Dieter Nuhr am 23.07.26 bei „Inas Nacht“: Darum wird die Femizid-Debatte nicht thematisiert

Dieter Nuhr, Kabarettist.
picture alliance/dpa, Sebastian Christoph GollnowDie Diskussion um Dieter Nuhrs umstrittene Aussagen zu Femiziden ist noch immer in vollem Gange. Zuletzt hatte Entertainerin Hella von Sinnen den Kabarettisten scharf kritisiert. Umso mehr dürfte es einige Zuschauer überraschen, dass Nuhr am Donnerstagabend (23. Juli 2026) als Gast in der ARD-Talkshow „Inas Nacht“ zu sehen ist.
Dieter Nuhr ist heute Gast bei „Inas Nacht“
Für die Ausgabe von „Inas Nacht“, die um 23.50 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, sind Schauspieler Philipp Hochmair, das britische Trio FLO und Kabarettist Dieter Nuhr angekündigt.
Wer erwartet, dass Moderatorin Ina Müller ihren Gast auf die aktuelle Debatte anspricht, wird allerdings enttäuscht. Nach Angaben des NDR geht es in dem Gespräch stattdessen unter anderem um die Vorzüge getrennter ehelicher Haushalte, um eine Anekdote über Beyoncé sowie um Nuhrs Arbeit als bildender Künstler.

Ina Müller hat die heutige Folge mit Dieter Nuhr bereits im April aufgezeichnet.
picture alliance/dpa/NDR/Morris Mac MatzenWarum die Femizid-Debatte nicht angesprochen wird
Der Grund dafür ist einfach: Die Sendung wurde bereits am 30. April aufgezeichnet – also mehrere Wochen bevor Dieter Nuhrs Aussagen in „Nuhr im Ersten XXL“ vom 18. Juni eine bundesweite Debatte auslösten.
Auf Anfrage des Tagesspiegels erklärte der NDR deshalb, dass die aktuelle Diskussion in der Sendung keine Erwähnung finden könne. Während der Ausstrahlung werde mit zwei Einblendungen darauf hingewiesen, dass die Folge bereits im April produziert wurde.
Nach Angaben des Senders hätte Ina Müller das Thema angesprochen, wenn die Aufzeichnung nach Bekanntwerden der Kontroverse stattgefunden hätte.
Aussagen lösten heftige Kritik aus
Auslöser der Debatte waren Äußerungen Dieter Nuhrs über Femizide in einer Ausgabe von „Nuhr im Ersten XXL“. Dafür erntete der Kabarettist massive Kritik. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Frauenmorde zu verharmlosen und Betroffenen eine Mitschuld nahezulegen.
Nuhr weist diese Vorwürfe zurück. Er betonte, er habe weder Witze über Femizide gemacht noch Opfer verantwortlich gemacht. Seine Kritik habe sich vielmehr gegen eine aus seiner Sicht pauschale Verurteilung von Männern gerichtet.
Dass die bereits vor Monaten produzierte „Inas Nacht“-Folge nun mitten in der aufgeheizten Debatte ausgestrahlt wird, dürfte dennoch bei manchen Zuschauern für Verwunderung sorgen – auch wenn der Hintergrund der Ausstrahlung inzwischen bekannt ist.
