Erdbeben in Indonesien
: Dutzende Tote und kaputte Häuser – und die Erde bebt weiter in Indonesien

Am frühen Morgen erschüttert ein gewaltiges Beben die Insel Flores im Osten Indonesiens. Nun werden die Toten gezählt und Schäden begutachtet. Die Erde bebt in der Region derweil weiter.
Von
dpa
Labuan Bajo
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Menschen räumen die Trümmer eines durch ein Erdbeben beschädigten Hauses in Ost-Manggarai in der Provinz Ost-Nusa Tenggara weg.

Kurniawan/AP/dpa
  • Starkes Beben der Stärke 7,7 erschütterte am frühen Samstagmorgen die Insel Flores.
  • Behörden melden 38 Tote, etwa ein Dutzend Verletzte und knapp 2.000 Selbstevakuierte.
  • Epizentrum lag rund 70 km nordwestlich von Ende, Tsunami-Warnung wurde später aufgehoben.
  • Mehrere Nachbeben folgten in der Region – auf Sumatra trat abends ein Beben der Stärke 6,9 auf.
  • Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, Erdbeben und Vulkanausbrüche sind häufig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem schweren Beben vor der Küste der indonesischen Insel Flores ist die Zahl der bestätigten Toten weiter gestiegen. 38 Menschen seien ums Leben gekommen, teilte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Suharyanto, am Samstagnachmittag (Ortszeit) mit. Zudem seien etwa ein Dutzend Verletzte gezählt worden. Knapp 2.000 Menschen hätten sich selbstständig in Sicherheit gebracht, so Suharyanto weiter.

Ein Beben der Stärke 7,7 hatte am frühen Samstagmorgen den Osten des südostasiatischen Inselstaates erschüttert und zahlreiche Wohnhäuser und andere Gebäude auf Flores beschädigt. Das Epizentrum lag vor der Küste, etwa 70 Kilometer nordwestlich des Ortes Ende im Zentrum der Insel.

Indonesien: Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis gehören dazu

Das Beben ereignete sich der US-Erdbebenwarte (USGS) zufolge in einer verhältnismäßig geringen Tiefe von rund 10 Kilometern. Eine von den indonesischen Behörden herausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben. Im Laufe des Tages folgten mehrere teils größere Nachbeben in derselben Region.

Nach einem Erdbeben in Labuan Bajo in der Provinz Ost-Nusa Tenggara werden Patienten in einem provisorischen Zelt vor einem Krankenhaus behandelt.

Firdia Lisnawati/AP/dpa

Am Abend (Ortszeit) bebte die Erde auf der Insel Sumatra ganz im Westen Indonesiens, laut USGS mit einer Stärke von 6,9. Allerdings lag das Beben demnach in erheblicher Tiefe von mehr als 170 Kilometern. Über Schäden oder Verletzte auf Sumatra war zunächst nichts bekannt. 

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch äußerst aktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten, die aufeinandertreffen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort entsprechend häufig. 

Gerade im mit rund 280 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichen Indonesien führen die Naturgewalten oft zu Katastrophen mit vielen Opfern. Eine der schwersten ereignete sich am 26. Dezember 2004, als ein gewaltiges unterseeisches Beben der Stärke 9,1 vor der Küste Sumatras eine riesige Flutwelle löste. Mehr als 160.000 Menschen starben dabei allein in Indonesien. 

Flores: Abgelegenes Taucherparadies mit seltenen Echsen

Menschen begutachten die Schäden an einem Haus nach einem Erdbeben in Ost-Manggarai in der Provinz Ost-Nusa Tenggara.

Kurniawan/AP/dpa

Flores als eine von mehr als 17.000 Inseln Indonesiens gehört zur Provinz Ost-Nusa-Tenggara. Wesentlich abgelegener und infrastrukturell nicht so gut erschlossen, ist die Insel bei Touristen deutlich weniger gefragt als das eine gute Flugstunde entfernte Bali. 

Ein touristischer Anlaufpunkt ist besonders der Westen von Flores mit der Stadt Labuan Bajo allerdings schon - vor allem als Basis für Ausflüge zum Tauchen, Schnorcheln und für Besuche im nahen Komodo-Nationalpark. Dort leben die Komodowarane - Echsen, die gut zwei Meter lang werden können.

Das vom jüngsten Beben besonders betroffene Zentrum der Insel rund um Ende, rund 300 Kilometer weiter östlich, gilt hingegen als eher abgeschieden und touristisch kaum erschlossen.