Man bekommt es entweder bei einer der vielen Filialen vin Gosch (Preis: 6,50 Euro) oder bei Fisch Blum. Da kosten eins nur 5 Euro.
IMAGO/Chris Emil Janssen
Das teuerste Gericht hat das Lokal Henry’s in Kampen auf der Karte. Pizza Tippi Toppi belegt mit Hummer, Languste, Golden Kaviar Imperial Premium, Balik Lachs und gehobeltem italienischen Trüffel. Preis: 999 Euro, nur auf Vorbestellung mit Anzahlung und fünf Tagen Vorlauf.
Susanne Hamann